Rätselhafte Labyrinthe

Illustration: Christoph Hoppenbrock

Verlag: moses., 2017

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Aus der Zeitschrift Geolino, welche Kinder sehr engagiert an vielfältige Themen aus Natur, Technik, Geschichte, Kultur und Zeitgeschehen heranführt, stammen die beliebten phantasievollen und farbenfrohen  Labyrinthe von Christoph Hoppenbrock, die erfreulicherweise nun in einem broschierten 80seitigen Buch zusammengefasst wurden.

Es gilt, den richtigen Weg zum Ziel durch 24 rätselhafte Irrgärten zu finden. Unterwegs gibt es dabei allerlei Überraschendes zu entdecken oder spannende und knifflige Rätsel zu lösen. Verschiedene Symbole sind zu beachten, die jedoch auch mal in die Irre führen können, Buchstaben einzusammeln und in die richtige Reihenfolge zu bringen, Zahlen zu Formen zu verbinden, versteckte Worte zu suchen und vieles mehr. Dabei können  Kinder eine Menge aus verschiedenen Wissensgebieten lernen und obendrein viel Spaß haben.

Schade nur, dass die Bindung einige Details verdeckt. Diese werden nur sichtbar bei sehr starkem Auseinanderpressen der Broschüre, was jedoch schnell zum Auseinanderreißen und damit zur getrübten Rätselfreude führen könnte. Die Altersempfehlung ist mit  8 Jahren angegeben, was mir recht optimistisch erscheint, da die Rätsel doch mitunter recht anspruchsvoll sind. Mit etwas (menschlicher und/oder medialer) Hilfe kann das Lösen der Aufgaben jedoch gut gelingen und zur Freude an der gemeinsamen Herausforderung beitragen.

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Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

Text: Axel Hacke

Verlag: Antje Kunstmann, 2017

http://www.kunstmann.de

 

Das kleine, beinahe unscheinbare Büchlein im schlichten weißen Einband beherbergt Axel Hackes literarische Erkundungen über den Anstand – sehr ambitioniert, sehr ernsthaft und sehr unterhaltsam.

Anstand – was ist das eigentlich? Ist der Anständige zunehmend der Dumme? Wie können wir leben, wenn wir trotz  zunehmender Rücksichtslosigkeit, Lügen, Wut und Hass in der gegenwärtigen Gesellschaft dennoch anständig bleiben wollen?

Anhand zahlreicher interessanter literarischer und philosophischer Bezüge – zu Kästner, Fallada, Camus, Knigge, Kant, Marc Aurel und anderen- und bemerkenswerter Dialoge mit einem imaginären Freund betrachtet Hacke die grundlegenden Motive und Regeln des menschlichen Anstands und dessen Gefährdung durch eine zunehmend sich verändernde und verrohende Kultur des Umgangs, wie wir sie beispielsweise momentan durch eine Flut von Wut- und Hassreden, Gepöbel, Fake-News oder befremdliches Gebaren eines twitternden Präsidenten erleben.

Für diejenigen, die auch in schwierigen Zeiten anständig bleiben wollen, die sich zuweilen als Gutmenschen und Naivlinge verhöhnen lassen müssen, die Sinnsuchenden oder die Zweifelnden im Strudel zunehmender Polarisierung ist Hackes Plädoyer für den Anstand eine sehr empfehlenswerte und bereichernde Lektüre.

Für die anderen -wahrscheinlich diejenigen, denen man es aus bekannten Gründen  dringend nahelegen würde- wohl leider vergeblich.

ZWEET

Text: Marit Kaldhol

Übersetzung aus dem Norwegischen:  Maike Dörries

Verlag: Mixtvision, 2017

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ZWEET, ein ganz außergewöhnlicher bemerkenswerter Jugendroman von Marit Kaldhol, die zum Beispiel mit ihrem 1986 erschienenen berührenden Kinderbuch „Abschied von Rune“ mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und vielen weiteren Preisen ausgezeichnet wurde, behandelt Themen, die sich um Anderssein, Mobbing und die erste Liebe ranken.

Das wunderbar gestaltete Cover mit einer silhouettenhaften, in einer Bienenwabe hockenden, geflügelten Menschengestalt stimmt auf die Geschichte ein, welche mich von der ersten bis zur letzten Zeile magisch in ihren Bann zieht. Durch die klare wie poetische Sprache , die sich spannungsreich zuspitzenden äußeren Ereignisse, die innere Gedankenwelt eines ungewöhnlichen Mädchens und zweier  auf unterschiedliche Weise mit ihr verbundener Menschen wird die erzeugte besondere Atmosphäre beinahe hautnah spürbar.

Drei junge Menschen kommen nacheinander zu Wort und beschreiben aus ihrer jeweiligen Perspektive  eindringlich ihre Sichtweise und Reflexion auf erschütternde Ereignisse.

Den Anfang macht die Außenseiterin Lill-Miriam, die von ihren Mitschülern „das Biest“ genannt wird und doch so weit entfernt von einem solchen zu sein scheint, wie man sich nur vorstellen kann. Sie ist anders, einsam, hochsensibel und verletzlich und spinnt sich -vor allem in ihrem Versteck auf dem Dachboden der Schule, wo sie ihren philosophischen und naturwissenschaftlichen Betrachtungen nachgeht- in ihrer Phantasiewelt der Bienen und Insekten in einen Kokon, der sie immer mehr von den anderen abgrenzt.

Susan quält sich mit Schuldgefühlen und Erinnerungen an das, was sie und ihre Freundinnen der verhassten Außenseiterin einst Schreckliches angetan haben.

Ruben sorgt sich um Lill-Miriam, die seit dem Katastrophenalarm an der Schule verschwunden bleibt. Der kubanische Junge fühlt sich zu dem sonderbaren Mädchen hingezogen. Er sinniert darüber, wie ihre erste zarte Beziehung entstand, die Beziehung zweier seelenverwandter Inselmenschen, die zueinanderfanden und sich ohne viele Worte verstanden.

Selten hat mich eine Geschichte derart sogartig eingenommen und berührt wie diese und sehr nachdenklich zurückgelassen. Sie wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.

 

 

Ich male mir ein seltsames Tier

Text: Sarah Neuman

Illustration: Renate Habinger

Verlag: NordSüd Verlag, 2017

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Bunte Tupfen, Linien und Kreise dominieren das Titelbild. Alles erscheint irgendwie unfertig und experimentell. Das Mädchen -jenes, welches aus lauter Langeweile und Frust beschließt, sich selbst ein seltsames Tier zu malen- sieht selbst ein wenig seltsam, ja beinahe tierisch aus mit seinen spitzen Ohren und einem hinter dem Röckchen hervorblitzenden Schwänzchen.

Skizzenhafte Alltagsszenen bestimmen die ersten beiden Doppelseiten: durch den Regen marschierende Kuscheltiere samt Schirm in Begleitung ihrer Besitzerin, Kleider, Schuhe und Spieltiere auf der Wäscheleine, Putzutensilien, Bügelbrett, Waschmaschine, Klammern und Bügelbrett offenbaren einen minder spannenden Tag – fast möchte man meinen, hier die Lebenswirklichkeit einer gestressten Hausfrau zu entdecken.

Sodann beschließt die kleine, nun mit einem Riesenbuntstift ausgerüstete kleine „Hausfrau“ aus jenem Alltagseinerlei auszubrechen, indem sie sich in Begleitung ihrer Kuschelkameraden forsch ans Werk macht, um ein „seltsames Tier“ zu malen. Beginnend mit vielen bunten Kreisen, die nach und nach mit Augen, Mündern und Ohren versehen und damit zu Gesichtern werden und später Körperformen bekommen, bis sich ein elefantenartiges Wesen beim Kritzeln, Tupfen und Malen herauskristallisiert, das nun zum Spielen aufgefordert werden kann.

Schließlich dankt das Mädchen nicht nur dem Tier, sondern sich selbst: „Ich sage danke zu ihm und sage danke zu mir, denn ohne mich wäre das Tier ja nicht hier.“

Ein bemerkenswert schöner Gedanke, sich bei sich selbst für das gemalte Bild zu bedanken …

Und wir -die Kinder meiner Malgruppen und ich- bedanken uns für diese schöne, verspielt-fröhliche und anregende Bilderbuchgeschichte in Reimen, welche auf phantasievolle und unaufdringliche Weise zum Malen inspiriert, mit dem man auf dem beigelegten Malbogen oder anderswo sogleich beginnen möchte.

Hanna Nebe-Rector  – http://www.MALKASTL.de

 

Die Romantherapie für Kinder

Autoren: Ella Berthoud & Susan Elderkin mit Traudl Bünger

Übersetzung aus dem Englischen: Katja Bendels und Kirsten Riesselmann

Verlag: Insel Verlag, 2017

ISBN: 978-3-458-17704-3

 

Klassische Bilderbuchhelden wie das Sandmännchen, die Raupe Nimmersatt, Tigerente, Paddington, der kleine Prinz und der buntkarierte Elefant Elmar kreuzen sich auf dem Buchcover  mit dem Buchtitel und weisen möglicherweise damit symbolisch auf das therapeutische Potential von Kinderbüchern hin.

Kann man problembelastete Episoden des kindlichen Lebens -angefangen von A wie Abkapselung, Albträume oder Anerkennungssuche, B wie Behinderung, Bildschirmsucht oder Brüderrivalität bis Z wie Zigarettenrauchen- mit Büchern „therapieren“, sich Geschichten wie Medizin verschreiben lassen? Man sollte es auf jeden Fall versuchen!

Das wie ein Nachschlagewerk aufgebaute, inhaltlich umfangreich und ambitioniert zusammengestellte Buch richtet sich an diejenigen Erwachsenen, die an die heilsame Wirkung von mutmachenden Geschichten glauben und Kindern oder Jugendlichen, die ihnen am Herzen liegen, in schwierigen Lebenslagen die passenden Bücher anbieten wollen.

Auf 372 Seiten werden insgesamt 233 Bücher mal mehr, mal weniger ausführlich vorgestellt – Bücher, die nach Empfinden der Verfasserinnen „Kinder glücklich, gesund und schlau machen“. In alphabetischer Reihenfolge sind verschiedene „Leiden“ oder Lebenslagen von A-Z aufgelistet. Wer zum Beispiel einem Kind, welches mit einem depressiven Elternteil zusammenlebt, mit einer geeigneten Lektüre helfen möchte, findet unter E wie „Elternteil, depressiver“ zwei Buchvorschläge: „Kaputte Suppe“ von Jenny Valentine und „Fünfzehn kopflose Tage“ von David Cousins. Beide Titel sind mit einem „T“ gekennzeichnet, was den Hinweis auf Teenagerliteratur gibt. Leider finden sich in dieser Kategorie keine Buchempfehlungen für jüngere Kinder (diese wären dann mit „B“ für Bilderbücher, „A“ für Leseanfänger oder „J“ für junge Leser gekennzeichnet), was mich verwundert, da es im Bereich der Depressionsthematik  durchaus einige erwähnenswerte Titel für jüngere Leser gäbe. Schade auch, dass einige relevante Suchbegriffe wie zum Beispiel Demenz, mit welcher sich Kinder in ihrem Umfeld doch zunehmend auseinandersetzen müssen, keine Erwähnung finden. Auch zu diesem Thema gäbe es einige sehr gute Titel für verschiedene Altersstufen zu nennen.

Hilfreich und informativ sind jeweils die Kurzbeschreibungen der Buchinhalte, ebenfalls wie die Querverweise auf ähnlich gelagerte Problemfelfer (hier zum Beispiel „Trennung der Eltern“). Graphische Symbole (Buch mit Apfel, Bücherstapel mit Krone und Buch mit Eule) helfen bei der Einordnung der Hinweise.

Zu einigen Suchbegriffen finden sich Ranking-Listen wie beispielsweise „Die zehn besten Bücher, in denen es um Adoption geht“, „Die zehn besten Gute-Nacht-Geschichten für die Kleinsten“ oder „Die zehn besten Bücher, um Kindern zu helfen, Kriege zu verstehen“. Diese strikte, wie eine  In-Stein-gemeißelt-Sein vermittelnde Zuschreibung bereitet mir doch etwas Unbehagen, da sie viele weitere sehr gute und passende Bücher, auch die zum Zeitpunkt des Drucks noch nicht erschienenen oder die von den Autorinnen übersehenen ausschließt. Bescheidener und ansprechender wäre hier doch die Formulierung „Zehn empfehlenswerte Bücher bei …“ gewesen.

Dennoch ist das Buch ein nützliches Nachschlagewerk und ein wertvoller Ratgeber bei der Suche nach einer passenden, hilfreichen, trostgebenden oder glücklichmachenden Geschichte.

Für Bücherfreunde

Illustration & Text: Sempé

Verlag: Diogenes, 2017

 

Bücherfreunde werden es lieben: Sempé´s beste Cartoons über Schriftsteller, Buchhändler, Leser und den Literaturbetrieb in einem kleinen handlichen Büchlein, welches sich bequem in der Hand-, Akten-, Reise- oder sonstiger Tasche transportieren lässt, um die Freude darüber mit anderen Buchbesessenen zu teilen oder es an solche zu verschenken.

Sei es der im elegant geschwungenen S-Sessel kontemplativ versinkende Buchnarr, der vorfreudig seiner Lektüre einen eigenen Platz vorhält, die gespannte Erwartung feinsinniger blumenkleidgewandeter Damen mittleren Alters im Schreibseminar während der Erläuterung der klassischen Hammelkeule-Schreibübung, das desillusionistische Zwiegespräch des leidgeprüften Autorinnen-Ehegatten auf der Haustreppe mit einem männlichen Vertrauten (während im oberen Stockwerk die Gattin dem Finale entgegenschreibt und nach heimlicher Leseprobe nicht vermuten lässt, in ihrem Werk der ehelichen Liebe ein literarisches Denkmal zu setzen), die sich offenbarende Dramatik angesichts der drohenden Blockade einer literarischen Mission, die schelmischen  bis bitterbösen Notizen des schreibenden Philosophen zu alltäglichen Missgeschicken der Angetrauten unter dem Arbeitstitel „Kleine Glücksmomente“, die eigenwillige Poesie einer Bahnhofsdurchsage zur Buchmesse, die Paradoxie der modernen Hausfrau in ihrer Hochtechnologie-Küche im Moment des Studiums eines  „Kalbsfrikassee nach Großmutterart“ – Kochrezeptes und noch viele weitere phantastische Cartoons im Buch-Kontext – sie alle halten der Buchwelt aus verschiedenen Perspektiven einen ironisch-charmanten Spiegel vor und sind dabei einfach umwerfend komisch in ihrer stilsicheren Einzigartigkeit und treffsicheren Menschenkenntnis.

Der verrückte Erfinderschuppen

Band 1: Der Limonaden-Sprudler

Band 2: Der Looping-Dreher

Text: Lena Hach

Illustration: Daniela Kulot

Verlag: Mixtvision, 2017

 

Limonaden-Sprudler und Looping-Dreher sind die den ersten beiden Bänden einer neuen Kinderbuchserie titelgebenden Erfindungen des  Erfindertrios Tilda, Walter und Fred, welche in Gesellschaft der quirligen Pudeldame Odetta in ihrem Erfinderschuppen im Garten von Tildas patenter Oma allerlei Geniales austüfteln, immer kritisch beäugt von ihren unsympathischen Widersachern, dem Dicken und dem Dünnen.

Sehr unterhaltsam, spannungsreich und voller Situationskomik wird aus der Sicht des Ich-Erzählers Fred, dessen Mama ihn liebevoll Fred das Frettchen nennt, im ersten Band beschrieben, wie die drei Freunde ihre neueste Erfindung, einen Limonaden-Sprudler, planen, entwickeln und in der Praxis erproben, was mit einiger Turbulenz und nicht wenigen Verwicklungen, Überraschungen und Pannen einhergeht. Da fliegt schon mal eben das Schuppendach in die Luft oder wird Badewasser zu Limonade und Ursache einer folgenreichen Killerbienen-Invasion. Also müssen neue Erfindungen her, um die katastrophalen Folgen, wie die Schließung des Schwimmbads und damit drohende Ferien-Langeweile, abzumildern. In Form eines Schaukel-Looping-Drehers, der nächsten Erfindung, um welche es im 2.Band geht, wird dies einfallsreich und zielstrebig in Angriff genommen, was erwartungsgemäß wiederum nicht ohne Komplikationen, wie beispielsweise durch die Luft fliegende Babys, vonstatten geht. Der Dicke und der Dünne, zwei kauzige Herren aus der Nachbarschaft, hecken zudem fiese Pläne aus, um den Erfindungserfolg zu torpedieren. Nun wird es noch gefährlicher für Baby Nelli, um die sich die Kinder neben ihren Erfindungen auch noch kümmern müssen.

Die kurzen Kapitel portionieren die Geschichte in amüsante (Vor-)Lesehäppchen, die immer wieder Appetit auf mehr machen und somit bestes Lesefutter ergeben. Eine schöne Ergänzung zur kindgerecht erzählten, aber auch erwachsenen Vor- und Mitlesern große Freude bereitenden Handlung sind die zahlreichen lustigen Illustrationen von Daniela Kulot, der es hervorragend gelingt, die Turbulenz der Ereignisse in Bilder zu fassen.

So witzig und spannend sind diese beiden ersten Bände, dass sie auf viele weitere Abenteuer der sympathischen Buchhelden hoffen lassen.

Yoga für Kinder

Kartenbox mit 50 Karten

Autoren: Tara Gruber & Lea Kalish

Illustrationen: Sophie Fatus

Verlag: moses. Verlag, 2017

http://www.moses-verlag.de

 

Yoga fördert die Gesundheit, das Konzentrationsvermögen und die Beweglichkeit. Von der den Körper und den Geist stärkenden Wirkung von Yogaübungen können alle profitieren, Erwachsene ebenso wie Kinder. Kindern sollte die Yogapraxis dabei nur ein wenig spielerischer vermittelt werden; speziell für sie wurde dieses Kartenset entwickelt.

Es enthält in einer stabilen, orange-grün-farbigen Box 50 ansprechend und kindgerecht gestaltete Karten, deren Format etwas größer als das von Postkarten ist und die recht strapazierfähig und abwischbar sind. Mit ihnen lassen sich verschiedene Yogaprogramme individuell aufbauen.

Eine Leporello-Karte gibt zunächst eine erklärende Übersicht über 9 verschiedene Kategorien -Atemübungen, Spielelemente, Balanceübungen, Standhaltungen, Vor- und Rückbeugen, Übungen zum Drehen und Strecken, Partnerübungen und Übungen zum Loslassen, Ruhen und Vitalisieren- und dazu die wichtigsten Yogi-Tipps.

Die einzelnen Kategorien sind verschiedenfarbig markiert, sodass sie sich immer wieder leicht zuordnen lassen. So gibt es zum Beispiel auf den bläulichvioletten Atem-Karten Anleitungen für den Bären-, Schlangen-, Hasen-, Bienen- oder Elefantenatem. Mit ihrer Hilfe kommt man mit der entsprechenden Atemtechnik je nach dem erwünschten Ziel entweder zu Ruhe und Balance, Ruhe und Langsamkeit, Klärung und Reinigung oder Entspannung und Beruhigung oder sie helfen dabei, neue Energie und Kraft aufzutanken.

Kindgerechte Illustrationen und gut verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur jeweiligen Übung geben dabei auf der Vorder- und Rückseite der Karten Struktur und Orientierung und erfreuen durch eine farblich und grafisch ausgesprochen ansprechende Gestaltung.

Die gelben Yoga-Spielkarten, welche unter anderem Spiele wie „Yogabrezeln“ oder „Naturkinder“ anleiten, stimmen mit passenden Zitaten und Weisheiten auf die Spielübungen ein. Mit den grünen Balance-Karten werden Übungen wie Baum, Held III, Pfeil, Boot oder Brett in Wort und Bild kinderleicht erklärt. Ebenso die Standübungen auf den hellgrünen Karten, die Berg, Tänzer, Dreieck, Held I und Held II heißen oder die Vorbeugeübungen auf den orangenen Karten, welche mit Fels, Gorilla, Schildkröte, herabschauender Hund und Fluss benannt wurden. Türkisfarben kommen die Rückbeugeübungen wie Kobra, Haifisch, Brücke, Fisch oder Delfin und mattgelb die Dehn- und Streckübungen wie Drache, gedrehter Drache, Brezel, Drehung im Liegen und Katze sowie pink die Partnerübungen wie Dach, Aufzug, Rücken-an-Rücken-Stuhl, Doppel-Brezel, Salamander auf dem Fels, Wippe, Doppel-Boot, offenes Herz, Freundliche Krieger und Doppelhund daher. Die lindgrünen Zeit-für-dixch-Karten sorgen mit geeigneten Übungen für neue Energie, Entspannung, Unterstützung, Erdung und Harmonie.

Mit dieser schönen wie hilfreichen Kartenbox sind Eltern, Therapeuten oder Übungsleiter -neben ihrer bereits vorhandenen Yogaerfahrung- bestens vorbereitet und gerüstet, um Kindern auf altersgerechte und originelle Weise die wohltuende Wirkung von Yoga nahebringen zu können.

Spielplatz

Text und Illustrationen: Mies van Hout

Verlag: aracari, 2017

http://www.aracari.ch

 

Die Buchstaben jenes titelgebenden Wortes mit der magischen Anziehungskraft werden auf dem Buchcover zum Tummelplatz seiner Protagonisten: So trägt das S ein Hirschgeweih und über seine Windungen krabbeln Ameisen, auf dem P hält ein Pinguin und auf dem I eine mürrisch dreinblickende rote Katze mit Hut Ausschau, im A hat sich ein Krokodil der Form des Buchstabens angepasst oder auf dem Z baumelt ein kleines Mädchen mit den Beinen.

Die Vorsatzseiten erfordern labyrinthischen Spürsinn. Wo geht´s denn hier zum Spielplatz? Mädchen, Junge und Katze mit Hut scheinen es sehr eilig zu haben, so schnell wie möglich dorthin zu gelangen. Kleine rote Pfeile weisen ihnen den Weg, welcher auf weißen Kreidelinien auf einer roten Phantasieblumenwiese beginnt. Gemeinsam mit dem Steinbock, der sich der Gruppe anschließt, geht es weiter durch türkisfarbene Baumlandschaften, wo gerade munterer Betrieb unter den dort nistenden Vögeln herrscht – eine kleine Welt für sich, die es zu entdecken gilt. Aber vorsichtig, man will ja nicht beim Brüten stören! Über den Krokodilfluss geht die aufregende Reise über die Buchseiten mit Hilfe von Brettern und Ästen weiter. Jetzt nur nicht hineinfallen – die aus dem Wasser  äugenden Krokodile scheinen schon auf schnelle Beute zu warten … Geschafft! In der Brombeerhecke wird´s dann recht stachelig, doch zusammen mit weiteren neuen Weggefährten wird auch diese Hürde erfolgreich überwunden. Da, ein Ameisenhaufen! Und schon ist man um ein paar klitzekleine Begleiter reicher. Nun gilt es noch, von Wolke zu Wolke springend, einen Abgrund zu überwinden, einen riesigen Berg zu erklimmen und abwärts zu rutschen und gleich noch einmal, weil´s solchen Spaß macht, den Weg durch eine finstere Höhle zu finden, ohne das große Ungeheuer zu wecken ( … was nicht gelingt, aber so ungeheuerlich ist dasspinnenartige bunte Wesen zum Glück dann doch nicht …) und dann … endlich! … ist man am Ziel seiner Träume! Was – das soll jetzt alles sein? Ein farbloser, bescheidener Spielplatz, bestehend aus einer mickrigen Schaukel und einem kleinen Klettertier verspricht nur mäßige Spielfreude angesichts der inzwischen zur großen Gruppe angewachsenen vorfreudigen Reisegesellschaft. Kurze Enttäuschung und lange Gesichter … Aber egal – der Weg ist das Ziel und der führt schließlich auch wieder zurück!

Ganz bezaubernd führt Mies van Hout ihre Buchhelden und die Augen der Betrachter durch phantasievolle Landschaften, in denen Kleckse und wässrig verlaufende Farbfelder mit hauchzarten Tuschelinien korrespondieren und traumhafte Schauplätze voller Abenteuer entstehen lassen, die zum Träumen, Schauen und Mitmachen einladen.

Die Rückkehr

Illustration: Aaron Becker

Verlag: Gerstenberg, 2017

http://www.gerstenberg-verlag.de

 

„Die Rückkehr“ ist der dritte Teil einer märchenhaften, ganz ohne Worte auskommenden Bilderbuch-Trilogie.

Im ersten Teil („Die Reise“) wünscht sich ein kleines Mädchen aus einem grauen Alltag, in dem die Eltern viel zu beschäftigt sind, als das Kind mit wirklich wahrzunehmen, hinein in eine zauberhafte Phantasiewelt, welche es sich mit einem roten Stift zu erschaffen beginnt; eine Traumwelt, in der es mutig ist und Abenteuerliches erlebt. Gemeinsam mit einem Freund, der mit einem violetten Stift die roten Zeichnungen des Mädchens ergänzt, setzt sich das phantastische Abenteuer im zweiten Band („Die Suche“) fort, in dem es ihnen gelingt, den König des Zauberreiches zu retten. Von derart magischen Bildern, in denen man staunend versinkt, kann man gar nicht genug bekommen – und so ist auch der dritte Teil wieder ein Fest der Träume.

Nun findet auch der Vater des Mädchens, welches ihm eine Spur aus roten Zeichen legt, Zugang in ihre Zauberwelt, in der sie diesmal gemeinsame Abenteuer bestehen und in der der Vater mit einem schwarzen Stift seinen zeichnerischen Anteil beisteuert. Denn nur gemeinsam können sie die phantastische Welt retten!

Die wunderschönen Bilder der Trilogie vermögen Große und Kleine zugleich zu verzaubern und zu berühren und können auch bei wiederholtem Betrachten eine beständige Quelle neuer Entdeckungen und Einsichten sein.