Meine Omi, die Wörter und ich

Text: Nikola Huppertz

Illustration: Elsa Klever

Verlag: Tulipan, 2017

 

Mio, der Ich-Erzähler in diesem wunderbar poetischen Bilderbuch, erinnert sich an eine Zeit, als er selbst noch keine Wörter für all die Dinge, die ihn umgaben, hatte. Und dann … das erste Wort: Omi! Dort, bei Omi, wohnten die Wörter: Firlefanz, Augenstern, Zitronendrops. Und jedes war mit einem Gefühl verbunden. Es gab lustige, eklige, traurige und hoffnungsvolle Wörter.

Mio wurde zum Wörtersammler und jeden Tag durfte er sich Nachschub bei Omi holen. Eine wunderbare Zeit!

Dann aber begann Omi die Wörter zu vergessen. Immer kleiner, leerer und stiller wurde es in Omis Zimmer. Mio brachte Omi neue Wörter mit. Wörter wie Marshmallowblaster oder Speicherkarte wollten jedoch bei Omi nicht so recht heimisch werden.

Am Tag, als Omi starb, hatte sie noch ein allerletztes Wort an Mio zu verschenken.

Nun wurde Mio zum Hüter der Wörter …

Schon kleineren Kindern vermittelt dieses wunderbare Buch, dass Spracherwerb etwas mit Bindung zu tun hat, ebenso die liebevolle Begleitung derer, denen die Sprache zusehends verlorengeht.

Eine in Rot-und Blautönen phantastisch illustrierte, den Wörtern Gestalt gebende Bilderbuchgeschichte, die tief berührt. Trotz der mitschwingenden Wehmut angesichts der alternden und immer vergesslicher werdenden Omi überwiegen Gefühle von Lebensfreude, Bewunderung, Dankbarkeit, Liebe und Zärtlichkeit.

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