Archiv für den Monat Juli 2016

Stell dir vor …

Text/Illustration: Norman Messenger

Übersetzung aus dem Englischen: Matthias Hackemann

Verlag: Gerstenberg, 2016

http://www.gerstenberg-verlag.de

 

Stell dir vor, es gäbe ein Buch voller Wunder!

Dieses hätte anstelle eines Schutzumschlages eine Manschette, hinter der sich ein gut ge(be-)hütetes Geheimnis verbirgt: Eine feine Dame mit opulentem Hut, die sich vornehm ein kleines Stück Kuchen zum Munde führt, würde sich nach dem Lüften der Manschette -und damit des Hutes- als überaus … nun ja, gefräßig entpuppen.

Die Seiten dieses Buches wären voller geheimnisvoller Bilder, Zeichen, kniffliger bis seltsamer Fragen und philosophischer Rätsel, die es zu entdecken und entschlüsseln gälte: phantastische, sich mittels raffinierter Klapptechnik ständig verändernde Tier-Hybride, Menschenköpfe, die du durch eine Drehscheibe verwandeln kannst, freundliche Gesichter, die du beim Auseinanderfalten zu grimmigen werden lassen kannst, verwunschene Wälder, in denen sich magische Wesen verstecken, bizarre Wolkengebilde, die deine Phantasie entfachen …

Stell dir vor … dieses Buch gibt es wirklich! Der Bilderbuchkünstler Norman Messenger hat skurrile und phantastische Ideen, die zum Staunen, Denken, Raten und Weiterspinnen in Form eigener Gedanken- oder Malspiele einladen, in Buchform gebracht – eine unterhaltsame Bilderreise, die Kleine wie Große in ihren Bann zieht, kann beginnen!

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

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Das Mondmädchen

Text: Mehrnousch Zaeri-Esfahani

Illustration: Mehrdad Zaeri

Verlag: Knesebeck, 2016

http://www.knesebeck-verlag.de

 

Samtig liegt das Buch der aus dem iranischen Isfahan stammenden Autorin, dessen Cover in Schwarz-, Weiß- und Grauabstufungen mit silberner Schriftprägung des Titels gestaltet wurde, in den Händen, wie eine kleine Kostbarkeit. Zartweiße Pusteblumen-Schirmchen schweben über das graue Vorsatzpapier. Eine ebenso zarte und berührende Geschichte erzählt „Das Mondmädchen“ auf folgenden 145 Seiten, die von zauberhaften Illustrationen von Mehrdad Zaeri begleitet wird. Es ist die Geschichte einer Flucht. Einer Flucht, wie sie auch die Autorin selbst als Kind erlebt hat und verarbeiten musste.

Die glückliche Kindheit eines verträumten kleinen Mädchens, Mahtab, die ihre Zeit am liebsten im wunderschönen Rosengarten der Mutter verbringt und sich dort um ihre geliebten Katzen kümmert, wird jäh unterbrochen, weil die „Blutrote“, eine Verkörperung des Bösen und des Terrors, die Macht übernommen hat und sich Mahtabs Familie genötigt sieht, zu flüchten. Eine endlos erscheinende Reise vom Morgen- ins Abendland und damit eine Zeit der Unsicherheit und der Angst beginnt. Das Land Athabasca aber, jener geheimnisvolle Ort, wohin Mahtab immer wieder in ihren Träumen reist, gibt dem Mädchen Halt und Hoffnung. Mit Hilfe der guten Fee Pari und den Schwänen Ipamen und Gugu entflieht sie der Verzweiflung und kann von der in Athabasca geschöpften Kraft auch ihrer Familie neue Zuversicht vermitteln.

„Das Mondmädchen“ ist ein zutiefst menschliches Buch, eine sprudelnde Quelle der Hoffnung!

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de