OMA-EMMA-MAMA

Text: Lorenz Pauli

Illustration: Kathrin Schärer

Verlag: atlantis, 2010

 

Wer von meiner Begeisterung für Chamäleons einerseits -das ChaMALeon ist Maskottchen unserer beiden Ateliers  Kunstwerkstatt MALKASTL in Geisenhausen und Atelier ChaMALeon in Leipzig- und von meiner Begeisterung für schöne Bilderbücher andererseits weiß, wird sich nicht wundern, dass bei Chamäleon-Bilderbüchern ein erhöhter Aufmerksamkeits-Vorschuss besteht. Unsere Chamäleon-Ecke im Atelier-Regal wächst zudem beständig und erfreut sich neben diversen Chamäleonfigürchen, -Stofftieren und sonstigen dem Tier gewidmeten Dingen auch an allerlei mehr oder minder originellen Chamäleongeschichten in Buchform.

Wie also konnte es passieren, dass das bereits 2010 im Schweizer atlantis-Verlag (Imprint des Orell-Füssli-Verlags) erschienene und zudem von einem von mir sehr geschätzten Autoren-Illustratoren-Paar Lorenz Pauli und Kathrin Schärer (u.a. „Das Beste überhaupt: Meerschwein sein“) stammende Chamäleon-Bilderbuch, über das ich nun, da ich es glücklicherweise endlich in Händen halte und darüber in überwchwängliches Schwärmen gerate, bis vor kurzem komplett meiner Aufmerksamkeit entgangen ist? Es bleibt mir ein Rätsel.

Umso erfreuter -ja geradezu entzückt- war ich, als ich beim Besuch der sehr sehenswerten Ausstellung „Zum Kuckuck! Tiere im Bilderbuch“ in der Städtischen Galerie Rosenheim zusammen mit meinem jüngsten Sohn, welcher mich gezielt darauf aufmerksam machte, die Original-Illustrationen zum OMA-EMMA-MAMA-Buch entdeckte, wir uns augenblicklich „schock“verliebten und wenig später ein Päckchen mit dem Bilderbuch im Atelier zur Bereicherung  unserer Sammlung ankam. Es dauerte dann natürlich nicht lange, bis das Buch in einer unserer Kindermalgruppen vorgestellt wurde und zukünftig ganz bestimmt noch vielen weiteren unserer Gruppen Insprationsquelle sein wird.

Erzählt wird eine Episode aus dem Leben dreier Chamäleons, beginnend mit deren Vorstellung: „Emma ist Emma. Und Mama ist ihre Mama. Und Oma ist Emmas Oma. Aber Oma ist auch Mamas Mama. So einfach ist das – und so kompliziert.“ – Eigentlich sind es sogar vier Chamäleons, denn Emmas grün-gelb-kariertes Kuscheltier ist ebenfalls ein solches.

Nachdem Emma sich bei Oma ein wenig darüber beklagt hat, ihrer Empfindung nach beinahe nie etwas alleine machen zu dürfen oder mit ihren Wünschen nicht so recht ernstgenommen zu werden (und der momentane Wunsch ist Versteckenspielen mit Oma), lässt sich die schon recht betagte und etwas müde Oma (deren mimisches Repertoire illustrativ köstlich in Nahaufnahme in Szene gesetzt ist) zum gemeinsamen Versteckspiel überreden. Oma zählt in mehreren Schritten, welche die Lesespannung immens steigern, bis 40. Bis Oma bei der 40 angekommen ist, probiert Emma die verschiedensten Verstecke aus, im Stinkblütenstrauch, in Omas Schatten, zwischen den schlafenden Fledermäusen (wunderbar!), inmitten von stacheligen Igelmäusen oder Lemuren oder auf einem Baumstamm (bis dieser das Maul öffnet und sich als Krokodil entpuppt). Während Oma Emma sucht, sucht Mama Oma. Denn Mama ist ebenso wie um Emma immerzu um Oma besorgt, wovon Oma etwas genervt zu sein scheint. Nun versteckt sich auch Oma – vor Mama. Später sitzen Emma und Oma verschwörerisch kichernd gemeinsam im Versteck. Während sie aufs Gefunden-Werden warten, erzählt Oma, wie es ist, älter zu werden und Emma, wie es ist, Kind zu sein …

Mit phantastischen Bildern und berührenden Worten wird in dieser reizenden Chamäleongeschichte die liebevolle Beziehung zwischen Vertretern dreier Generationen beschrieben, die mitten ins Herz trifft. Einfach, nein dreifach … wunderbar!

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