Omas Haus

Text und Illustration: Alice Melvin

Übersetzung aus dem Englischen: Susanne Weber

Verlag: Antje Kunstmann, 2016

 

Alten Häusern wohnt ein besonderer Zauber inne. So Vieles lässt sich dort entdecken!

Sie erzählen Geschichten aus längst vergangener Zeit, spiegeln die Lebensart und Gewohnheiten ihrer Bewohner.

Alice Melvin, die als Designerin, Illustratorin und Autorin preisgekrönter Bilderbücher        („Emma kauft ein“, 2015 ebenfalls bei Kunstmann erschienen, wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet) in Edinburgh lebt, beschreibt in einem Nachwort die Entstehungsgeschichte dieses wunderschönen Bilderbuches, welchem die Erinnerungen an das Haus ihrer Oma zugrundeliegen. Es sind die besonderen kleinen liebgewonnenen Dinge wie das Milchkännchen in Kuhform, in dem immer Milch für die Enkeltochter bereitstand, welche sich in der Erinnerung mit der empfundenen Andersartigkeit und Geborgenheit im Haus der geliebten Großmutter verbinden.

Der unschätzbare Wert dieser Erfahrungen wird mit der liebevollen, optisch und haptisch außerordentlich ansprechenden und aufwändigen Buchgestaltung entsprechend gewürdigt.

Ganz in Gedanken versunken, vielleicht in Erinnerungen schwelgend, scheint das bäuchlings auf dem Boden liegende und einen Globus betrachtende kleine Mädchen auf dem Titelbild mit Schutzumschlag zu sein; umgeben von all den sonderbar schönen Dingen in Omas Haus: die gusseiserne Badewanne mit Schnörkelfüßen, in der sie vielleicht schon badete, während ihr begleitet vom beruhigenden Ticken der Standuhr die im Blumenpolster-Lesesessel sitzende Oma  Geschichten von früher vorlas …

All diese vielen kleinen Dinge, an die sich ihre Erinnerungen knüpfen, versammeln sich wie in einem alten Tapetendekor mit allerlei Utensilien wie Kreisel, Teddy oder Teekanne -passend ganz altmodisch mit einem Feld zum Eintragen des Buchbesitzernamens versehen- auf dem Vorsatzpapier.

Mit detailreichen Illustrationen und beschreibenden kurzen Versen begleitet das Buch den Leser und Betrachter auf einer Entdeckungsreise durch das weitverzweigte Haus der Oma, welches die kleine Buchheldin nach der Schule besucht. Von Zimmer zu Zimmer, jedes ganz anders als das voherige, und mit steigender Spannung, welche durch Ausstanzungen und zum Teil mehrfach aufklappbare Buchseiten noch vervielfacht wird, folgt dieser dem Kind bis hinauf zum geheimnisvollen Dachboden, wo wiederum die Erinnerungen der Oma selbst in Form ihres eigenen Kinderspielzeugs konserviert sind. Schließlich entdeckt die Heldin ihre Oma dann hinter dem Haus im Garten, wo bereits ein festlich gedeckter Tisch und eine liebevolle Umarmung auf sie wartet. Hier wird offenbar gleich etwas Besonderes gefeiert…

… ebenso ein Fest für die Sinne ist dieses wunderschöne, pure Lebensfreude ausstrahlende warmherzige Bilderbuch und gleichzeitig eine Liebeserklärung an alle Omas dieser Welt.

Hanna Nebe-Rector. http://www.MALKASTL.de

 

 

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