Professor Murkes streng geheimes Lexikon der ausgestorbenen Tiere, die es nie gab

Text: Andrea Schomburg

Illustration: Dorothee Mahnkopf

Verlag: Tulipan, 2016

 

Nein, man sollte man es  nicht tun: in geheime Tagebücher schauen.Eigentlich.

Andererseits: wer sich immer daran hält, könnte hier echt was verpassen. In dieses geheime professorale Tagebuch zu schauen und in dessen phantastische Wunderwelten einzutauchen, ist nämlich ein  ziemlich großes Vergnügen!

Professor Murke führt für sich und insbesondere seinen Enkel Jonas ein streng geheimes „wissenschaftliches“ Tagebuch, damit dieser (… und zu unserem großen Glück auch wir als Leser, Vorleser und Betrachter!) an seinen Forschungsreisen in die Vergangenheit mit einer besonderen Zeitmaschine -dem Tempomobil,  in welches leider nur eine Person hineinpasst- teilhaben kann. Phantastische, lustige, niedliche, skurrile oder furchterregende  Kreaturen wie doppelköpfige Schweinehunde, Flugschaufelhirsche, Kapuzentiere, Krokandile, Saugnapffrösche, Schreckschleicher, Tausendschläfer oder Zeppelifanten kreuzen dabei seinen Weg durch vergangene Erdzeitalter, die seltsame Namen tragen wie Nebulosum, Glukosäum oder Somnizäum und deren zeitliche Entfernung in Chronomeilen errechnet wird.

Zuerst geht Professor Murkes Reise in die sogenannte Nebelzeit, das Nebulosum, jene Zeit, in der die Welt noch ganz vom Urzeitmeer bedeckt ist, über dem unzählige amorphe Nebelwesen tanzen und Schabernack treiben. Im Glukosäum, der Zuckerzeit, versinken wir lesend und staunend in karamellsüßen Gebirgen und riesigen Lolli-Wäldern, dort, wo die Zuckerschlecken Zuflucht vor gefährlichen Krokandilen finden. Aus der Buntkreidezeit, dem Craidizäum, wird ein kreidebuntes wie dramatisches Kreidepferdchen-Reiter-Gedicht überliefert, bevor die abenteuerliche und aufregende Reise weitergeht mit Ausflügen ins Fazilium, Abyssium, Tempostäum, Gelatinäum, Hybridium und Duelläum (wo erbittert gestritten wird, jedoch glücklicherweise das herzallerliebste Lapislazulilieb für Ausgleich sorgt) und letztendlich im Somnizäum, der Schlaf- und Schlummerzeit, -vorerst- geruhsam endet und den Leser mühelos in eigene Phantasie-und Traumwelten gleiten lässt.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

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