Kleine Schwester

Text: Barbara Gowdy

Übersetzung aus dem Englischen: Ulrike Becker

Verlag: Antje Kunstmann, 2017

 

Der eindringliche Blick des Mädchens auf dem Cover mutet ebenso mysteriös an wie die erzählte Geschichte: Rose, die junge Protagonistin des Romans, ist fasziniert wie irritiert von surrealen Empfindungen, die sie insbesondere während Gewittern heimsuchen. Dann befindet sie sich plötzlich im Körper einer anderen, real existierenden Frau namens Harriet, welche auf beunruhigende Weise ihrer im Kindesalter verstorbenen Schwester Ava ähnelt. Sie, die selbst nach einer Operation keine Kinder mehr bekommen kann, empfindet die widerstreitenden Gefühle von Harriet angesichts einer ungewollten Schwangerschaft, als wären es ihre eigenen. Außerhalb von Harriets Körper sehnt Rose jedes aufziehende Gewitter herbei, um Harriets Entscheidungen zu beeinflussen. Ihr ganzes Denken und Tun wird von der ungewöhnlichen Situation mehr und mehr vereinnahmt. Daneben beherrschen die eigenen Beziehungsgeflechte und die Sorge um die an Demenz erkrankte Mutter, mit der sie ein Programmkino führt sowie die sich aufdrängenden Erinnerungen an die Kindheit Roses Gedankenwelt. Fragen von Schuld, Sehnsucht und ungelebtem Leben verweben sich mit der spannenden Handlung des Romans, der eine derartige Sogwirkung entwickelt, dass man das Buch kaum aus der Hand zu legen vermag.

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