Aus Liebe zu den Pflanzen

Stefano Manusco

Übersetzung aus dem Italienischen: Christine Ammann

Verlag: Antje Kunstmann, 2017

 

Mit dem Buch „Die Intelligenz der Pflanzen“ (Kunstmann 2015) wurde Stefano Manusco, Pflanzenforscherund Professor an der Universität Florenz, bereits dem deutschen Lesepublikum bekannt. Im Vorwort zu seinem neuen Buch „Aus Liebe zu den Pflanzen“ schreibt Manusco, dass er dieses gewissermaßen als Prolog zum vorherigen Buch verstehen wissen will, weil er den Protagonisten dieses Buches sein Verständnis der Pflanzenwelt erst verdankt.

Manusco begreift Planzen als „komplexe Wesen mit kommunikativen Fähigkeiten, raffinierten Verteidigungsmechanismen und sozialen Beziehungen“. Diese Sichtweise begründet sich auch auf jene die Natur ganzheitlich begreifende Menschen, deren interessante Lebenswege im Bezug zur ihnen allen gemeinsamen Liebe zu den Pflanzen im Buch beschrieben werden. Es waren ganz unterschiedliche Menschen, Botaniker, Genetiker, Philosophen, Landwirte oder einfach besondere Pflanzenliebhaber, die an den Pflanzen intensive Forschungen betrieben und dabei zu erstaunlichen Entdeckungen und Erkenntnissen kamen. Manche der vorgestellten Entdecker haben es zu großem Ruhm gebracht, andere hingegen sind wohl nur wenigen Spezialisten bekannt.

Den furiosen Anfang macht Manusco mit der Vorstellung einer wahrlich atemberaubenden Biografie des ehemaligen Sklaven George Washington Carver, der mit einem erstaunlichen Lerneifer und (Über-)Lebensmut gesegnet war und es dank diesem aus eigenem Antrieb und Forscherdrang heraus unter schwierigsten Bedingungen schließlich bis zum Universitätsabschluss brachte und dem revolutionäre Erfindungen auf agrarwissenschaftlichem Gebiet -so zum Beispiel weitreichende Verwendungsmöglichkeiten der Erdnüsse- gelangen.

Weitere Kapitel -immer wieder begleitet von zahlreichen zeitgenössischen Fotos und Zeichnungen-  widmen sich verdiensvollen Pflanzenexperten wie Nikolai Iwanowitsch Wawilow, welcher unter Lenin mit der Vision der Bekämpfung der russischen Hungersnot eine beachtliche Nutzpflanzen-Samenbank aufbaute und letzlich -unter Stalin zu Unrecht verunglimpft und inhaftiert- dieser selbst zum Opfer fiel; oder Ephraim Wales Bull, dem Schöpfer einer außergewöhnlich hochwertigen Traubensorte, die zur wichtigsten Rebsorte des nordamerikanischen Kontinents wurde.

Universalgenies wie Leonardo da Vinci oder Goethe, auf welche Manusco ebenfalls sein Augenmerk richtet, beschäftigten sich neben vielen anderen Dingen ebenfalls mit botanischen Betrachtungen und gelangten dabei zu erstaunlichen Erkenntnissen, bevor spätere Wissenschaftler mit diesen breitere Aufmerksamkeit erregten. Weitere Persönlichkeiten, denen Manusco einzelne Kapitel widmet, sind Malpighi, Darwin, Federico Delpino, Mendel, Rousseau und letztlich der sich auf der Suche nach der Ursache des Heuschnupfens selbstkasteienden Versuchen unterziehende Charles Harrison Blackley.

Manusco gelingt es überzeugend, mit den dargestellten biografischen Einblicken deren Protagonisten und ihre Lebenswege für unterhaltsame und spannende Lesemomente wieder lebendig werden zu lassen, ihre besonderen Verdienste entsprechend zu würdigen und damit den Funken der Begeisterung für die Pflanzen glaubhaft überspringen zu lassen.

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