Wild & Wise

Welche Lektionen wir von den eher wenig beachteten, weil unscheinbaren, weniger schönen bis hässlichen oder gar giftigen Tieren, Pflanzen und anderen Phänomenen der Natur lernen können, erfahren wir in dem 160seitigen handlichen Büchlein mit dem graphisch ansprechenden türkisfarbenen Cover, auf dem sich drei Schlangen umeinander winden.

Insgesamt 70 solcher „Underdogs der Natur“  werden auf je einer Doppelseite vorgestellt, wobei sich zum Text jeweils eine ganzseitige Illustration als dessen künstlerische Interpretation gesellt. Zwischen den Porträts finden sich darüber hinaus zuweilen im kontrastreichen Gegensatz zum Aussagegehalt des Geschriebenen stehende künstlerisch sehr aufwändig gestaltete Doppelseiten, die philosophisch mehr oder weniger tiefgründige Fragen wie „Was, bitte sehr, wäre die Welt ohne Sauerkraut?“ oder die persönliche Sammlung unnützen Wissens bereichernde Fakten oder Erkenntnisse wie „Kaum jemand verliert ein nettes Wort über das Tollwut-Virus.“ oder „Die Hausmaus kotzt niemals, selbst wenn sie die eigenen Köttel frisst.“ aufwerfen.

Angefangen mit der minder beliebten Küchenschabe, von welcher wir lernen können auf Zeit zu spielen, und die seit 320 Millionen Jahren ziemlich anspruchslos vor sich hin lebt, die sich sogar im Weltraum vermehrt und die einen Atomkrieg locker überleben würde, über die sich nach Liebe und Menschlichkeit sehnende und doch überdurchschnittlich oft als widerlich schleimige Kreatur empfundene und von Hobbygärtnern gehasste Nacktschnecke, die Raffinesse des Tollwut-Virus, die Intelligenz der Wanderratte, die durch die Beine atmende Kellerassel, Gedanken zum faszinierenden Zustand des Vakuums, den leicht entflammbaren Stechginster, den allseits unbeliebten Mix aus Regen und nassem Schnee alias Schneeregen, den sich Aufzucht- und Erziehungspflichten entziehenden cleveren Kuckuck (Merke: „Hast du mal darauf geachtet, wie Kinder sind? Schreckliche Brut. Der Kuckuck ist gar nicht so dumm.“), die Stubenfliege, welche  Informationen um ein Vielfaches schneller als der Mensch verarbeitet, über Bakterien, rätselhafte Flechten, die Kopflaus oder den minderbegabten, depressiven Fasan  bis hin schließlich zum sich selbst als klügstes Lebewesen betrachtenden Mensch werden mit einer reichlichen Portion subtilen Humors aus den Eigenarten der Spezies mehr oder minder hilfreiche Schlussfolgerungen für mehr oder minder ernstgemeinte Lebensweisheiten  gezogen und in Merksätzen zusammengefasst.

Damit werden die mit einer Prise Augenzwinkern gewürzten Tier-, Pflanzen- und Naturporträts zu einer gelungenen, künstlerisch hochwertig illustrierten und recht unterhaltsamen Melange aus Wissenschafts- und Sprachakrobatik plus „Lebenshilfe“.

 

Wild & Wise – Clevere Lektionen von den Underdogs der Natur

Text: Dixe Wills

Illustration: Katie Ponder

Übersetzung aus dem Englischen:  Claudia Arlinghaus

Knesebeck, 2019

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