Archiv der Kategorie: Jugendroman

ZWEET

Text: Marit Kaldhol

Übersetzung aus dem Norwegischen:  Maike Dörries

Verlag: Mixtvision, 2017

 

ZWEET, ein ganz außergewöhnlicher bemerkenswerter Jugendroman von Marit Kaldhol, die zum Beispiel mit ihrem 1986 erschienenen berührenden Kinderbuch „Abschied von Rune“ mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und vielen weiteren Preisen ausgezeichnet wurde, behandelt Themen, die sich um Anderssein, Mobbing und die erste Liebe ranken.

Das wunderbar gestaltete Cover mit einer silhouettenhaften, in einer Bienenwabe hockenden, geflügelten Menschengestalt stimmt auf die Geschichte ein, welche mich von der ersten bis zur letzten Zeile magisch in ihren Bann zieht. Durch die klare wie poetische Sprache , die sich spannungsreich zuspitzenden äußeren Ereignisse, die innere Gedankenwelt eines ungewöhnlichen Mädchens und zweier  auf unterschiedliche Weise mit ihr verbundener Menschen wird die erzeugte besondere Atmosphäre beinahe hautnah spürbar.

Drei junge Menschen kommen nacheinander zu Wort und beschreiben aus ihrer jeweiligen Perspektive  eindringlich ihre Sichtweise und Reflexion auf erschütternde Ereignisse.

Den Anfang macht die Außenseiterin Lill-Miriam, die von ihren Mitschülern „das Biest“ genannt wird und doch so weit entfernt von einem solchen zu sein scheint, wie man sich nur vorstellen kann. Sie ist anders, einsam, hochsensibel und verletzlich und spinnt sich -vor allem in ihrem Versteck auf dem Dachboden der Schule, wo sie ihren philosophischen und naturwissenschaftlichen Betrachtungen nachgeht- in ihrer Phantasiewelt der Bienen und Insekten in einen Kokon, der sie immer mehr von den anderen abgrenzt.

Susan quält sich mit Schuldgefühlen und Erinnerungen an das, was sie und ihre Freundinnen der verhassten Außenseiterin einst Schreckliches angetan haben.

Ruben sorgt sich um Lill-Miriam, die seit dem Katastrophenalarm an der Schule verschwunden bleibt. Der kubanische Junge fühlt sich zu dem sonderbaren Mädchen hingezogen. Er sinniert darüber, wie ihre erste zarte Beziehung entstand, die Beziehung zweier seelenverwandter Inselmenschen, die zueinanderfanden und sich ohne viele Worte verstanden.

Selten hat mich eine Geschichte derart sogartig eingenommen und berührt wie diese und sehr nachdenklich zurückgelassen. Sie wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.

 

 

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