Giesbert in der Regentonne

Text und Illustrationen: Daniela Drescher

Verlag: Urachhaus

Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus, 2016

 

Giesbert ist ein ausgesprochen liebenswerter Regenrinnenwicht, der eines Tages bei Starkregen in die Regentonne gespült wurde und sich seither dort häuslich niedergelassen hat und dessen Lieblingsspeise Schnittlauchbrot ist. Leidenschaftlich frönt Giesbert dem Flötenspiel und der Dichtkunst und beeindruckt damit die zahlreichen Mitbewohner seines Biotops, des Gartens der Ich-Erzählerin, hinter der die Autorin, die mit Zurückhaltung im Hintergrund der Handlung bleibt, zu vermuten ist.

Nach anfänglicher Skepsis gewinnt Giesbert sogar die Zuneigung des brummigen alten Katers Munz, nachdem er diesen mit vollem Körpereinsatz aus der Regentonne, in die der Kater -nicht ganz ohne Giesberts Schuld- zuvor hineingeplumpst war, gezogen und ihm damit das Leben gerettet hat. Doch dem lebenslustigen, stets zu Scherzen aufgelegten und stets hilfsbereiten Wicht kann man nicht lange böse sein. Auch die anderen Gartenbewohner und -besucher wie Rotkehlchen, Waschbär, Schnecken, Mäuse, Igel, Laufente, Bienen, Frösche, Eichhörnchen und Schmetterlinge können gar nicht anders, als den freundlichen Giesbert in ihr Herz zu schließen (Dem Leser geht es wohl ebenso …).

Gemeinsam mit ihnen erlebt Giesbert im Lauf der verschiedenen Jahreszeiten spannende Garten- und Hausabenteuer. Dabei begegnet er auch noch weiteren liebenswert-kauzigen Gestalten wie Holundergeist, Kraut-, Knoblauch-, Kürbis- und Klettenwicht sowie dem mürrischen Hauswicht Herrn Schnur, die Giesberts Treiben mehr oder weniger distanziert betrachten, kommentieren oder helfend ins Geschehen eingreifen. Giesbert veranstaltet ein Schneckenrennen, verliebt sich in die Elfe Gisela und schließt Freundschaft mit der Goldfischdame Molly. Den kalten Winter verbringt Giesbert schaumbegeistert in der Badewanne des Hauses und sorgt damit für einiges Durcheinander.

Es ist eine wohltuende Freude – für Vorleser wie Leser und Betrachter- , Giesberts Abenteuern in Wort und Bild zu folgen. Zuweilen irritiert ein wenig die nicht ganz eindeutige Erzählperspektive, doch tut das dem Lesegenuss, der sich vor allem aus den warmherzig erzählten, wie aus der Zeit gefallenen kurzen Geschichten und detailreichen, liebevoll und farbenfroh gezeichneten Bildern speist, keinen Abbruch. Vielmehr sind die Geschichten um Giesbert und seine Freunde wie Balsam für die Seele in einer zuweilen verstörenden Welt.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

 

 

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