In unserer Küche wird gedruckt

Titel/Untertitel: In unserer Küche wird gedruckt – Kreative Kleinauflagen handgemacht

Idee, Illustrationen, Fotografien und Text: Laura Sofie Hantke und Lucas Grassmann

Verlag Herrmann Schmidt, 2016

 

„Ein schönes Buch ist ein Kompliment an seinen Autor – und eine Liebeserklärung an den Leser. Ein schönes Buch entsteht aus dem Inhalt heraus, es ist die materialisierte Antwort auf den Text. Es inszeniert den Inhalt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Es schmeichelt den Augen und den Händen des Lesers. Es macht, dass der Inhalt besser erinnert wird. Im besten Fall macht es Ihr Leben ein kleines bisschen schöner …“ (Creative Report Herbst 2016, Verlag Hermann Schmidt)

Das von Lauras und Lucas Küchen-Druck-Erfahrungen erzählende Büchlein ist ohne Zweifel eins der schönen Bücher in diesem Sinne. Es lässt bereits beim ersten Blättern große Freude aufkommen: wie angenehm es in den Händen liegt, die gute Papierqualität, die Sorgfalt der Bindung, der feine Geruch, die wunderbare Gestaltung und Typografie, die Arrangements ihrer Arbeiten, Fotos und Zeichnungen – ein ästhetischer Genuss!

Ausgesprochen sympathisch stimmen die ersten Seiten auf das Buchthema und dessen Protagonisten ein, bevor es dann auf Seite 40 so richtig zur Sache geht, nämlich die Küche -schon angesichts des Kochens als kreativem Akt und als Treffpunkt für Familie und Freunde das kreative Herz der Wohnung- zur temporären Druckwerkstatt für handgemachte Kleinauflagen von Postkarten, Postern, Etiketten, Notizheften, Buttons, Stickern, Stofftaschen und vielem mehr zu machen.

Laura und Lucas, zwei Gestalter und Illustratoren aus Darmstadt, funktionieren zeitweise ihre Küche zum Kreativ-Atelier um und drucken dort mit einfachen und unkonventionellen Mitteln die verschiedensten schönen Dinge. Weil sie damit inzwischen einige Übung haben und ihre Erfahrungen zu unserem Glück nicht für sich behalten, sondern weitergeben wollen, gibt es dieses schöne Buch.

Bei der von Laura und Lucas vorgestellten sogenannten Kitchen-Litho, von der sie sich von der auf dem Prinzip der Lithografie beruhenden Technik einer Französin namens Emilion inspirieren ließen und diese abwandelten, ausbauten und  weiterentwickelten, verwenden sie überwiegend Materialien, die sich bereits im Haushalt finden lassen wie zum Beispiel Alufolie, Pflanzenöl oder -man lese und staune- Cola. Alufolie wird dabei zur Druckplatte, Pflanzenöl zum Terpentinersatz und Cola zum Druckplatten-Ätzmittel.

Wie das genau funktioniert, wird sehr ausführlich und verständlich sowie ebenso unterhaltsam in allen erforderlichen Einzelschritten und möglichen Pleiten, Pech und Pannen samt der Möglichkeiten ihrer Behebung beschrieben. Beginnend mit der Materialliste, die es gleich doppelt gibt, nämlich erstens grafisch und zweitens als -ungewöhnliche wie schöne Idee!- grünlicher kleiner Spickzettel, der in die Doppelseite mit den zeichnerischen Abbildungen von Glasplatte, Zeichenstiften, Lackierrolle etc. mit eingebunden ist, geht es weiter mit den einzelnen Arbeitsschritten, die ebenfalls mit diesen grünlichen Zetteln, von denen es insgesamt zehn gibt, gespickt sind und auf denen es beispielsweise um das Vorbereiten der Druckplatte, das Drucken selbst, das Trocknen oder das Archivieren geht. Jeder einzelne Schritt wird dabei sehr ausführlich und nachvollziehbar beschrieben und mit hilfreichen Insidertipps ergänzt.

Die vorgestellten Techniken machen sogleich große Lust aufs Ausprobieren und das wunderbar gestaltete Buch zu einem inspirierenden Begleiter für alle Leute mit kreativen Ideen.

Hanna Nebe-Rector, malkastl.de

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