Das Stinktier

Text: Mac Barnett

Illustration: Patrick McDonnell

Übersetzung aus dem Amerikanischen: Barbara Küper

Verlag: Tulipan, 2016

 

Stinktiere zählen vermutlich nicht zu den beliebtesten Buchhelden. Völlig zu Unrecht!

Von der Begegnung mit einem besonders goldigen und reichlich hartnäckigen Exemplar dieser Art erzählt aus der Sicht eines korrekt anmutenden Herrn mittleren Alters eine ebenso liebenswerte wie amüsante Comicgeschichte der mehrfach ausgezeichneten N-Y-T-Bilderbuch- Bestseller- Autoren/Illustratoren MacBarnett und PatrickMcDonnell.

Eines Tages sitzt aus unerfindlichen Gründen ein Stinktier vor der Haustür jenes Herrn mit Frack und roter Fliege, der aus der Zeit gefallen zu scheint und blickt diesen recht zutraulich und erwartungsvoll an. Der verdutzte Herr scheint etwas ratlos angesichts des unüblichen wie unerwarteten Gastes. Als jedoch das Stinktier ihn mit stoischer Beharrlichkeit auf Schritt und Tritt – ins Cafe´, durch die Stadt, auf den Rummelplatz, in die Oper … – zu verfolgen beginnt, findet er das höchst seltsam, wenn nicht gar lächerlich. Zunehmend ergreift den Herrn eine gewisse Panik, so dass er versucht, den lästigen Verfolger abzuschütteln, was ihm mit großem Aufwand nach anfänglichen Misserfolgen schließlich gelingt.

Doch die erhoffte Erleichterung -zunächst noch mit einer üppigen Party freudig gefeiert- stellt sich auf Dauer nicht ein. Im Gegenteil – immer öfter drängen sich dem Herrn Gedanken an das Stinktier auf. Fast lässt sich vermuten, dass es ihm tatsächlich zu fehlen beginne. Nun ist er es, der das Stinktier verfolgt …

Wunderbar harmoniert der knapp gehaltene, „very british“ anmutende Text mit den überwiegend in Schwarz, Weiß und Rot (korrespondierend zu Frack, weißem Hemd und roter Fliege des Herrn das schwarz-weiß-gestreifte putzige Tierchen mit überdimensionaler roter Knollennase) gezeichneten witzig-hintergründigen Comics, die dem Leser/Betrachter in herzerwärmender Weise so manche Abgründe und Stolpersteine der menschlichen Psyche bildhaft vor Augen führen, worüber sich trefflich philosophieren lässt.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

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