Federflüstern

Autorin: Holly-Jane Rahlens

Verlag: Rowohlt Rotfuchs

Nach ihrem Roman „Blätterrauschen“, in welchem die Teenager Rosa, Iris und Oliver unfreiwillig eine Zeitreise in die Zukunft unternehmen, führt die Autorin ihre sympathischen Buchhelden nun in die Vergangenheit.

Gemeinsam mit ihrer neuen Begleiterin Lucia, einer Zeitreisenden aus der Zukunft, hat die Jugendlichen ein verhängnisvolles Versehen ins bitterkalte Berlin des Jahres 1891 katapultiert, wo sie sich nun durchschlagen müssen, bis sie ein sogenannter Scout aufspürt, der sie wieder in ihre Zeit und ihr Zuhause befördern könnte. Doch mit der Datenübertragung will es nicht so recht klappen, so dass sie zunehmend befürchten, für immer im 19.Jahrhundert bleiben zu müssen. In der Hoffnung, dass der berühmte  Mark Twain, der zu dieser Zeit in Berlin lebt, dem Quartett in irgendeiner Weise helfen kann, suchen sie diesen und finden ihn schließlich auch. Der Schriftsteller gibt den vier Zeitreisenden vorübergehend Obdach, hört mit einer Mischung aus Unglauben und Faszination ihren abenteuerlichen Erzählungen zu und versucht nach seinen ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu helfen.

Plötzlich taucht der seltsam aufgeblasene Junior-Junior, Sohn von Rirkrit Sriwanichpoom, welcher im Vorgängerroman „Blätterrauschen“ eine Rolle spielte, auf. Was führt er nur im Schilde? Wird es gelingen, einen Ausweg aus der verzwickten Lage zu finden? Die Zeit drängt, denn bald geht auch das Chronotonin, ein Mittel zur Bekämpfung des sogenannten Zeitlag, bei dem man zunehmend müder und schwächer wird, zur Neige. Zu allem Ungemach ist auch noch die Polizei hinter ihnen her, und die ist in besagter Zeit nicht gerade zimperlich mit über Zwölfjährigen …

Es ist bestimmt nicht zwingend notwendig, den Vorgängerroman zu kennen, um an dessen Nachfolger ausreichend Lesefreude zu haben, zumal es am Ende des Buches eine Zusammenfassung der Geschehnisse aus dem ersten Teil gibt, dennoch aber empfehlenswert, denn beide Teile sind ziemlich spannend zu lesen, so dass -im übertragenen Sinne des Titels des ersten Bandes- die Buchblätter nur so rauschen. Der Sinngehalt des Titels „Federflüstern“ erschließt sich im ebenso betitelten 33.Kapitel des Buches, welches insgesamt 36 Kapitel, die sich auf 348 Seiten verteilen, zählt.

Bemerkenswert ist noch das gelungene Titelbild, das eine der Handlungszeit entsprechende Ladenfront, hinter deren Scheibe vier Jugendliche in Kleidern des 19. Jahrhunderts stehen, ein Porträtbild Mark Twains und weitere Episoden der Handlung zeigt, stilistisch dem von „Blätterrauschen“ entspricht und jenes Titelbild wiederum Teil des neuen Covers wird – eine interessante gestalterische Idee.

Das Lesen der beiden Romane, in dem man sich hautnah in eine andere Zeit begibt und mit den Buchhelden immer wieder bangt und hofft, ist von Anfang bis Ende ein spannungsgeladenes Erlebnis.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

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