Leise pieselt das Reh

Titel: Leise pieselt das Reh

Autor: Werner Holwarth

Verlag: Klett Kinderbuch

Erscheinungsjahr: 2015

Wie schon der Titel vermuten lässt, geht es im Buch herrlich frech und unernst zu. Geschrieben hat es Werner Holzwarth, dessen erstes Kinderbuch „Vom Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ große Beliebt- und Bekanntheit erlangt hat.
Allgemein bekannte Liedgut-Klassiker wie „Alle meine Entchen“, „Ein Männlein steht im Walde“ oder „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ wurden hier kurzerhand umgeschrieben zu „Alle meine Tantchen“, „Ein Donut liegt im Auto“ und „Gans, du hast den Fuchs gestohlen“, um zunächst die harmloseren Varianten zu nennen. Selbst Weihnachtslieder werden nicht respektvoll verschont, doch bei allem Nonsens lässt sich durchaus auch Tiefsinniges entdecken. So richtig spaßig und damit -wenig überraschend- ganz nach Kindergeschmack wird es dann mit Liedtexten aus dem Ekelbereich wie „Kacka, Kacka, ruft´s aus dem Klo“, „Es pupsen die Kinder“ oder „Es tanzt ein Ri-Ra-Rotzemann“. Spätestens beim gemeinsamen Singen unpädagogischer Albernheiten wie „Dicker, dicker Eiter, Pickel machen heiter, mitten auf der Stirne, groß wie eine Birne …“ zur Melodie des Kniereiterliedes „Hoppe, hoppe Reiter“ werden von Lachkrämpfen geschüttelte schmerzende Kinderbäuche gehalten und Schenkel geklopft sowie Tränen aus den Augen gerieben. Die zahlreichen witzigen Illustrationen zu den verwandelten Liedtexten tun ein Übriges, damit kein Kinderauge trocken bleibt. Wer vor Lachen nicht mehr singen kann, hat die Möglichkeit, die dem Buch beiliegende, von Kindern bespielte CD anzuhören. Der letzte der insgesamt vierzig umgeschriebenen Liedtexte, zu denen die jeweiligen Noten und Gitarrengriffe mit abgedruckt sind, bringt zur Melodie von „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ wunderbar auf den Punkt, was Anliegen solcher Bücher wie diesem sein dürfte: Kinder einfach mal ausgelassen albern und fröhlich sein zu lassen, ohne bildungsbezogene oder sonstige pädagogisch wertvolle Hintergedanken zu hegen.
„Weißt du, wieviel Kinder lachen und am Abend fröhlich sind?“ – Weil´s die Eltern richtig machen, wissen: Kinder sind noch Kind!“
Den Kindern unserer Malgruppen hat das gemeinsame Singen der frechen Lieder mindestens ebenso viel Spaß gemacht wie das sich daran anschließende Malen von lustigen Quatsch-Bildern.
Hanna Nebe-Rector (malkastl.de) :: Redaktion Buecherkinder.de

Diese Besprechung wurde zuvor hier veröffentlicht: http://www.buecherkinder.de

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