Der Drache mit den sieben Köpfen

Der Drache mit den sieben Köpfen

Geschichten zu Michaeli, Sankt Martin und Nikolaus

Herausgeber: Ineke Verschuren

Illustrationen im Buch: Robert Heunick

Coverillustration: Sanne Dufft

Verlag: Urachhaus, 2016

 

Mit der kühleren Jahreszeit, insbesondere um Michaeli, Sankt Martin und Nikolaus, begann in prädigitalen Zeiten sich so manche Familie traditionell in gemütlicher Runde um den Kamin zu versammeln, um sich gegenseitig Geschichten, vor allem Märchen, vorzulesen. Dieses schöne Ritual, welches Geborgenheit vermitteln, den familiären Zusammenhalt stärken und Anlass für weiterführende Gespräche bieten kann, ist etwas aus der Mode gekommen, jedoch besteht kein Grund, es mit einer Geschichtensammlung wie „Der Drache mit den sieben Köpfen“ ganz bewusst -auch mit dem Hintergrund des Wissens über die kathartische Wirkung von Märchen und Geschichten- nicht wieder aufleben zu lassen.

Es handelt sich bei diesem 300seitigen Buch um eine Auswahl von hierzulande eher weniger bekannten Märchen, Geschichten und Legenden aus verschiedensten Quellen wie beispielsweise Drachenbüchern, Sagen aus dem Alten und Neuen Testament, Geschichten aus dem Leben der Jungfrau von Orleans, Grimmschen Märchen, rumänischen, französischen, niederländischen, irischen (Elfen-) oder norwegischen Märchen, welche von Generation zu Generation weitererzählt wurden und von Autoren wie Selma Lagerlöf, Leo Tolstoi, Erika Dühnfort, Michael Bauer, Jakob Streit und vielen weiteren bearbeitet und aufgeschrieben wurden.

Das erste der insgesamt vier Kapitel, auf welches sich auch die Titelgebung bezieht, widmet sich vor allem Märchen und Geschichten, die sich um furchterregende Drachen ranken – hier fließt also einiges Blut und rollt so mancher Kopf. Auch  manche der beschriebenen Szenen kriegerischer Auseinandersetzung in den weiteren Kapiteln wie zum Beispiel in der Beschreibung aus dem Leben der Jungfrau von Orleans oder der eine oder andere Auftritt des Teufels eignet sich vermutlich eher für robuste größere Kinder und Erwachsene und ist meines Erachtens nicht unbedingt Lesestoff für die Kleineren oder ganz zart Besaiteten. Es gibt jedoch auch Geschichten in der Sammlung, die sich  wie in der vom Verlag angegebenen allgemeinen Altersempfehlung ab Sechs schon für Jüngere eignen. Da sollte vor dem Vorlesen je nach Zusammensetzung des Zuhörerkreises doch eine gewisse Vorauswahl getroffen werden.

Die weiteren Kapitel wandeln auf den Spuren des heiligen Michael, widmen sich herbstlichen Themen, der Martinslegende und  Geschichten um Sankt Nikolaus. Einige davon sind sehr spannend zu lesen.

Schwarz-weiße Buchillustrationen von Ronald Heuninck begleiten manche der Geschichten und unterstreichen detailreich deren jeweilige Stimmung. Die Titelseite mit dem siebenköpfigen Drachen, der einem mutigen Jungen gegenübersteht, wurde von Sanne Dufft farbig gestaltet.

 

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