Mach dieses Buch fertig immer und überall

Text  und Illustration: Keri Smith

Übersetzung: Heike Bräutigam und Julia Solz

Verlag: Antje Kunstmann, 2016

 

Der unmissverständlichen wie doppelsinnigen Aufforderung, dieses Buch fertigzumachen, kann dank der handlichen, nur 10×16 cm messenden Kleinformatausgabe, nun endlich auch immer und überall Folge geleistet werden!

Es passt wie ein kleines Notizbuch in jede Jacken- oder Handtasche, um es je nach Belieben -auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit, auf Reisen, beim ziellosen Bummeln, beim Wandern oder wo auch immer- zur Hand nehmen zu können und seine Seiten mit individuellem Sinn oder Unsinn zu füllen.

Mit dem Eintragen des eigenen Namens in mehreren Versionen wie weiß, blass, unleserlich, winzig, groß oder rückwärts kann das vergnügliche und (selbst-)bewusstseinserweiternde Abenteuer beginnen, sollte der der anfängliche Warnhinweis zu den mit seinem Gebrauch einhergehenden Gefahren und Nebenwirkungen wie etwa Nässe, Schmutz, Farbkleckse oder gar Wesens- und Lebensspannungsveränderungen leichtsinnigerweise bagatellisiert oder missachtet werden.

Als kleine Auflockerungsübung und zum Verschaffen eines ersten Überblicks über die den Benutzer erwartenden Aufgaben dürfen -do it yourself- alle Seitenzahlen eingetragen werden, je nach Beginn der Zählung sind das mindestens 140. Dabei lässt die wunderbar unhierarchische Aufstellung der benötigten Materialien wie unter anderem Geistesblitze, Klebstoff, Spucke, Müll, Farbe, Tränen, Bindfaden, Überraschungen, Kaffee, Gefühle, Schere, Zufall und Grips eine Ahnung aufkommen, in welche Richtung das Konzept gehen will und kann.

Die diffuse Erwartung konkretisiert sich beim Studium der künftigen Beschäftigungmöglichkeiten, die mit mehr oder weniger scheinbar obskuren Vorschlägen wie Fahrpläne abzumalen, Buchseiten mit spitzen Gegenständen zu malträtieren oder nach vorherigem Bekritzeln zu fluten, Seiten herauszureißen und sie anderen in die Taschen zu stecken, Straßennamen zu sammeln, Linien zu ziehen, Gerüche und klebriges Zeug einzufangen und im Buch festzuhalten sowie immer wieder mit eingestreuten Aufforderungen, über eigene Fertigmachmethoden nachzudenken und diese nachweislich mit Datum und Unterschrift zu dokumentieren zu einem stetig wachsenden Sammelsurium persönlicher Befindlichkeiten werden könnten. – Das mutet seltsam an. Ist es auch. Oder doch nicht? Vielleicht ist das unscheinbare Büchlein ein hochwirksames Medikament mit unerwarteten Nebenwirkungen, die erstaunliche kreative Energien freisetzen und den Konsumenten desselben von sich selbst überraschen lassen? – Einfach mal ausprobieren!

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

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