Archiv für den Monat März 2016

Briefe an mein Baby, Briefe an mein Enkelkind

Verlag: moses.

2016

 

Wir alle sind als soziale Wesen  ein Leben lang geprägt von unserem Umfeld, unseren Bezugspersonen, Freunden und Verwandten, aber auch -bewusst oder unbewusst- von unseren Vorfahren, von deren Erfahrungen, Erlebnissen, Verstrickungen, Glaubenssätzen und Gedanken.

Die sogenannte Biografiearbeit, die als Aspekt in die kunsttherapeutische Arbeit mit einfließen kann, ist eine erhellende Form der Selbstreflexion, einerseits eine Lebensrückschau und damit auch eine Auseinandersetzung mit den persönlichen Wurzeln, ein momentanes Innehalten, andererseits auch ressourcenorientiert in die Zukunft gerichtet und damit insgesamt  Voraussetzung für eine positive Verarbeitung von Lebensthemen.

Wenn auf Gedanken vorheriger Generationen in Form von Erinnerungen, Tagebüchern oder Briefen bei der Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben zurückgegriffen werden kann, ist das ein besonderer, identitätsbildender Schatz, der das ganzheitliche Verständnis vom eigenen Selbst ermöglicht.

Mit Geschenken, wie es Aufzeichnungen der einen Generation für die nächste oder übernächste sein können, beschenkt der Schreibende nicht nur den Adressaten, sondern auch sich selbst.

Eine wunderbare Möglichkeit, gegenwärtige Gedanken für die Zukunft zu konservieren, um diese einem geliebten Menschen zu vermitteln, können handgeschriebene Briefe sein.

Je zwölf zum Büchlein gebundene, teils zu bestimmten Themen vorgesehene und entsprechend grafisch gestaltete Briefumschläge, die sich zu Briefbögen auffalten und später wieder verschließen und mit einem geplanten Datum der Öffnung versehen lassen, sind wie eine kleine Zeitkapsel voller persönlicher Gedanken, vielleicht auch mit Zeichnungen, Zeitungsausschnitten oder beigelegten Fotos, Erinnerungen, Wünsche, Hoffnungen, Ratschläge und Botschaften von unwiederbringlichem, unschätzbaren Wert für denjenigen, an den sie adressiert sind.

Was empfand meine Mutter, als sie mit mir schwanger war? Wie war der Tag meiner Geburt, wie ging es weiter? Wie war unsere Familiengeschichte? Wie waren meine Mutter, mein Vater als Kinder? – Wer eines Tages solche Fragen in Briefform beantwortet erhält, wird es als kostbares Geschenk empfinden.

So sind „Briefe an mein Baby“ oder „Briefe an mein Enkelkind“ ein Geschenk für eine Schwangere, eine frischgebackene Mutter oder Großmutter, die diese später als wertvolles Geschenk an die nächste oder übernächste Generation weitergeben kann.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

 

Advertisements

Die kleine Hummel Bommel

Die kleine Hummel Bommel, 2015

Die kleine Hummel Bommel sucht das Glück, 2016

Text: Britta Sabbag, Maite Kelly

Illustration: Joelle Tourlonias

Verlag: arsEdition

 

Ein niedliches kleines Hummelkind, welches augenblicklich jedes Leserherz zu erobern vermag, ist Heldin eines gemeinsamen Bilderbuchprojekts von Britta Sabbag, Maite Kelly und Joelle Tourlonias, aus dem inzwischen schon zwei liebenswerte Bilderbücher resultieren.

Die kleine Hummel Bommel wird in der Insektenkrabbelgruppe ausgelacht, weil sie -wie alle Hummeln- nur ganz klitzekleine Flügel hat. Bommel befürchtet, mit diesen winzigen Flügeln niemals fliegen zu können. Auf dem Weg nach Hause trifft Bommel auf Lilli Libelle, Marie Marienkäfer, Pastor Fliege, Ricardo Raupe, Gisela Grille und Dr.Willi Weberknecht, von denen sie wissen will, warum deren Flügel so anders als ihre aussehen.

Bommel erfährt, dass alles seinen Sinn hat, so wie es ist und ihr selbst nur noch eine kleine Portion Mut fehlen würde, um endlich fliegen zu können. Diesen Mut würde sie jedoch in ihrem Herzen tragen. Und schon nimmt Bommel all ihren Mut zusammen und … fliegt.

Mama und Papa Hummel haben nicht daran gezweifelt, dass Bommel fliegen lernen wird und sind nun sehr stolz auf ihr Hummelkind, weil es mit Selbstvertrauen alles schaffen kann.

Im neu erschienenen zweiten Hummel-Bommel-Band zieht es die kleine mutige Hummel hinaus in die große weite Welt, um das große Glück zu suchen. Ausgerüstet mit Karte, Kompass und einer Dose voller Honigbrote lassen die Hummeleltern vertrauensvoll ihr Kind ziehen, um eigene Erfahrungen zu sammeln.

So landet Bommel im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, reist nach Asien und auch nach Paris. Doch bald merkt Bommel, dass das gesuchte Glück nicht in der Ferne liegt, sondern da, wo sie sich zuhause fühlt. Flugs fliegt Bommel zurück zu Mama und Papa und ihren Freunden Ricardo, Teddy und Fina Floh, dahin, wo das Glück ist.

Was sich die sympathischen Autorinnen Britta Sabbag und Maite Kelly da ausgedacht und von Joelle Tourlonias „direkt aus ihrem Herzen“ abmalen lassen haben, sind leicht und fröhlich erzählte, entzückende Bilderbuchgeschichten mit klaren, mut- und glücklichmachenden Botschaften.

Die in den Büchern enthaltenen eingängigen, von Maite Kelly gesungenen Lieder können unter http://www.hummelbommel.de angehört werden und wecken durchaus den Wunsch, sowohl von Bommel als auch von dieser Musik bald noch mehr hören zu dürfen.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Essen wie die Tiere

Essen wie die Tiere – Ein Kinderkochbuch

Text und Illustration: Tanja Kirschner

Verlag: aracari

2016

 

Wer -wie ich gleich dreifach- mehr oder weniger leidvolle Erfahrungen mit essunlustigem Nachwuchs gemacht hat, wird bestätigen können, dass jedes Mittel umso mehr geschätzt und willkommen geheißen wird, welches die Lust an der gesunden Nahrungszufuhr zu steigern vermag.

Wenn das mit Hilfe eines Buches geschehen kann – umso besser!

„Essen wie die Tiere“ ist ein originelles Kochbuch für Kinder, welches das Interesse der kleinen wählerischen Feinschmecker über den Umweg des Studiums des Essverhaltens ihrer Lieblingstiere zu packen versucht.

So werden am Beispiel des Schimpansen, der gern Bananen und Termiten futtert, anhand von lustigen Zeichnungen dessen Bananenschältechniken und Werkzeuge der Nahrungsbeschaffung vorgestellt und deren Verarbeitung mittels leckeren Rezepten schmackhaft gemacht. Für die Lieblingsspeisen der Affen stehen Bananenpfannkuchen, Bananenmilchshake oder „Termiten am Stock“ (wobei als Termiten Schokostreusel herhalten müssen) zur Auswahl.

Wer es herzhafter mag, wird bei den Wildkaninchen und ihren Lieblingsspeisen Karotten und Löwenzahn mit den entsprechenden Rezepten für Karottenpuffer oder Löwenzahnsalat fündig.

Kleine Löwenliebhaber erfahren, wie der Löwe seine Beute fängt und bekommen daraufhin vielleicht Lust, mit Hilfe eines größeren Löwenfans einen Zebrakuchen zu backen.

Wer sich gern gruselt und Fledermausvampire mag, wird bestimmt von den blutigen Rote-Bete-Gnocchi begeistert sein.

13 verschiedenen Tieren werden auf diese Weise 27 Rezepte gegenübergestellt, die mit etwas Unterstützung leicht nachzukochen oder -backen sind.

Die festen Seiten sind abwischbar und werden mittels Spiralbindung zusammengehalten, was ihren Einsatz in der Küche praktikabel macht.

Neben der Vorstellung verschiedener Küchengeräte und Mengenangaben werden auch die Rezepte leicht verständlich und übersichtlich erklärt.

Kategorien verschiedener Schwierigkeitsgrade (supereinfach, ganz einfach, einfach, mittel und schwer) und Zeitangaben (von 5 Minuten bis zu einer Stunde Zubereitungszeit) erleichtern die Menüauswahl.

Mit diesem Buch macht allen Kindern- bisherigen Mäkelfritzen wie Essfreudigen- zuerst das Lesen, dann das Zubereiten und schließlich das Essen bestimmt einen Riesenspaß!

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Die Gärten von Monet – Ausmalbuch

Illustration: Marina Vandel

Text: Dominique Foufelle

Übersetzung aus dem Französischen: Gesa Michalschyk

Verlag: ars Edition

2016

 

Jung und Alt lassen sich faszinieren von den phantastischen impressionistischen Seerosenbildern von Claude Monet, die von seinen zauberhaften Gärten in Giverny inspiriert wurden.

Mehr als 80 Impressionen aus den weltberühmten Gärten sind in diesem einzigartigen Ausmalbuch versammelt. Ausmalbücher dieser Art gab es bereits im 18.Jahrhundert, wird  in der Einführung zum vorliegenden Heft erwähnt. Sie sollten zur Auseinandersetzung mit künstlerischen Techniken anregen und kognitive Fähigkeiten, von denen neben Schulung der Feinmotorik und Konzentration eine unverzichtbare die erforderliche Übung in Geduld ist, verbessern helfen.

Zunächst gilt es, sich für die meditative Versenkung ins Malen, welches außerordentlich beruhigend wirken und zugleich großen Spaß machen kann, einen geeigneten Arbeitsplatz einzurichten, wozu anleitende Tipps zu Materialien und Techniken gegeben werden.

Die Seiten aus hochwertigem festen Papier sind, was sich als sehr praktisch erweist, einzeln heraustrennbar und können mit verschiedenen Stiften oder mit Pinsel und Farben nach eigenen Vorstellungen bemalt werden.

Unzählige Pflanzen und Blumen, Teiche, Brücken, Stege,  Gartenhäuser und -accessoires in verschiedenen Perspektiven und Konstellationen sind zurückhaltend konturiert zeichnerisch vorgegeben und animieren auch Ungeübtere – Erwachsene wie Kinder- dazu, mit unterschiedlichen Materialien, Licht und Schatten, Formen und Farben zu experimentieren. Der eigenen Phantasie bleibt dabei erfreulicherweise noch ausreichend Raum. So können die Landschaften zu unterschiedlichen Tages- oder Jahreszeiten gemalt werden. Durch mögliches Hinzufügen  von kleinen Details wie Schmetterlingen, Insekten, Vögeln, besonderen Wolkenformationen oder auch Personen können zusätzliche individuelle Akzente gesetzt werden.

Auf diese Weise wird das Ausmalen zu einem meditativen Akt der Ruhe und des wohltuenden Eintauchens in überwältigend schöne Gartenlandschaften, die dem Malenden die Sicht und Empfindungen eines impressionistischen Künstlers wie Monet nahebringen.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Pünktchen feiert Geburtstag

Text: Dorothea Flechsig

Fotografie: Juliane Teuteberg

Verlag: Glückschuh Verlag

2016

 

Dorothea Flechsig, die eigentlich Tierforscherin werden wollte, sich nun jedoch reizende Tiergeschichten für Kinder ausdenkt, schrieb 2013 eine entzückende Geschichte über Pünktchen, das Küken mit dem weiß-rot-gepunkteten Halstuch, dessen bester Freund der kleine Junge Hugo mit einem ebensolchen Halstuch ist.

Als sich Pünktchen auf Entdeckungsreise begibt und dabei vielen Haus- und Hoftieren begegnet, gelangt es zu der beglückenden Erkenntnis, dass es bedingngslos geliebt wird, ohne etwas Nützliches als Gegenleistung erbringen zu müssen.

Inzwischen ist das niedliche Küken Pünktchen zu einer schmucken Henne herangewachsen und noch immer Hugos tierische Freundin. Weil Hugos Oma Geburtstag hat, wird zur Feier des Tages ein Kuchen gebacken und sogar Pünktchen darf dabei behilflich sein. Hugo überlegt sich, dass heute auch Pünktchens Geburtstag sein könnte und nimmt es im Bollerwagen samt Geburtstagskuchen mit auf den Weg zur Oma. Und bald gesellen sich zu dem Gespann noch Gans, Hund, Ziege, Pony und ein stattlicher Hahn hinzu, denn schließlich könnten auch sie alle heute Geburtstag haben. Nun wird gemeinsam Geburtstag gefeiert und der Kuchen geteilt. Hugos Oma stellt glücklich fest, dass das der schönste Geburtstag ist, den sie je hatte!

Mit liebevoll arrangierten Fotografien fängt Juliane Teuteberg die Szenerie der Handlung ein, an der sich ebenso kleine wie größere Kinder erfreuen können. Die Kleineren lernen dabei überdies verschiedene Bauernhoftiere kennen und können sich im Zählen üben.

Dass Glück sich mehr als verdoppelt, wenn man es teilt, wird in dieser herzerwärmenden und zeitlosen Tier- und Naturgeschichte auf schöne Weise deutlich.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Die Reise und Die Suche

Illustration: Aaron Becker

Verlag: Gerstenberg, 2015 und 2016

 

Phantastische Welten, die ohne Worte Geschichten erzählen, breiten sich in diesen beiden wunderschönen Bilderbüchern aus.

Auf dem Titelbild des ersten Bandes (Die Reise) steuert ein Mädchen, in einem roten Boot sitzend und mit diesem auf einem Fluss treibend, auf ein vieltürmiges schlossähnliches Bauwerk zu, dessen Tore einladend weit geöffnet sind. Was mag sich wohl im Inneren verbergen?

Die Bildergeschichte beginnt damit, dass dieses Mädchen betrübt zu sein scheint. Nachdenklich sitzt sie auf der Eingangstreppe eines Wohnhauses, ihr roter Roller lehnt am Treppengeländer. Alle Menschen, ob groß oder klein, sind beschäftigt; die Kontaktversuche des Mädchens laufen ins Leere. Grau in Grau erscheint ihr die Welt in ihrer Einsamkeit. Enttäuscht und gelangweilt zieht sie sich in ihr Zimmer zurück.

Doch dann … entdeckt das Mädchen einen roten Buntstift und Papierblätter am Boden. Sie beginnt zu zeichnen. Umrisse eines roten Tores werden sichtbar. Sie tritt ein …

Zögernd noch und zugleich neugierig, noch immer den roten Stift in der Hand haltend,  bestaunt sie die nun vor ihr liegende in Dämmerlicht getauchte Parklandschaft. Blaue Lampions verbreiten diffuses Licht. Ein Meer der Möglichkeiten, ein Bach, ein Steg. Als sie sich dem Wasser nähert, spiegelt sich ihre Silhouette und das Rot des Stiftes auf der Wasseroberfläche und beginnen, ihre Gedankenwelt zu erobern. Bäuchlings legt sich das Mädchen auf den Steg und zeichnet mit ihrem Stift ein rotes Boot. Sie steigt hinein und eine abenteuerliche Reise per Boot, Ballon oder fliegendem Teppich, in der es Gefahren zu überwinden gilt  und Überraschungen warten, beginnt …

Die im ersten Band begonnene Reise setzt sich im zweiten Band (Die Suche) mit nunmehr zwei Buchhelden, die von einem geheimnisvollen König eine Schatzkarte voller Rätsel erhalten, in einem zauberhaften Bildermärchen fort.

Die Reise durch die der Phantasie entsprungenen Bildlandschaften, in denen sich bei jedem  Betrachten neue, bisher unentdeckte Details zu eröffnen scheinen, folgen einer spannenden Dramaturgie, die dennoch Deutungsmöglichkeiten des Betrachters zulässt und gestalterische Ideen entfacht.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Löwen zählen

Text: Katie Cotton

Illustration: Stephen Walton

Verlag: Freies Geistesleben

2016

 

Dieser großformatige Bildband ist in mehrfacher Hinsicht ein Erlebnis. Uns begegnen darin aus nächster Nähe verschiedene Tierarten; teils von Angesicht zu Angesicht als Porträt, teils in ihren Beziehungen innerhalb einer Gruppe von Artgenossen. Besonders faszinierend ist diese Begegnung im Wissen, dass es sich nicht -wie beim ersten Anschein vielleicht zu vermuten wäre- um Fotografien handelt, sondern um erstaunlich präzise Kohlezeichnungen von Stephen Walton, die dem Betrachter umso mehr dadurch, dass die porträtierten Tiere weitgehend aus dem Kontext ihres natürlichen Lebensraumes genommen und stattdessen überwiegend vor reinweißem Hintergrund gezeigt und damit auf die Essenz ihres Wesens fokussiert werden, spürbar in deren Innerstes, in die Seele des Tieres blicken lassen. Das berührt unmittelbar und geht mehr als jede noch so gute Fotografie unter die Haut – wahrscheinlich deshalb, weil die innere Beteiligung des Künstlers beim Zeichnen dieser Tiere auf erstaunliche Weise für den Betrachter nachvollziehbar wird.

Eine zweite Bedeutungsebene ist, dass wir uns nicht nur von diesen phantastisch gezeichneten Tieren unmittelbar beeindrucken lassen, sondern sie auch zählen sollen: ein Löwe, zwei Gorillas, drei Giraffen, vier Tiger, fünf Elefanten, sechs äthiopische Wölfe, sieben Pinguine, acht Schildkröten, neun Aras, zehn Zebras. Mit dem Zählen vergegenwärtigen wir uns die traurige Tatsache, dass einige dieser Tierarten in ihrem Fortbestand stark gefährdet sind und dass es sie möglicherweise in einiger Zeit unwiederbringlich nicht mehr geben könnte. Darauf geht Virginia McKenna, die berühmt wurde durch ihre Filmrolle der Joy Adamson im Klassiker „Frei geboren – die Königin der Wildnis“ von 1966, mit eindringlichen Worten in ihrem Vorwort zum Buch ein.

Die kontrastierend zu den schwarz-weißen Tierporträts in warmen Rottönen abgedruckten Gedanken und Assoziationen der Autorin Katie Cotton zur jeweiligen Tierart begleiten und unterstreichen in poetischer Weise die künstlerische Bildaussage.

Am Buchende finden sich zusätzliche interessante Informationen zu den vorgestellten Tieren und deren Gefährdungsstatus sowie weiterführende Internetadressen.

„Tiere zählen“ ist ein wunderschönes Buch für Kinder und Erwachsene, das uns die Achtung vor dem Tier auf besonders berührende Weise nahebringt und in dem man immer wieder blättern, schauen und staunen kann.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Die schönsten Kinderspiele aus aller Welt

Text: Nicola Berger

Illustration: Ina Worms

2015

Informationen zum Projekt: http://www.miteinanderfueruganda.de

 

Überall in der Welt, selbst unter schwierigen Bedingungen, finden Kinder zusammen, um miteinander Spaß zu haben und zu spielen. Wenn sie dabei ohne teures Zubehör auskommen müssen, ist umso mehr Phantasie und Erfindungsreichtum gefragt. Dann ist das Spielfeld oft die Natur selbst und ihre Materialien wie Steine, Nüsse, Früchte oder Samen liefern die Spielfiguren.

Die in diesem beachtenswerten Buchprojekt vorgestellten 22 Kinderspiele aus aller Welt ergeben eine inspirierende Sammlung von Spielen, für die nur wenige oder keine Materialien benötigt und die meist im Freien gespielt werden.

In einem Vorwort von Anja Mecking, der Vorsitzenden des Vereins „Miteinander für Uganda e.V.“, wird darauf eingegangen, unter welchen schwierigen Bedingungen Kinder in Uganda ihren Alltag meistern und dennoch die Freude am Spielen nicht verlieren. Meckings Hilfsorganisation bemüht sich, die Lebensbedingungen dieser Kinder zu verbessern, wozu auch der Erlös dieses Buches, mit dem die St. George´s Grundschule in der Region Kisoro im Südwesten Ugandas unterstützt werden soll, beitragen kann.

Das Buch wurde aufwändig und liebevoll gestaltet. Je eine Doppelseite widmet sich einem bestimmten Land wie beispielsweise Uganda, Tansania, Marokko oder Indien. Mit dem Klassiker „Räuber und Gendarm“ ist auch ein deutsches Spiel vertreten. Neben einer geographischen Karte, in der das betreffende Land auf dem entsprechenden Kontinent markiert ist, wird Wissenswertes und Interessantes über die Landeskunde zusammengefasst, bevor je ein landestypisches Kinderspiel ausführlich vorgestellt wird.

So spielen die Kinder in Lesotho gern „Dithwai“, wofür 2-8 Mitspieler sowie Sand und Steine benötigt werden. „Herr Tanaka“ wird ein japanisches Spiel genannt, welches ganz ohne zusätzliche Materialien auskommt. Für das finnische Spiel „Porrashippa“benötigt man lediglich eine Treppe und in Australien spielen die Kinder gern ein Spiel mit Kokosnüssen.

Die verschiedenen Spielabläufe werden leicht verständlich  beschrieben und mit zusätzlich erklärenden farbigen Illustrationen verdeutlicht. Phantasievolle graphische Elemente geben jeder Spieleanleitung einen ansprechenden und individuellen Rahmen.

Mit dem Erwerb dieses empfehlenswerten internationalen Spiele-Buches erhalten Kinder und Eltern viele neue, schöne und unkomplizierte Anregungen zum gemeinsamen Spiel, erweitern geographisches und kulturelles Wissen und können zusätzlich noch Gutes tun, indem sie zur Realisierung eines unterstützenswerten Projekts beitragen.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Willkommen

Illustratoren:

Judith Drews, Nina Dulleck, Marion Elitez, Kristina Fransbach, Betina Gotzen-Beek, Franziska Harvey, Nikolaus Heidelbach, Günther Jakobs, Regina Kehn, Lilli L´Aronge, Paul Maar, Stephan Pricken, Barbara Scholz, Tina Schulte, Markus Spang, Annabelle von Sperber, Alexander Steffensmeier, Michael Vogt, Matthias Weinert, Patrick Wirbeleit

Verlag:

S.Fischer Verlag

2015

 

Eine wirklich schöne Idee: Bilder zum Entdecken, Staunen, Lernen und Lachen, honorarfrei zur Verfügung gestellt von 20 bekannten deutschen Kinderbuchillustratoren, werden in einem 48seitigen Büchlein zusammengefasst, um zu uns geflüchteten Kindern eine Freude zu machen und sie mit diesem Geschenk in unserer Mitte willkommen zu heißen. 5000 Exemplare dieses Büchleins wurden vom Fischerverlag bereitgestellt, um sie über verschiedene Hilfsorganisationen kostenlos Flüchtlingskindern zu überreichen.

„Willkommen“ ist in vielen Sprachen auf der von Judith Drews gestalteten Titelseite zu lesen. Freundlich winkt ein sommersprossiges Mädchen mit lustigen rot-weißen Ringelstrümpfen einem ein wenig unsicher schauenden schwarzgelockten Jungen, der einen Rucksack mit sich trägt,  zu.

Die einladende Symbolik weckt Erwartungen beim Betrachter, die sich im Buch nur teilweise erfüllen. Jede der überwiegend doppelseitigen Bildgeschichten gibt vielerlei Anlässe zum gemeinsamen Schauen und Entdecken und hat gewiss -für sich genommen- ihren eigenen Reiz, doch fehlt meines Erachtens insgesamt das verbindende Element, der rote Faden. Mehr und mehr drängt sich mir die Frage auf, was der jeweilige Illustrator der besonderen Zielgruppe, den Flüchtlingskindern, eigentlich genau damit sagen möchte. Ohne Zweifel, auch diese Kinder werden Spaß an lustigen Begebenheiten wie der sich in einer Hängematte verheddernden Kuh (unserem Auge vertraut aus den beliebten Lieselotte-Bilderbüchern von Alexander Steffensmeier) haben. Oder sie werden vielleicht schmunzeln über eine verrückte Wimmel-Welt, in der sich Oktopusse im Kinderwagen spazierenfahren lassen, Teddybären mit Hut auf Nashörnern reiten, die auf Hausdächern bebrillten Hirschen begegnen oder Fische ein Rauchwolken-Schaumbad auf Schornsteinen nehmen. Das ist gut gemeint und lustig, aber auch irgendwie unadressiert, ja fast beliebig, wenn man sich die Vorstellung vergegenwärtigt, was zu großen Teilen traumatisierte Kinder, die sich mit einer völlig neuen Umgebung auseinandersetzen müssen, in erster Linie brauchen: Stabilität, Hilfe zur Orientierung und ein Gefühl der Sicherheit. Genau deshalb wäre etwas weniger Surrealismus hier bestimmt hilfreicher gewesen.

Überzeugender in diesem Sinne und auch im Sinne eines Willkommens-Buches sind dann auch eher jene Seiten verschiedener Illustratoren (so Franziska Harvey oder Regina Kehn), die sich mit Begriffserklärungen zu Zeichnungen alltäglicher Dinge oder Begebenheiten befassen oder in betont ruhige, phantasievolle Traumwelten entführen, wie sie zum Beispiel der Traum-Baum von Tina Schulte zeigt.

Schade, dass insofern viel der ursprünglichen Buchidee innewohnendes Potential ungenutzt geblieben ist. So ist in der zusammenfassenden Betrachtung das Büchlein  eine nette Willkommensgeste – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Hanna Nebe-Rector

http://www.MALKASTL.de

 

 

 

 

Merkur, Mond und Milchstraße

Titel: Merkur, Mond und Milchstraße – Auf Entdeckungsreise im All

Autor: Chang-hoon Jung

Illustration: Min-o Choi

Übersetzung aus dem Koreanischen: Mina Arnoldi

Verlag: Gerstenberg

2016

 

Eine abenteuerliche Entdeckungsreise durch unser Sonnensystem beginnt in diesem spannend erzählten Bilder- und Sachbuch für Kinder mit der Frage, wo in den Weiten des Weltalls wir Menschen denn leben könnten, wenn wir irgendwann einmal von unserem Planeten Erde wegziehen müssten.

Könnten uns Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus oder Neptun geeignete Lebensräume bieten? Jeder dieser Planeten, mit denen die Erde gemeinsam die Sonne umkreist, wird in Wort und Bild auf je einer Doppelseite vorgestellt. Auf dem Einen fehlen uns Wasser und die Luft zum Atmen, der Andere ist ziemlich heiß, der Nächste viel zu kalt oder es herrschen unglaubliche Druckverhältnisse …

Die jeweiligen Gegebenheiten werden durch Zeichnungen, in denen ein professorales, ein wenig verwirrt anmutendes Männchen vom Typ „verrückter Wissenschaftler“ und zwei Kinder in Astronautenanzügen, gemeinsam in einer einem Smoothie-to-go-Becher nicht unähnlichen Raumkapsel von Planet zu Planet schwebend und sich den unterschiedlichsten -allesamt eher unwirtlichen- Gefilden stellend, auf sehr lustige Weise veranschaulicht.

Nachdem sich die gemeinsam erkundeten Planeten als für einen Umzug ungeeignet erweisen, gilt es nun, weiter zu suchen, wozu sich Kinder -je nach Naturell auf wissenschaftlichere oder phantasievollere Weise- durch die interessante Lektüre, eine überaus gelungene Symbiose von Bilder und Sachbuch, ausgesprochen ermuntert fühlen werden.

Was trotz des Spaßes an der hypothethischen Umzugsvorstellung jedoch vor allem gilt, wird ebenso deutlich gemacht: dass unsere wichtigste Aufgabe darin bestehen muss, unseren Planeten bewohnbar zu erhalten – ein Thema, für das Kinder sehr offen und zu begeistern sind.

Hanna Nebe-Rector

http://www.MALKASTL.de

… und hier sind die vom Buch inspirierten Bilder unserer MALKASTL-Kindermalgruppe zu sehen: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1029463153758561.1073742000.277116992326518&type=3