Archiv der Kategorie: Bilderbuch

Kleine Nachteule Aurelia

Buchvorstellung von Hanna Nebe-Rector, Malkastl.de

Das Drama spielt sich täglich abends in unzähligen Familien ab: die lieben Kleinen wollen nicht ins Bett. So auch Aurelia, welche nicht schlafen gehen will, weil sie überhaupt noch nicht müde ist, in Dorothea Flechsigs neuem Bilderbuch aus dem Glückschuh Verlag.

Aurelia, die wir schon aus dem Bilderbuch „Kleiner Dreckspatz Aurelia – wasch dich doch mal!“ kennen, ist ein kleiner Wirbelwind, wissbegierig, voller Tatendrang und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Auch die anbrechende Nacht kann kleine Abenteurer wie Aurelia kaum stoppen.

Wie schon im ersten Buch thematisiert die Autorin, welche ursprünglich mal Tierforscherin werden wollte, alltägliche Familienthemen und verknüpft diese mit Wissenswertem aus der Natur und Tierwelt. Auch diesmal bekräftigt Aurelias Papa seine Argumente mit tierischen Beispielen, um zu betonen, dass jeder mal schlafen müsse wie dies auch kleine Nachteulen, Fledermäuse, Igel, Erdmännchen, Flamingos tun müssen, um sich von den täglichen Abenteuern zu erholen. Pfiffig, wie Aurelia ist, belässt sie es nicht dabei, sondern will erst einmal ganz genau wissen, wie die genannten Tiere denn eigentlich in den Schlaf finden. Aurelias Papa gibt bereitwillig darüber Auskunft. Und sogleich wird erstmal alles auf Schlaftauglichkeit ausprobiert – zusammengekauert wie eine Eule, kopfüberhängend wie eine Fledermaus, eingerollt wie ein Igel, auf einem Haufen voller Gefährten (in diesem Fall müssen Aurelias Kuscheltiere dafür herhalten) liegend, auf einem Bein wie der Flamingo stehend oder „im Flug“ wie die Mauersegler einzuschlafen. Und weil das ziemlich anstrengend ist, all die verschiedenen Schlafpositionen auszuprobieren, ist Aurelia nun auch entsprechend müde. Zum Einschlafen fehlt nur noch der entscheidende Hinweis von Papa, welcher seiner neugierigen Tochter erklären soll, wie die Gorillas schlafen (nämlich wie wir Menschen aneinandergekuschelt) – und endlich ist es soweit: Beide schlafen gorillamäßig ein.

Die liebenswerte Einschlaf-Geschichte, einfühlsam, detailreich und farbenfroh bebildert von Suse Bauer, ist die ideale Lektüre für kleine Nachteulen und deren Eltern und eignet sich hervorragend, den Nachwuchs mit einem schönen – und nebenbei lehrreichen wie sportlichen – Familienritual in den Schlaf zu begleiten.

 

Kleine Nachteule Aurelia – Schlaf doch mal!

Dorothea Flechsig/ Suse Bauer

Glückschuh Verlag

2018

ISBN: 978-3-943030-60-0

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Oje, ein Buch!

Buchvorstellung von Hanna Nebe-Rector, Malkastl.de

Oje, ein Buch! – Fast ein Ausruf des Entsetzens, den die Smartphone-affine Frau Asperilla da ausstößt, als ihr der kleine Juri freudig das Buchgeschenk von Herrn Schnippel (wer auch immer das sein mag) präsentiert und Frau Asperilla tatsächlich denkt, dass sie angesichts eines scheinbaren Irrtums etwas wiedergutzumachen hätte. Juri, der zwar weiß, dass ein Buchgeschenk niemals ein Fehler sein kann, geht auf das Wiedergutmachungsangebot nur zu gern ein und schlägt dazu das gemeinsame Anschauen des Buches vor. Ganz schön clever, denkt der (Vor)leser und ahnt bereits, dass Frau Asperilla wohl leider zu jenen Zeitgenossen zu gehören scheint, die mit Büchern wenig bis gar nichts anzufangen wissen – ganz im Gegensatz zu Juri. Der kann sich das Gehabe von Frau Asperilla eigentlich nur so erklären, dass sie ihn nur auf den Arm nähme (aber leider ist es bittere Realität), als sie tatsächlich nicht zu wissen scheint, dass sich Bücher nicht von selbst vorlesen, man sich beim Lesen etwas vorstellen muss, es immer von links nach rechts geht und dass man nicht wischen sondern umblättern muss, um zu wissen, wie es weitergeht. Und Bilder werden in Büchern auch nicht größer, wenn man sie zwischen Daumen und Zeigefinger auseinanderzuziehen versucht, muss Frau Asperilla enttäuscht feststellen.

Weil aber Juri für Frau Asperilla ein ausgesprochen geduldiger und kundiger Vorlese-Lehrer ist, von dem man auch so nützliche Sachen übers Vorlesen lernt wie zum Beispiel, dass man doch möglichst krächzen sollte, wenn im Buch ein krächzendes Monster etwas sagt, gewinnt auch sie – zögerlich, aber stetig – Gefallen an dem mysteriösen Medium Buch, wird neugierig wie ein Kind auf dessen Inhalt, fiebert ängstlich mit im Zuge des Geschehens in der Geschichte, als mäusefangende Katzen und Monster darin auftauchen. Und ebenso lernt sie durch Klein-Juris philosophische Erkenntnis (die gleichzeitig in einer Mini-Geschichte in der Geschichte – von zwei Vögeln und einem roten Faden- verdeutlicht wird)  auch, dass die Sichtweise auf die Dinge davon abhängt, von welcher Seite aus man sie anschaut.

Die  Umkehrung von Klischees gelingt hier als interessanter und überraschender  Aspekt des parallelen Erzählens von drei  geschickt miteinander verknüpften Geschichten, welche mit augenzwinkernder Leichtigkeit daherkommen und mit frischen, reduzierten und gleichzeitig aussagestarken Buntstiftzeichnungen bebildert sind.

Wie viel zwischen zwei Menschen, die sich gemeinsam ein Buch anschauen, passieren kann, zeigt das Buch, welches als Anlass zum Nachdenken und Miteinander-Reden für alle großen und kleinen Leseratten ebenso wie für alle Buchmuffel und Smartphone-Junkies sehr zu empfehlen ist, auf geniale Weise.

 

Oje,ein Buch!

Lorenz Pauli/ Miriam Zedelius

Verlag atlantis

2018

ISBN 978-3-7152-8742-1

Kurt der Bär ist viel zu ….

Illustration und Text: Peng

Verlag: Kunstmann, 2018

 

Der österreichische Cartoonist Peng, welcher zusammen mit Hu (Rudi Hurzlmeier) als Peng+Hu die phänomenalen Hirameki-Bücher entwickelte, hat sein erstes Kinderbuch als Papp-Bilderbuch veröffentlicht.

Ein  viel zu schwerer Bär, ein Einhorn mit sehr ungewöhnlich platziertem Horn am Allerwertesten, eine schielende lange grüne Schlange, ein Hase im weißen Unterhemd  mit roter Pappnase  und Kussmund-Spuren nebst Verehrerinnen, ein besonders witziges und mit blonder Föhnfrisur ausgestattetes bebrilltes Krokodil namens Emil, welches -Zufall?-  irgendwie an einen amerikanischen Präsidenten erinnert, ein boxendes Känguru mit ebenfalls boxendem Baby im Beutel, ein golfender Wolf, ein rosa gelockter und Nudeln schlürfender Pudel, ein im Liegestuhl chillendes Huhn, eine urbayrische Gans in Lederhose mit Brezel und  andere tierische Protagonisten bekommen hier ihren Auftritt in Form lustiger Cartoons und Verse, die zu vervollständigen sind und dabei Kleinen wie Großen viel Spaß am Schauen und Reimen versprechen.

Smon Smon

Illustration, Text und Buchgestaltung: Sonja Danowski

Verlag: NordSued, 2018

 

Die Berliner Bilderbuchkünstlerin Sonja Danowski entführt uns in die phantastische Welt des Planeten Gon Gon, wo das entzückende kleine Smon Smon lebt und lässt uns an einem Tag seines einesteils beschaulichen und andererseits abenteuerlichen Lebens teilhaben.

Das Smon Smon hat sein letztes Ron Ron neben sein Won Won an ein Lon Lon gehängt, um in einem Ton Ton davonzuschwimmen zu den großen Pon Pons, wo Lon Lons und Ron Rons wachsen. Als das Smon Smon in ein tiefes, dunkles Zon Zon fällt, helfen ihm Klon Klons und zum Dank hilft das Smon Smon den Klon Klons mit den schweren Ston Stons. Als das Smon Smon in einem weichen Pon Pon schlummernd mit diesem in die Höhe wächst, hilft ihm zum Glück ein vorbeifliegendes Flon Flon aus der misslichen Lage. Das Smon Smon schenkt dem Flon Flon dafür sein Ton Ton mit dem Lon Lon und trifft zu guter Letzt auf ein zweites Smon Smon, mit dem es sich zufrieden in die Won Wons kuschelt.

Alles klar? Keine Sorge – beim Betrachten der traumhaften Illustrationen erschließt sich nicht nur recht schnell, was Ron Rons, Won Wons oder Lon Lons sind, sondern es entwickelt sich nach anfänglicher kurzer Verwirrung ob der ungewöhnlichen Begrifflichkeiten eine große Freude daran, deren Bedeutung zu entschlüsseln und dabei in eine phantastische Bildwelt einzutauchen. Wunderschön!

Kunst mit Torte

Illustration: Thé Tjong-Khing

Verlag: Moritz-Verlag, 2017

 

In seinen Torte-Büchern erzählt Thé Tjong-Khing spannende und abenteuerliche Bildergeschichten ganz ohne Worte. Sehr genaues Hinschauen, immer wieder Vor- und Zurückblättern und pfiffiges Kombinieren sind hier gefragt.

Diesmal geht es um die Welt der Kunst, genauer gesagt um einen Kunstraub, bei dessen Aufklärung wieder die den Torte-Buch-Fans bereits bekannten tierischen Protagonisten helfen. Ein von Frau Hund gemaltes Bild, auf welchem ein Hund mit Torte zu sehen ist, wird aus der Kunstgalerie gestohlen. Dies träumt die  in ihrem von allerlei Kunstbüchern umgebenen Lesesessel eingeschlummerte Künstlerin. Bei der Verfolgung des Räubers streift die tierische Ermittler-Gesellschaft durch Landschaften und Szenarien dem kollektiven Gedächtnis bekannter Gemälde – so von van Gogh, Mondrian, Gauguin, Kandinsky, Beckmann, Munch oder Hokusai. Deren namentliche Zuordnung wird erleichtert durch Vergleichen der den Gemälden entlehnten Motive mit den auf den Vorsatzseiten abgebildeten zahlreichen kleinen Bilder-Piktogrammen,  so dass das kriminalistische Ermitteln geschickt mit kunsthistorischer Wissenserweiterung verknüpft wird.

Den unterschiedlichen Handlungssträngen zu folgen und schließlich mitsamt den Verfolgern den Kunstraub Schritt für Schritt aufzuklären, kann zum kniffligen Vergnügen für alle kunstbegeisterten großen und kleinen Kinder werden.

Da bist du ja!

Da bist du ja! Die Liebe, der Anfang – allüberall

Text: Lorenz Pauli

Illustration: Kathrin Schärer

Verlag: atlantis, 2017 (3.Auflage)

 

Liebevoll blicken sich die beiden Bilderbuchhelden –deren Zugehörigkeit zu bestimmten Tierspezies wie etwa Hund oder Schwein nur bedingt definierbar, doch ebenso unerheblich ist- direkt in die Augen und scheinen in diesen vertrauensvollen Blick alles legen zu wollen, was nur selten mit Worten hinreichend auszudrücken ist: das Gefühl tiefster Zuneigung, der Liebe.

Das Große und das Kleine, wie die beiden namen-, geschlechts- und alterslosen und damit universellen hinreißenden Wesen im Buch genannt werden, haben sich ziemlich lieb, das sieht und merkt man sofort. Gemeinsam sinnieren sie über den Anfang dieser (Liebes-)geschichte ihrer innigen Freundschaft und Verbundenheit – wie es plötzlich „RUMMMMMS“ machte, und die Liebe kam und das Große dachte, dass diese so groß wäre, dass sie niemals Platz in ihm hätte und wie das Kleine damals spürte, dass es hier bei dem Großen genau richtig wäre und dieses Gefühl voller Poesie auszudrücken versucht. Dass das Kleine mag, dass das Große nicht alles mag, dass alles einen Anfang, aber nicht alles ein Ende haben muss, dass es ein gemeinsames Ziel gibt, nämlich jenes, immer wieder ein kleines Stückchen Anfang zu finden, dass die Liebe nicht aufhören muss, wenn sich einer verändert, sondern das, was sich nie ändert, wie ein Kirschkern sei, aus dem ein Baum wachsen kann.

Poetisches, Tiefgründiges und Philosophisches schwingt hier federleicht inmitten liebevoll gezeichneter Szenarien, in denen das Große und das Kleine durchs Universum schweben, sich herzzerreißende Blicke zuwerfen, ihre Nähe genießen, Schabernack treiben, den Mond bestaunen und in Baumkronen hockend philosophieren.

Herzerwärmender, anrührender, umwerfender und liebevoller kann man die Liebe kaum beschreiben – ein Bilderbuch, in welches man sich augenblicklich verlieben muss!

 

Schwach oder Stark?

Bilder und Text: Sabine Lohf

Verlag: Moritz, 2017

 

Fünfzig Gegensatzpaare wie schwach und stark, leicht und schwer, Himmel und Erde, unten und oben, rauf und runter, Berg und Tal, Frühling und Herbst, … stellt Sabine Lohf in ihrer immer wieder beeindruckenden Ideenvielfalt in diesem neuen Pappbilderbuch einander gegenüber.

In aufwändigen Fotocollagen, die aus buntem Papier, Pappen, Früchten, Nüssen, Süßigkeiten, Knöpfen, Wollfäden, Federn, Zweigen, Blüten, Watte, Nägeln, Blättern, Zündhölzern, Steinen und vielem mehr inszeniert werden, schafft sie ein Universum der Gegensätze: Hier trifft der starke, aus gelbem Karton gebastelte Leopard mit einer tollen Schärpe aus Leopardenfell als Gewichtheber auf das schwächere Korken-Kaninchen, welches sich sichtlich beeindruckt von der Niederlage beim Kräftemessen mit dem Leopard geschlagen gibt, dort trifft eine Sonne mit Strahlen aus Getreidehalmen auf einen Laternen-Mond, an anderer Stelle wird ein Schneemann aus weißem Zucker gebaut bzw. gestreut und einem schwarzen Raben, den zusätzlich noch eine echte Feder schmückt, gegenübergestellt. Ein im wahren Wortsinn süßes Mädchengesicht, gelegt aus lauter Süßigkeiten, trifft auf eine sauer dreinblickende Eule mit Zitronenscheiben-Augen. Viele bunte Knöpfe stehen einem einzelnen roten Knopf, der als Schweinenase fungiert, gegenüber. Ein wilder Löwe erschreckt ein zahmes Häschen, ein großer Junge hält einen kleinen Nikolaus in seinen Händen, kalte Eiswürfel nebst Pinguin treffen auf heiße Wunderkerzen, eine glänzende Weihnachtskugel auf einen rostigen Türbeschlag oder eine lustige kleine Filz-Fledermaus ist einmal vor und einmal hinter einem Vorhang zu sehen. Und sogar -sehr zur Freude des ChaMALeons- zwei Chamäleons sind dabei – einmal in grauer und einmal in bunter Version!

Es ist nicht nur für die Kleinen -welche hier ganz wie nebenbei beim Sehen, Hören und Staunen ihren Wortschatz erweitern lernen- eine große Freude, in diesem schönen Bilderbuch zu blättern und sich immer wieder von seiner ihm innewohnenden immensen Kreativität, die überdies ausgesprochen inspirierend zum Basteln wirken kann, beeindrucken zu lassen.

Pernix

Titel: Pernix. Die Abenteuer eines kleinen Sauriers

Text und Illustration: Dieter Wiesmüller

Verlag: Atlantis (Orell Füssli), 2017

 

Pernix kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie schnell, behänd oder hurtig – Eigenschaften, die den Bilderbuchhelden Pernix, ein flinker kleiner Saurier, auszeichnen und ihm helfen, sich in seinem Lebensraum Urzeitwald zu behaupten.

Ein Stück weit können wir beobachtend Pernix durch seinen Lebensraum und seine alltäglichen Erlebnisse begleiten. Ganz allein -alle seine Geschwister sind inzwischen Opfer größerer Tiere geworden- muss er sich, oft getrieben von Hunger und immer auf der Hut vor gefährlichen Feinden, durchschlagen. Wir erleben Pernix beim Jagen, bei der Begegnung mit anderen großen und kleinen Sauriern wie den Schnabelzahn-Flugsauriern Rips, Raps und Rops, beeindruckenden Riesensauriern, dem Jäger Torvus oder dem furchteinflößenden Raubsaurier Horridus und schließlich mit seiner neuen Saurierfreundin Viva, die so genauso aussieht wie er. Mit Viva ist Pernix nicht mehr allein, gemeinsam gehen sie auf Futtersuche und gründen schließlich ihre eigene kleine Saurierfamilie.

In ausdrucksstarken, farbintensiven Bildern können wir staunend in die beeindruckende Flora und Fauna einer längst vergangenen Zeit eintauchen.

Begrüßenswert ist, dass mit zusätzlichen Begleitmaterialien zum Buch, die unter einem am Buchende angegebenen Link kostenlos zum Download angeboten werden, weitere interessante Informationen zu den Tieren des Urzeitwaldes zur Verfügung stehen.

Fell und Feder

Text: Lorenz Pauli

Illustration: KathrinSchärer

Verlag: Atlantis (Orell Füssli), 2017

 

Wir lieben die Bilderbücher von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer! Ihre Texte und Bilder sind etwas ganz Besonderes: spannend,  einfallsreich, abenteuerlich, humorvoll, herzerwärmend, voller mimischer Feinheiten und Nuancen. Mit Begeisterung haben wir, die Kinder aus den Malgruppen der Kunstwerkstatt MALKASTL und des Ateliers ChaMALeon , uns  bereits viele ihrer ganz besonders schönen Bilderbuchgeschichten vorlesen lassen und uns davon zum Malen inspirieren lassen.

Im neuen Pauli/Schärer-Bilderbuch geht es um die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft – zwischen einem Huhn und einem Hund. Fell und Feder, wie die Beiden heißen, spielen ihre eigene Geschichte in einem Theaterstück. Beide wünschen sich etwas: Das Huhn wünscht sich ein großes Abenteuer und würde am liebsten dabei einen Schatz finden. Der Hund wünscht sich sehnlichst einen Freund, am liebsten einen, der groß und stark und klug ist und der Geschichten erzählen kann.

Fell und Feder wollen einander bei der Erfüllung ihrer Wünsche behilflich sein. Was sie daraufhin miteinander erleben, ist an sich schon Abenteuer genug und -ohne es zunächst selbst so richtig zu merken- eigentlich sind sie dabei schon beste Freunde geworden.

Das Publikum ist begeistert vom Theaterstück, weil es deutlich gespürt hat, dass es im Theater um das wahre Leben geht. Fell und Feder haben gespürt, dass ihre Wünsche schon längst erfüllt worden sind.

Mit wunderbar anrührenden Zeichnungen und weisen Erkenntnissen, die zwischen den Zeilen erspürbar werden, ist dies wieder ein ausgesprochen schönes und kluges Pauli/Schärer-Bilderbuch, das das Zeug zum Klassiker hat.

Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann

Text und Illustration: Thierry Dedieu

Übersetzung aus dem Französischen: Susanne Bayer

Verlag: aracari, 2017

 

Im winterlichen Garten der Familie Sörensen steht ein hübscher, kleiner Schneemann, der, als ein Rotkehlchen auf seiner Möhrennase gelandet ist, plötzlich merkt, dass er sich bewegen kann und daraufhin beschließt, den Weihnachtsmann in Lappland zu suchen, um diesem ein Geschenk zu überreichen.

Unterwegs nach Norden fragt der Schneemann die Tiere, die ihm begegnen, nach dem richtigen Weg zum Weihnachtsmann. Jedes der Tiere -Rabe, Hirsch, Fuchs, Kaninchen, Wolf und Bär- verlangt eine Gegenleistung -Kekse, Glöckchen, Hut, Karotte, Schal und für den Bären ein Weihnachtslied- für die Hilfe, so dass der Schneemann letztendlich ohne alles, selbst ohne das Geschenk (die Glöckchen für Schlitten) vor den Weihnachtsmann tritt. Dieser jedoch hat ein Geschenk für den Schneemann, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten. Der glückliche Schneemann beschenkt den Weihnachtsmann mit einem allerschönsten Schneemannlächeln.

Nach klassischem Erzählmuster und mit einer berührenden Botschaft erzählt Thierry Dedieu eine liebenswerte Weihnachtsgeschichte, welche wunderbar ausdrucksstarke, sehr realistisch in erdigen Farben gemalte Illustrationen begleiten. Einen interessanten Kontrast bildet der wütend brüllende, furchterregende Bär zum aufmerksam-sanften Bärengesicht, das dem Lied vom leise rieselnden Schnee lauscht und direkt mitten ins Herz geht das dankbare Lächeln des Schneemanns.