Die Reise und Die Suche

Illustration: Aaron Becker

Verlag: Gerstenberg, 2015 und 2016

 

Phantastische Welten, die ohne Worte Geschichten erzählen, breiten sich in diesen beiden wunderschönen Bilderbüchern aus.

Auf dem Titelbild des ersten Bandes (Die Reise) steuert ein Mädchen, in einem roten Boot sitzend und mit diesem auf einem Fluss treibend, auf ein vieltürmiges schlossähnliches Bauwerk zu, dessen Tore einladend weit geöffnet sind. Was mag sich wohl im Inneren verbergen?

Die Bildergeschichte beginnt damit, dass dieses Mädchen betrübt zu sein scheint. Nachdenklich sitzt sie auf der Eingangstreppe eines Wohnhauses, ihr roter Roller lehnt am Treppengeländer. Alle Menschen, ob groß oder klein, sind beschäftigt; die Kontaktversuche des Mädchens laufen ins Leere. Grau in Grau erscheint ihr die Welt in ihrer Einsamkeit. Enttäuscht und gelangweilt zieht sie sich in ihr Zimmer zurück.

Doch dann … entdeckt das Mädchen einen roten Buntstift und Papierblätter am Boden. Sie beginnt zu zeichnen. Umrisse eines roten Tores werden sichtbar. Sie tritt ein …

Zögernd noch und zugleich neugierig, noch immer den roten Stift in der Hand haltend,  bestaunt sie die nun vor ihr liegende in Dämmerlicht getauchte Parklandschaft. Blaue Lampions verbreiten diffuses Licht. Ein Meer der Möglichkeiten, ein Bach, ein Steg. Als sie sich dem Wasser nähert, spiegelt sich ihre Silhouette und das Rot des Stiftes auf der Wasseroberfläche und beginnen, ihre Gedankenwelt zu erobern. Bäuchlings legt sich das Mädchen auf den Steg und zeichnet mit ihrem Stift ein rotes Boot. Sie steigt hinein und eine abenteuerliche Reise per Boot, Ballon oder fliegendem Teppich, in der es Gefahren zu überwinden gilt  und Überraschungen warten, beginnt …

Die im ersten Band begonnene Reise setzt sich im zweiten Band (Die Suche) mit nunmehr zwei Buchhelden, die von einem geheimnisvollen König eine Schatzkarte voller Rätsel erhalten, in einem zauberhaften Bildermärchen fort.

Die Reise durch die der Phantasie entsprungenen Bildlandschaften, in denen sich bei jedem  Betrachten neue, bisher unentdeckte Details zu eröffnen scheinen, folgen einer spannenden Dramaturgie, die dennoch Deutungsmöglichkeiten des Betrachters zulässt und gestalterische Ideen entfacht.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

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