Die tollkühnen Schafe in ihrer fliegenden Kiste

Text: Peter Bentley

Illustration: David Roberts

Übersetzung aus dem Englischen: Salah Naoura

Verlag: Knesebeck, 2017

 

Man sollte sich die Freude nicht entgehen lassen, diese mit feinem Humor und lustigen Illustrationen bestückte, rasant und spannend erzählte Bilderbuchgeschichte in Reimen wirklich VORZULESEN!

Am Ort des Geschehens, einer Schafweide inmitten von grasgrünen Hügeln, geht es zunächst ruhig und beschaulich zu. Eine Gruppe von 8 Schafen -jedes von ihnen ein Charakterkopf vom stattlichen Widder bis zum obligatorischen schwarzen Schaf, dem Kleinsten- tut in Seelenruhe das, was sie wahrscheinlich tagtäglich und am liebsten tut: Grasen.

Ein unerwarteter Höllenlärm, verursacht von einem brummenden, fliegenden und wohl nie zuvor gesehenen Etwas, unterbricht die friedliche Idylle und lässt die Schafe namens Lamm-Bert, Olga, Morten, Mabs, Bart, Ben und Babs und den alten Herrn Rammbock zuerst verdutzt aufblicken und dann neugierig dessen Ursache auf den Grund gehen: Ein Wettflug mit allerlei Gästen, Brimborium und Blaskapellenmusik findet auf der Nachbarwiese statt! Erstaunt verfolgen die Schafe das Geschehen und bald entdecken sie etwas abseits des Spektakels ein unbewachtes gelbes Flugzeug. Das wäre doch mal was, einfach so davonzufliegen …

Gedacht, getan, … zumindest ein Probesitzen muss dann schon sein. Doch in der Enge drückt eines der Schafe versehentlich auf den Startknopf. „Alarm! rief ein Herr. Eine Bande Betrüger in weißen Pullovern entführt meinen Flieger!“ – und schon geht sie los, die unverhoffte Weltreise! Alsbald wird in der atemberaubenden Geschwindigkeit eines Actionfilms  zuerst wild in Frankreich getanzt, dann in Spanien ein Stierkampf verfolgt, bevor man in Gizeh beim Picknicken von hungrigen Mumien gestört wird, in Tibet Schneegras kostet, welches sich als Haarpracht eines Yetis entpuppt, in Indien beinahe im Kochtopf landet und in Florida eine Schiffspartie auf einem Krokodilrücken erlebt.

Nach all diesen spannenden und aufregenden Abenteuern vermissen die Schafe dann aber doch irgendwann die sonst gewohnte Beschaulichkeit, das Rumstehen auf der Weide, das Kauen und die Stille. So kehren sie glücklich zurück auf ihre Weide und grasen weiter, als wäre nichts geschehen.

Als ich diese schräge Bilderbuchgeschichte, in die ich mich sofort verliebte, erstmals in einer meiner Kindermalgruppen mit entsprechender Begeisterung und Emphase vortrug, sich meine jungen Zuhörer sogleich vor Lachen kringelten und anschließend ebenso lustige Schafe in Fliegern malten, bestätigte mir dies einmal wieder meine Vermutung über das vielfältig inspirierende Potential, das guten Geschichten  innewohnt.

Hanna Nebe-Rector, malkastl.de

 

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