Archiv der Kategorie: Spiele und Beschäftigung

Schwach oder Stark?

Bilder und Text: Sabine Lohf

Verlag: Moritz, 2017

http://www.moritzverlag.de

http://www.sabine-lohf.de

 

Fünfzig Gegensatzpaare wie schwach und stark, leicht und schwer, Himmel und Erde, unten und oben, rauf und runter, Berg und Tal, Frühling und Herbst, … stellt Sabine Lohf in ihrer immer wieder beeindruckenden Ideenvielfalt in diesem neuen Pappbilderbuch einander gegenüber.

In aufwändigen Fotocollagen, die aus buntem Papier, Pappen, Früchten, Nüssen, Süßigkeiten, Knöpfen, Wollfäden, Federn, Zweigen, Blüten, Watte, Nägeln, Blättern, Zündhölzern, Steinen und vielem mehr inszeniert werden, schafft sie ein Universum der Gegensätze: Hier trifft der starke, aus gelbem Karton gebastelte Leopard mit einer tollen Schärpe aus Leopardenfell als Gewichtheber auf das schwächere Korken-Kaninchen, welches sich sichtlich beeindruckt von der Niederlage beim Kräftemessen mit dem Leopard geschlagen gibt, dort trifft eine Sonne mit Strahlen aus Getreidehalmen auf einen Laternen-Mond, an anderer Stelle wird ein Schneemann aus weißem Zucker gebaut bzw. gestreut und einem schwarzen Raben, den zusätzlich noch eine echte Feder schmückt, gegenübergestellt. Ein im wahren Wortsinn süßes Mädchengesicht, gelegt aus lauter Süßigkeiten, trifft auf eine sauer dreinblickende Eule mit Zitronenscheiben-Augen. Viele bunte Knöpfe stehen einem einzelnen roten Knopf, der als Schweinenase fungiert, gegenüber. Ein wilder Löwe erschreckt ein zahmes Häschen, ein großer Junge hält einen kleinen Nikolaus in seinen Händen, kalte Eiswürfel nebst Pinguin treffen auf heiße Wunderkerzen, eine glänzende Weihnachtskugel auf einen rostigen Türbeschlag oder eine lustige kleine Filz-Fledermaus ist einmal vor und einmal hinter einem Vorhang zu sehen. Und sogar -sehr zur Freude des ChaMALeons- zwei Chamäleons sind dabei – einmal in grauer und einmal in bunter Version!

Es ist nicht nur für die Kleinen -welche hier ganz wie nebenbei beim Sehen, Hören und Staunen ihren Wortschatz erweitern lernen- eine große Freude, in diesem schönen Bilderbuch zu blättern und sich immer wieder von seiner ihm innewohnenden immensen Kreativität, die überdies ausgesprochen inspirierend zum Basteln wirken kann, beeindrucken zu lassen.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

 

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Das kreative Weihnachtsbastelbuch

Text und Illustration: Lydia Crook

Verlag: Knesebeck, 2017

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Vorlagen für weihnachtlichen Bastelspaß aus Papier für die ganze Familie bietet die kreative Weihnachtsbastelbuch-Broschüre von Lydia Crook.

Der rote Einband mit goldgeprägtem Titelschriftzug, ebenso goldener, auf eine Girlande aufgereihter Weihnachtsschmuck und viele filigrane Schneeflockenkristalle stimmen auf das traditionelle Basteln in der Advents-und Weihnachtszeit ein.

Mit der Vorstellung verschiedener Bastel-, Mal- und Spielideen finden Familien viele Anregungen zur kreativen Beschäftigung mit Papier, um daraus Adventskalender und Weihnachtsschmuck zu basteln oder sich mit weihnachtlichen Spielen die Wartezeit bis zum Fest zu verkürzen.

Auf hochwertigem festen Papier sind viele Formen zum Ausschneiden und/oder Ausmalen vorgegeben, aus denen sich schöne Weihnachtsdekorationen wie zum Beispiel ein reichlich geschmückter kleiner Weihnachtsbaum, Papierengel zum Aufstellen oder tolle 3D-Schneeflocken oder ein 3D-Rentier oder eine bewegliche Flexi-Schneeflocke zaubern lassen.

Eine lustige Weihnachtsgeschichte -erzählt von zwei bis vier Mitspielern- kann entstehen, wenn der Spielanleitung gefolgt wird. Wer Memoryspielen mag, findet im Buch eine Spielvorlage zum Ausschneiden. Sehr schön sind auch die Ideen zur Gestaltung von Weihnachtsmotiven aus Fingerabdrücken oder eine recht knifflige Herausforderung der Magische Bildwechsler mit Weihnachtsmotiven.

Weniger originell hingegen erscheinen Vorschläge wie jene, ein Blatt Papier in viele kleine Schnipsel zu zerreißen, in die Luft zu werfen und es schneien zu lassen oder ein (rotes!) Blatt in der Mitte auseinanderzureißen, um es zu Schneebällen zusammenzuknüllen oder einen Weihnachtsbaum mit geschlossenen Augen auszumalen.

Glücklicherweise überwiegen die schöneren Bastel- und Spielideen, so dass das Buch ein passendes Geschenk zur Beschäftigung in der Weihnachtszeit sein kann.

 

Hirameki-Party-Tischsets

von Peng+Hu

Verlag Antje Kunstmann, 2017

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Kritzeln ist etwas Wunderbares, es macht Spaß, es entspannt und fast alle tun es – Kinder kritzeln während öder Unterrichtsstunden in ihre Schulhefte, Erwachsene tun es bei sich endlos hinziehenden Telefonaten …

Die Künstler Peng+Hu sind Meister des Kritzelns. Ihre inspirierende Hirameki-Technik kultiviert das Kritzeln, indem sie Zufallsprodukten wie Farbklecksen oder Flecken durch Hinzuügen weniger Tuschestriche gegenständlichen oder figürlichen Sinn verleiht.

In unförmigen Gebilden lassen sich mit ein wenig Phantasie Vögel, Fische, Blumen, Landschaften, Monster, Fabelwesen und vieles mehr entdecken, welche sich durch prägnante graphische Ergänzungen herauskristallisieren.

Von den bisherigen Hirameki-Büchern haben sich bereits zahlreiche kleine und große Menschen in unseren Malgruppen zu eigenen Kritzelkunstwerken begeistert inspirieren lassen!

Nun gibt es in einem großen Abreißblock mit 36 Blättern den Hirameki-Spaß in Form von Tisch-Sets aus Papier, die sich sowohl als lustige Unterlage für ein Gedeck als auch zur kreativen Beschäftigung im Anschluss an das Essen wunderbar für Kindergeburtstage und alle anderen Partys eignen. So kommt garantiert keine Langeweile auf! Durch Essensreste verursachte Flecken sind hierbei kein Problem, können diese doch gleich mit in die Ideenfindung einbezogen werden.

Wir sind begeistert und freuen uns schon sehr auf die nächste Hirameki-Kritzel-Party!

Rätselhafte Labyrinthe

Illustration: Christoph Hoppenbrock

Verlag: moses., 2017

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Aus der Zeitschrift Geolino, welche Kinder sehr engagiert an vielfältige Themen aus Natur, Technik, Geschichte, Kultur und Zeitgeschehen heranführt, stammen die beliebten phantasievollen und farbenfrohen  Labyrinthe von Christoph Hoppenbrock, die erfreulicherweise nun in einem broschierten 80seitigen Buch zusammengefasst wurden.

Es gilt, den richtigen Weg zum Ziel durch 24 rätselhafte Irrgärten zu finden. Unterwegs gibt es dabei allerlei Überraschendes zu entdecken oder spannende und knifflige Rätsel zu lösen. Verschiedene Symbole sind zu beachten, die jedoch auch mal in die Irre führen können, Buchstaben einzusammeln und in die richtige Reihenfolge zu bringen, Zahlen zu Formen zu verbinden, versteckte Worte zu suchen und vieles mehr. Dabei können  Kinder eine Menge aus verschiedenen Wissensgebieten lernen und obendrein viel Spaß haben.

Schade nur, dass die Bindung einige Details verdeckt. Diese werden nur sichtbar bei sehr starkem Auseinanderpressen der Broschüre, was jedoch schnell zum Auseinanderreißen und damit zur getrübten Rätselfreude führen könnte. Die Altersempfehlung ist mit  8 Jahren angegeben, was mir recht optimistisch erscheint, da die Rätsel doch mitunter recht anspruchsvoll sind. Mit etwas (menschlicher und/oder medialer) Hilfe kann das Lösen der Aufgaben jedoch gut gelingen und zur Freude an der gemeinsamen Herausforderung beitragen.

Yoga für Kinder

Kartenbox mit 50 Karten

Autoren: Tara Gruber & Lea Kalish

Illustrationen: Sophie Fatus

Verlag: moses. Verlag, 2017

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Yoga fördert die Gesundheit, das Konzentrationsvermögen und die Beweglichkeit. Von der den Körper und den Geist stärkenden Wirkung von Yogaübungen können alle profitieren, Erwachsene ebenso wie Kinder. Kindern sollte die Yogapraxis dabei nur ein wenig spielerischer vermittelt werden; speziell für sie wurde dieses Kartenset entwickelt.

Es enthält in einer stabilen, orange-grün-farbigen Box 50 ansprechend und kindgerecht gestaltete Karten, deren Format etwas größer als das von Postkarten ist und die recht strapazierfähig und abwischbar sind. Mit ihnen lassen sich verschiedene Yogaprogramme individuell aufbauen.

Eine Leporello-Karte gibt zunächst eine erklärende Übersicht über 9 verschiedene Kategorien -Atemübungen, Spielelemente, Balanceübungen, Standhaltungen, Vor- und Rückbeugen, Übungen zum Drehen und Strecken, Partnerübungen und Übungen zum Loslassen, Ruhen und Vitalisieren- und dazu die wichtigsten Yogi-Tipps.

Die einzelnen Kategorien sind verschiedenfarbig markiert, sodass sie sich immer wieder leicht zuordnen lassen. So gibt es zum Beispiel auf den bläulichvioletten Atem-Karten Anleitungen für den Bären-, Schlangen-, Hasen-, Bienen- oder Elefantenatem. Mit ihrer Hilfe kommt man mit der entsprechenden Atemtechnik je nach dem erwünschten Ziel entweder zu Ruhe und Balance, Ruhe und Langsamkeit, Klärung und Reinigung oder Entspannung und Beruhigung oder sie helfen dabei, neue Energie und Kraft aufzutanken.

Kindgerechte Illustrationen und gut verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur jeweiligen Übung geben dabei auf der Vorder- und Rückseite der Karten Struktur und Orientierung und erfreuen durch eine farblich und grafisch ausgesprochen ansprechende Gestaltung.

Die gelben Yoga-Spielkarten, welche unter anderem Spiele wie „Yogabrezeln“ oder „Naturkinder“ anleiten, stimmen mit passenden Zitaten und Weisheiten auf die Spielübungen ein. Mit den grünen Balance-Karten werden Übungen wie Baum, Held III, Pfeil, Boot oder Brett in Wort und Bild kinderleicht erklärt. Ebenso die Standübungen auf den hellgrünen Karten, die Berg, Tänzer, Dreieck, Held I und Held II heißen oder die Vorbeugeübungen auf den orangenen Karten, welche mit Fels, Gorilla, Schildkröte, herabschauender Hund und Fluss benannt wurden. Türkisfarben kommen die Rückbeugeübungen wie Kobra, Haifisch, Brücke, Fisch oder Delfin und mattgelb die Dehn- und Streckübungen wie Drache, gedrehter Drache, Brezel, Drehung im Liegen und Katze sowie pink die Partnerübungen wie Dach, Aufzug, Rücken-an-Rücken-Stuhl, Doppel-Brezel, Salamander auf dem Fels, Wippe, Doppel-Boot, offenes Herz, Freundliche Krieger und Doppelhund daher. Die lindgrünen Zeit-für-dixch-Karten sorgen mit geeigneten Übungen für neue Energie, Entspannung, Unterstützung, Erdung und Harmonie.

Mit dieser schönen wie hilfreichen Kartenbox sind Eltern, Therapeuten oder Übungsleiter -neben ihrer bereits vorhandenen Yogaerfahrung- bestens vorbereitet und gerüstet, um Kindern auf altersgerechte und originelle Weise die wohltuende Wirkung von Yoga nahebringen zu können.

Zeichnen leicht gemacht

Text und Illustration: E.G.Lutz

Übersetzung aus dem Englischen: Christine Schnappinger

Verlag: Knesebeck, 2017

http://www.knesebeck-verlag.de

 

Die klassische Zeichenschule „Zeichnen leicht gemacht“ von E.G. Lutz aus dem Jahr 1921, welche bereits als Vorbild für Walt Disneys animierte Trickfilme diente, ist erfreulicherweise in einer Neuauflage im Knesebeck-Verlag erschienen.

Auf dem nostalgischen, in den Farben Hellbraun und Blau gestalteten Titelbild begegnen dem Betrachter beidseits den Titelschriftzug begrenzend Pinguin und Hase; nach unten dient ein Zeichenstift mit dem Namenszug des Autors der Begrenzung. Ober- und unterhalb dieses zeichnerischen Arrangements finden sich in abschließenden  Bildleisten Darstellungen verschiedener Tiere und Pflanzen.

Auf den folgenden 80 querformatigen Seiten des nützlichen Büchleins kann sich der interessierte Zeichenschüler den zahlreichen, leicht nachvollziehbaren zeichnerischen Tipps und Tricks des brillanten Zeichenlehrers Schritt für Schritt annähern.

Nach einer anfänglichen Vorstellung des benötigten Materials und Erklärung geometrischer Grundformen, die zur wesentlichen Grundlage des Aufbaus der Zeichnungen verschiedener Objekte im Buch werden, wird zuerst in 6 Schritten der zeichnerische Aufbau eines Fuchs-Kopfes demonstriert. Analog folgen aus Kreiseln erwachsende Radieschen, sich aus Kreisen formende Teekannen oder Heißluftballons, aus gekreuzten Linien entspringende Schmetterlinge, aus einem Mix aus Linien und Formen aufgebaute Narzissen, Stiefmütterchen oder Gänseblümchen, männchenmachende Hasen, rennende Hunde, fliegende Vögel, zum Sprung bereite Katzen, galoppierende Pferde und vieles mehr. Das Zeichnen von sitzenden, stehenden oder sich bewegenden tierischen und menschlichen Figuren gelingt so verständlich nachvollziehbar durch die auf geometrische Grundformen reduzierte Vereinfachung komplexer Formen, die anschließend Schritt-für-Schritt mit weiteren Details ergänzt werden. Ebenso überraschend einfach erscheint das Gelingen zeichnerischer Darstellungen von Gesichtern aus verschiedenen Perspektiven und deren mimischer Ausdruck.

Die herrlich altmodisch anmutenden und dennoch zeitlos schönen Zeichenanleitungen von E.G.Lutz sind eine anschauliche und wertvolle Hilfe für angehende kleine und große Zeichenkünstler und eine Bereicherung für jede Atelier-Bibliothek.

Black Stories – Science-Fiction Edition

Kartenset mit 50 Karten

Text: Elke Vogel

Illustration: Bernhard Skopnik

Verlag: moses., 2016

http://www.moses-verlag.de

 

Das Titelbild der Kartenschachtel mit den drei rotäugigen und weißhäutigen Aliens vor schwarzem Hintergund lässt unschwer erkennen, dass es sich bei dieser Ausgabe der vor allem bei Teenagern sehr beliebten Black-Stories- Kartenspiele diesmal alles um Science Fiction dreht, – darunter aktuellere Movies und Klassiker wie zum Beispiel Star Wars, Star Trek, Akte X, E.T., Avatar,  Inception, Terminator, Matrix,  Independence Day und 12 Monkeys. Science-Fiction-Movie-Junkies sind hier natürlich klar im Vorteil!

Beim Spiel stehen sich der „Gebieter“ und das „Ratevolk“ gegenüber. Der Gebieter zieht nach und nach beliebige Karten aus dem Stapel und liest die Fragestellung von der Vorderseite dem Ratevolk vor , den Text auf der Kartenrückseite behält er für sich. Zur Lösung der Black Stories tasten sich nun die Rater allmählich vor, indem sie geschickte Fragen stellen, die vom Gebieter mit Ja oder Nein zu beantworten sind. Mitunter sollte der Gebieter darauf hinweisen, wenn eine Frage nicht relevant ist, um die Geduld des Ratevolks nicht unnötig lange zu strapazieren.

Zum Teil handelt es sich um sehr absurde Fälle, die nur sehr schwer mit Ja/Nein-Fragen zu lösen sind. Manche Fälle wiederum sind recht einfach zu lösen, wenn der entsprechende Film den Ratern bekannt ist. Am meisten Spaß machen deshalb die mittelschwer lösbaren Fälle.

Die rot-schwarzen Illustrationen auf den Karten wurden entsprechend der Thematik geheimnisvoll gestaltet und können zum Teil ein wenig unterstützend bei der Antwortfindung sein.

 

Was sitzt im Wald und winkt?

Text: Moni Port

Illustration: Jörg Mühle

Verlag: Klett Kinderbuch, 2016

http://www.klett-kinderbuch.de

 

„Huhu!“ scheint der freundlich winkende Uhu uns zuzurufen, womit sich die erste titelgebende Frage „Was sitzt im Wald und winkt?“ aus dem neuen urkomischen Quatschfragen-Rätselbüchlein von Jörg Mühle und Moni Port bereits wie von selbst beantwortet hat.

Oder: „Was ist lila und bedient im Restaurant?“ Natürlich die Obergine!

Oder: „Was ist weiß und tanzt im Wald ums Feuer?“ Ganz klar, ein Rumpelpilzchen!

Und weil´s so schön ist, noch eins: „Was ist grün, glücklich und springt von Grashalm zu Grashalm?“ Das kann nur eine Freuschrecke sein!

Wie die Freuschrecken freuen wir uns nun, dass das erfolgreiche Vorgängerbüchlein „Was sitzt am Strand und redet undeutlich?“ (=die Nuschel!) einen nicht minder lustigen Nachfolger mit neuen Rätselfragen, deren Antwortfindung mit Unterstützung der herrlich originellen Illustrationen nicht allzu schwer ist und überdies einen Riesenspaß macht, bekommen hat.

Jede der 19 Doppelseiten widmet sich in Text und Bild einer der 19 Rätselfragen. Auf der linken Buchseite wird vor verschiedenfarbigem Hintergrund die Frage gestellt; die passende Antwort findet sich gleich darunter in einem auf den Kopf gestellten weißen Schriftzug, welchen man zur Erhöhung der Schwierigkeit und Steigerung der Spannung insbesondere in Gruppen zunächst noch kurz mit der Hand abdecken kann. Ein Blick auf die  rechte Buchseite mit einer der jeweiligen Rätselfrage zugeordneten illustrativen Verbildlichung lässt die Antwort meistens nicht lange ausbleiben. Die gemeinsame Suche danach ist sehr lustig!

Die letzte Doppelseite ermuntert zu eigenen Text- und Bildideen – was wir nach der gemeinsamen allseits erheiternden Buchlektüre in unserer Kindermalgruppe mit  Stiften, Pinseln und Farben nur allzu gern sogleich in die Tat umgesetzt haben.

 

Kneipenquiz-Das Original

Text: Tom Zimmermann, Darren Gundorf

Spielkonzept: Marco Teubner, Heinrich Glumler

Grafik/Gestaltung: Kreativbunker

Verlag: moses., 2016

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Die Kneipenquiz-Spielidee kommt ursprünglich aus Großbritannien und Irland, wo es traditionell häufig in Pubs in großer Runde gespielt wird. Gundorf und Zimmermann, die auf das Spiel zuerst in Reykjavik gestoßen sind, brachten die Idee anlässlich der Bareröffnung eines Freundes in Altona nach Deutschland, wo sich das gemeinsame Rätseln über Fragen aus verschiedensten Themengebieten ebenfalls bald großer Beliebtheit erfreute.

Das Spiel muss natürlich nicht zwingend in einer Kneipe gespielt werden, genausogut geht das auch in geselliger Runde zuhause oder beispielsweise in einem Atelier (wo wir es ausprobiert haben). Je größer und geselliger die Spielrunde, umso besser. Es geht nämlich darum, dass die Runde gegen dasSpiel selbst antritt. Je mehr Teilnehmer, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass unter ihnen einige die Fragen beantworten können. Denn die kniffligen Fragen sind anspruchsvoll und daher auch erst für Mitspieler ab ca. 16 Jahren geeignet.

Es gibt mehrere unterschiedlich schwierige Spielvarianten, wobei wir uns zum Einstieg für die leichteste namens Easy-peasy entschieden haben. Im Team, das eine Eule als Spielfigur erhält, wird in insgesamt 5 Runden gegen 4 fiktive Gegner in Form verschiedenfarbiger Bierflaschen gespielt, wobei eine Sanduhr die Dauer einer Runde jeweils auf 5 Minuten begrenzt. Einer der Mitspieler wird zum Quizmaster ernannt und liest die Fragen auf der gezogenen Quizfragenkarte vor. Zusammen einigt man sich dann -immer mit Blick auf die Sanduhr- auf die richtigen Antworten oder versucht sie zu erraten. Bis zur Auflösung mit Verlesung der richtigen Antworten auf der Kartenrückseite heißt es, strategisch vorzugehen und die fünf Werteplättchen, die in jeder Runde neu ausgegeben werden, so umzuordnen, dass die Wahrscheinlichkeit zum Vorrücken der Eule in Bezug auf die Bierflaschen entsprechend der Einschätzung der mutmaßlich richtig beantworteten Fragen am größten wird. Das Fiese ist nämlich, dass trotz richtig gegebener Antwort neben der Eule auch die Bierflaschen entsprechend der angegebenen grünen Zahl auf dem Werteplättchen trotzdem vorrücken dürfen. Bei falscher Antwort rücken nur die auf dem Plättchen angegebenen Bierflaschen im Sinne der roten  weiter. Glück hat man dann, wenn zusätzliche Bonuspunkt-Eulen auf den Plättchen auftauchen. Nach fünf Runden ist das Spiel am Ende.

Einerseits macht die gemeinsame Suche nach den richtigen Antworten großen Spaß und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Andererseits kann die Spielfreude aber schnell dadurch getrübt werden, dass die Spielrunde  von den Bierflaschen allzu früh überrundet und chancenlos abgehängt wird, was der eigenwilligen Punktevergabe geschuldet ist und schnell demotivierend wirken kann. Das ließe sich vielleicht mit kreativer Auslegung der Spielregeln etwas abmildern. Bei einigen Antworten auf der Kartenrückseite hätten wir uns zur Erklärung noch etwas mehr zusätzliche Hintergrundinformationen gewünscht. Sehr gut gefallen hat uns das ansprechende Design des Spiels mit den integrierten Schubladen für das Spielezubehör. Allerdings müssen die Spielfiguren nach Spielende immer wieder auseinandergebaut werden, wenn man alles Zubehör in den Schubladen verstauen will. Deshalb dürfte das Format der Kiste insgesamt etwas größer sein.

Mach dieses Buch fertig immer und überall

Text  und Illustration: Keri Smith

Übersetzung: Heike Bräutigam und Julia Solz

Verlag: Antje Kunstmann, 2016

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Der unmissverständlichen wie doppelsinnigen Aufforderung, dieses Buch fertigzumachen, kann dank der handlichen, nur 10×16 cm messenden Kleinformatausgabe, nun endlich auch immer und überall Folge geleistet werden!

Es passt wie ein kleines Notizbuch in jede Jacken- oder Handtasche, um es je nach Belieben -auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit, auf Reisen, beim ziellosen Bummeln, beim Wandern oder wo auch immer- zur Hand nehmen zu können und seine Seiten mit individuellem Sinn oder Unsinn zu füllen.

Mit dem Eintragen des eigenen Namens in mehreren Versionen wie weiß, blass, unleserlich, winzig, groß oder rückwärts kann das vergnügliche und (selbst-)bewusstseinserweiternde Abenteuer beginnen, sollte der der anfängliche Warnhinweis zu den mit seinem Gebrauch einhergehenden Gefahren und Nebenwirkungen wie etwa Nässe, Schmutz, Farbkleckse oder gar Wesens- und Lebensspannungsveränderungen leichtsinnigerweise bagatellisiert oder missachtet werden.

Als kleine Auflockerungsübung und zum Verschaffen eines ersten Überblicks über die den Benutzer erwartenden Aufgaben dürfen -do it yourself- alle Seitenzahlen eingetragen werden, je nach Beginn der Zählung sind das mindestens 140. Dabei lässt die wunderbar unhierarchische Aufstellung der benötigten Materialien wie unter anderem Geistesblitze, Klebstoff, Spucke, Müll, Farbe, Tränen, Bindfaden, Überraschungen, Kaffee, Gefühle, Schere, Zufall und Grips eine Ahnung aufkommen, in welche Richtung das Konzept gehen will und kann.

Die diffuse Erwartung konkretisiert sich beim Studium der künftigen Beschäftigungmöglichkeiten, die mit mehr oder weniger scheinbar obskuren Vorschlägen wie Fahrpläne abzumalen, Buchseiten mit spitzen Gegenständen zu malträtieren oder nach vorherigem Bekritzeln zu fluten, Seiten herauszureißen und sie anderen in die Taschen zu stecken, Straßennamen zu sammeln, Linien zu ziehen, Gerüche und klebriges Zeug einzufangen und im Buch festzuhalten sowie immer wieder mit eingestreuten Aufforderungen, über eigene Fertigmachmethoden nachzudenken und diese nachweislich mit Datum und Unterschrift zu dokumentieren zu einem stetig wachsenden Sammelsurium persönlicher Befindlichkeiten werden könnten. – Das mutet seltsam an. Ist es auch. Oder doch nicht? Vielleicht ist das unscheinbare Büchlein ein hochwirksames Medikament mit unerwarteten Nebenwirkungen, die erstaunliche kreative Energien freisetzen und den Konsumenten desselben von sich selbst überraschen lassen? – Einfach mal ausprobieren!

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de