Archiv der Kategorie: Spiele und Beschäftigung

Yoga für Kinder

Kartenbox mit 50 Karten

Autoren: Tara Gruber & Lea Kalish

Illustrationen: Sophie Fatus

Verlag: moses. Verlag, 2017

 

Yoga fördert die Gesundheit, das Konzentrationsvermögen und die Beweglichkeit. Von der den Körper und den Geist stärkenden Wirkung von Yogaübungen können alle profitieren, Erwachsene ebenso wie Kinder. Kindern sollte die Yogapraxis dabei nur ein wenig spielerischer vermittelt werden; speziell für sie wurde dieses Kartenset entwickelt.

Es enthält in einer stabilen, orange-grün-farbigen Box 50 ansprechend und kindgerecht gestaltete Karten, deren Format etwas größer als das von Postkarten ist und die recht strapazierfähig und abwischbar sind. Mit ihnen lassen sich verschiedene Yogaprogramme individuell aufbauen.

Eine Leporello-Karte gibt zunächst eine erklärende Übersicht über 9 verschiedene Kategorien -Atemübungen, Spielelemente, Balanceübungen, Standhaltungen, Vor- und Rückbeugen, Übungen zum Drehen und Strecken, Partnerübungen und Übungen zum Loslassen, Ruhen und Vitalisieren- und dazu die wichtigsten Yogi-Tipps.

Die einzelnen Kategorien sind verschiedenfarbig markiert, sodass sie sich immer wieder leicht zuordnen lassen. So gibt es zum Beispiel auf den bläulichvioletten Atem-Karten Anleitungen für den Bären-, Schlangen-, Hasen-, Bienen- oder Elefantenatem. Mit ihrer Hilfe kommt man mit der entsprechenden Atemtechnik je nach dem erwünschten Ziel entweder zu Ruhe und Balance, Ruhe und Langsamkeit, Klärung und Reinigung oder Entspannung und Beruhigung oder sie helfen dabei, neue Energie und Kraft aufzutanken.

Kindgerechte Illustrationen und gut verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur jeweiligen Übung geben dabei auf der Vorder- und Rückseite der Karten Struktur und Orientierung und erfreuen durch eine farblich und grafisch ausgesprochen ansprechende Gestaltung.

Die gelben Yoga-Spielkarten, welche unter anderem Spiele wie „Yogabrezeln“ oder „Naturkinder“ anleiten, stimmen mit passenden Zitaten und Weisheiten auf die Spielübungen ein. Mit den grünen Balance-Karten werden Übungen wie Baum, Held III, Pfeil, Boot oder Brett in Wort und Bild kinderleicht erklärt. Ebenso die Standübungen auf den hellgrünen Karten, die Berg, Tänzer, Dreieck, Held I und Held II heißen oder die Vorbeugeübungen auf den orangenen Karten, welche mit Fels, Gorilla, Schildkröte, herabschauender Hund und Fluss benannt wurden. Türkisfarben kommen die Rückbeugeübungen wie Kobra, Haifisch, Brücke, Fisch oder Delfin und mattgelb die Dehn- und Streckübungen wie Drache, gedrehter Drache, Brezel, Drehung im Liegen und Katze sowie pink die Partnerübungen wie Dach, Aufzug, Rücken-an-Rücken-Stuhl, Doppel-Brezel, Salamander auf dem Fels, Wippe, Doppel-Boot, offenes Herz, Freundliche Krieger und Doppelhund daher. Die lindgrünen Zeit-für-dixch-Karten sorgen mit geeigneten Übungen für neue Energie, Entspannung, Unterstützung, Erdung und Harmonie.

Mit dieser schönen wie hilfreichen Kartenbox sind Eltern, Therapeuten oder Übungsleiter -neben ihrer bereits vorhandenen Yogaerfahrung- bestens vorbereitet und gerüstet, um Kindern auf altersgerechte und originelle Weise die wohltuende Wirkung von Yoga nahebringen zu können.

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Zeichnen leicht gemacht

Text und Illustration: E.G.Lutz

Übersetzung aus dem Englischen: Christine Schnappinger

Verlag: Knesebeck, 2017

 

Die klassische Zeichenschule „Zeichnen leicht gemacht“ von E.G. Lutz aus dem Jahr 1921, welche bereits als Vorbild für Walt Disneys animierte Trickfilme diente, ist erfreulicherweise in einer Neuauflage im Knesebeck-Verlag erschienen.

Auf dem nostalgischen, in den Farben Hellbraun und Blau gestalteten Titelbild begegnen dem Betrachter beidseits den Titelschriftzug begrenzend Pinguin und Hase; nach unten dient ein Zeichenstift mit dem Namenszug des Autors der Begrenzung. Ober- und unterhalb dieses zeichnerischen Arrangements finden sich in abschließenden  Bildleisten Darstellungen verschiedener Tiere und Pflanzen.

Auf den folgenden 80 querformatigen Seiten des nützlichen Büchleins kann sich der interessierte Zeichenschüler den zahlreichen, leicht nachvollziehbaren zeichnerischen Tipps und Tricks des brillanten Zeichenlehrers Schritt für Schritt annähern.

Nach einer anfänglichen Vorstellung des benötigten Materials und Erklärung geometrischer Grundformen, die zur wesentlichen Grundlage des Aufbaus der Zeichnungen verschiedener Objekte im Buch werden, wird zuerst in 6 Schritten der zeichnerische Aufbau eines Fuchs-Kopfes demonstriert. Analog folgen aus Kreiseln erwachsende Radieschen, sich aus Kreisen formende Teekannen oder Heißluftballons, aus gekreuzten Linien entspringende Schmetterlinge, aus einem Mix aus Linien und Formen aufgebaute Narzissen, Stiefmütterchen oder Gänseblümchen, männchenmachende Hasen, rennende Hunde, fliegende Vögel, zum Sprung bereite Katzen, galoppierende Pferde und vieles mehr. Das Zeichnen von sitzenden, stehenden oder sich bewegenden tierischen und menschlichen Figuren gelingt so verständlich nachvollziehbar durch die auf geometrische Grundformen reduzierte Vereinfachung komplexer Formen, die anschließend Schritt-für-Schritt mit weiteren Details ergänzt werden. Ebenso überraschend einfach erscheint das Gelingen zeichnerischer Darstellungen von Gesichtern aus verschiedenen Perspektiven und deren mimischer Ausdruck.

Die herrlich altmodisch anmutenden und dennoch zeitlos schönen Zeichenanleitungen von E.G.Lutz sind eine anschauliche und wertvolle Hilfe für angehende kleine und große Zeichenkünstler und eine Bereicherung für jede Atelier-Bibliothek.

Black Stories – Science-Fiction Edition

Kartenset mit 50 Karten

Text: Elke Vogel

Illustration: Bernhard Skopnik

Verlag: moses., 2016

 

 

Das Titelbild der Kartenschachtel mit den drei rotäugigen und weißhäutigen Aliens vor schwarzem Hintergund lässt unschwer erkennen, dass es sich bei dieser Ausgabe der vor allem bei Teenagern sehr beliebten Black-Stories- Kartenspiele diesmal alles um Science Fiction dreht, – darunter aktuellere Movies und Klassiker wie zum Beispiel Star Wars, Star Trek, Akte X, E.T., Avatar,  Inception, Terminator, Matrix,  Independence Day und 12 Monkeys. Science-Fiction-Movie-Junkies sind hier natürlich klar im Vorteil!

Beim Spiel stehen sich der „Gebieter“ und das „Ratevolk“ gegenüber. Der Gebieter zieht nach und nach beliebige Karten aus dem Stapel und liest die Fragestellung von der Vorderseite dem Ratevolk vor , den Text auf der Kartenrückseite behält er für sich. Zur Lösung der Black Stories tasten sich nun die Rater allmählich vor, indem sie geschickte Fragen stellen, die vom Gebieter mit Ja oder Nein zu beantworten sind. Mitunter sollte der Gebieter darauf hinweisen, wenn eine Frage nicht relevant ist, um die Geduld des Ratevolks nicht unnötig lange zu strapazieren.

Zum Teil handelt es sich um sehr absurde Fälle, die nur sehr schwer mit Ja/Nein-Fragen zu lösen sind. Manche Fälle wiederum sind recht einfach zu lösen, wenn der entsprechende Film den Ratern bekannt ist. Am meisten Spaß machen deshalb die mittelschwer lösbaren Fälle.

Die rot-schwarzen Illustrationen auf den Karten wurden entsprechend der Thematik geheimnisvoll gestaltet und können zum Teil ein wenig unterstützend bei der Antwortfindung sein.

 

Was sitzt im Wald und winkt?

Text: Moni Port

Illustration: Jörg Mühle

Verlag: Klett Kinderbuch, 2016

 

„Huhu!“ scheint der freundlich winkende Uhu uns zuzurufen, womit sich die erste titelgebende Frage „Was sitzt im Wald und winkt?“ aus dem neuen urkomischen Quatschfragen-Rätselbüchlein von Jörg Mühle und Moni Port bereits wie von selbst beantwortet hat.

Oder: „Was ist lila und bedient im Restaurant?“ Natürlich die Obergine!

Oder: „Was ist weiß und tanzt im Wald ums Feuer?“ Ganz klar, ein Rumpelpilzchen!

Und weil´s so schön ist, noch eins: „Was ist grün, glücklich und springt von Grashalm zu Grashalm?“ Das kann nur eine Freuschrecke sein!

Wie die Freuschrecken freuen wir uns nun, dass das erfolgreiche Vorgängerbüchlein „Was sitzt am Strand und redet undeutlich?“ (=die Nuschel!) einen nicht minder lustigen Nachfolger mit neuen Rätselfragen, deren Antwortfindung mit Unterstützung der herrlich originellen Illustrationen nicht allzu schwer ist und überdies einen Riesenspaß macht, bekommen hat.

Jede der 19 Doppelseiten widmet sich in Text und Bild einer der 19 Rätselfragen. Auf der linken Buchseite wird vor verschiedenfarbigem Hintergrund die Frage gestellt; die passende Antwort findet sich gleich darunter in einem auf den Kopf gestellten weißen Schriftzug, welchen man zur Erhöhung der Schwierigkeit und Steigerung der Spannung insbesondere in Gruppen zunächst noch kurz mit der Hand abdecken kann. Ein Blick auf die  rechte Buchseite mit einer der jeweiligen Rätselfrage zugeordneten illustrativen Verbildlichung lässt die Antwort meistens nicht lange ausbleiben. Die gemeinsame Suche danach ist sehr lustig!

Die letzte Doppelseite ermuntert zu eigenen Text- und Bildideen – was wir nach der gemeinsamen allseits erheiternden Buchlektüre in unserer Kindermalgruppe mit  Stiften, Pinseln und Farben nur allzu gern sogleich in die Tat umgesetzt haben.

 

Kneipenquiz-Das Original

Text: Tom Zimmermann, Darren Gundorf

Spielkonzept: Marco Teubner, Heinrich Glumler

Grafik/Gestaltung: Kreativbunker

Verlag: moses., 2016

 

Die Kneipenquiz-Spielidee kommt ursprünglich aus Großbritannien und Irland, wo es traditionell häufig in Pubs in großer Runde gespielt wird. Gundorf und Zimmermann, die auf das Spiel zuerst in Reykjavik gestoßen sind, brachten die Idee anlässlich der Bareröffnung eines Freundes in Altona nach Deutschland, wo sich das gemeinsame Rätseln über Fragen aus verschiedensten Themengebieten ebenfalls bald großer Beliebtheit erfreute.

Das Spiel muss natürlich nicht zwingend in einer Kneipe gespielt werden, genausogut geht das auch in geselliger Runde zuhause oder beispielsweise in einem Atelier (wo wir es ausprobiert haben). Je größer und geselliger die Spielrunde, umso besser. Es geht nämlich darum, dass die Runde gegen dasSpiel selbst antritt. Je mehr Teilnehmer, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass unter ihnen einige die Fragen beantworten können. Denn die kniffligen Fragen sind anspruchsvoll und daher auch erst für Mitspieler ab ca. 16 Jahren geeignet.

Es gibt mehrere unterschiedlich schwierige Spielvarianten, wobei wir uns zum Einstieg für die leichteste namens Easy-peasy entschieden haben. Im Team, das eine Eule als Spielfigur erhält, wird in insgesamt 5 Runden gegen 4 fiktive Gegner in Form verschiedenfarbiger Bierflaschen gespielt, wobei eine Sanduhr die Dauer einer Runde jeweils auf 5 Minuten begrenzt. Einer der Mitspieler wird zum Quizmaster ernannt und liest die Fragen auf der gezogenen Quizfragenkarte vor. Zusammen einigt man sich dann -immer mit Blick auf die Sanduhr- auf die richtigen Antworten oder versucht sie zu erraten. Bis zur Auflösung mit Verlesung der richtigen Antworten auf der Kartenrückseite heißt es, strategisch vorzugehen und die fünf Werteplättchen, die in jeder Runde neu ausgegeben werden, so umzuordnen, dass die Wahrscheinlichkeit zum Vorrücken der Eule in Bezug auf die Bierflaschen entsprechend der Einschätzung der mutmaßlich richtig beantworteten Fragen am größten wird. Das Fiese ist nämlich, dass trotz richtig gegebener Antwort neben der Eule auch die Bierflaschen entsprechend der angegebenen grünen Zahl auf dem Werteplättchen trotzdem vorrücken dürfen. Bei falscher Antwort rücken nur die auf dem Plättchen angegebenen Bierflaschen im Sinne der roten  weiter. Glück hat man dann, wenn zusätzliche Bonuspunkt-Eulen auf den Plättchen auftauchen. Nach fünf Runden ist das Spiel am Ende.

Einerseits macht die gemeinsame Suche nach den richtigen Antworten großen Spaß und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Andererseits kann die Spielfreude aber schnell dadurch getrübt werden, dass die Spielrunde  von den Bierflaschen allzu früh überrundet und chancenlos abgehängt wird, was der eigenwilligen Punktevergabe geschuldet ist und schnell demotivierend wirken kann. Das ließe sich vielleicht mit kreativer Auslegung der Spielregeln etwas abmildern. Bei einigen Antworten auf der Kartenrückseite hätten wir uns zur Erklärung noch etwas mehr zusätzliche Hintergrundinformationen gewünscht. Sehr gut gefallen hat uns das ansprechende Design des Spiels mit den integrierten Schubladen für das Spielezubehör. Allerdings müssen die Spielfiguren nach Spielende immer wieder auseinandergebaut werden, wenn man alles Zubehör in den Schubladen verstauen will. Deshalb dürfte das Format der Kiste insgesamt etwas größer sein.

Mach dieses Buch fertig immer und überall

Text  und Illustration: Keri Smith

Übersetzung: Heike Bräutigam und Julia Solz

Verlag: Antje Kunstmann, 2016

 

Der unmissverständlichen wie doppelsinnigen Aufforderung, dieses Buch fertigzumachen, kann dank der handlichen, nur 10×16 cm messenden Kleinformatausgabe, nun endlich auch immer und überall Folge geleistet werden!

Es passt wie ein kleines Notizbuch in jede Jacken- oder Handtasche, um es je nach Belieben -auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit, auf Reisen, beim ziellosen Bummeln, beim Wandern oder wo auch immer- zur Hand nehmen zu können und seine Seiten mit individuellem Sinn oder Unsinn zu füllen.

Mit dem Eintragen des eigenen Namens in mehreren Versionen wie weiß, blass, unleserlich, winzig, groß oder rückwärts kann das vergnügliche und (selbst-)bewusstseinserweiternde Abenteuer beginnen, sollte der der anfängliche Warnhinweis zu den mit seinem Gebrauch einhergehenden Gefahren und Nebenwirkungen wie etwa Nässe, Schmutz, Farbkleckse oder gar Wesens- und Lebensspannungsveränderungen leichtsinnigerweise bagatellisiert oder missachtet werden.

Als kleine Auflockerungsübung und zum Verschaffen eines ersten Überblicks über die den Benutzer erwartenden Aufgaben dürfen -do it yourself- alle Seitenzahlen eingetragen werden, je nach Beginn der Zählung sind das mindestens 140. Dabei lässt die wunderbar unhierarchische Aufstellung der benötigten Materialien wie unter anderem Geistesblitze, Klebstoff, Spucke, Müll, Farbe, Tränen, Bindfaden, Überraschungen, Kaffee, Gefühle, Schere, Zufall und Grips eine Ahnung aufkommen, in welche Richtung das Konzept gehen will und kann.

Die diffuse Erwartung konkretisiert sich beim Studium der künftigen Beschäftigungmöglichkeiten, die mit mehr oder weniger scheinbar obskuren Vorschlägen wie Fahrpläne abzumalen, Buchseiten mit spitzen Gegenständen zu malträtieren oder nach vorherigem Bekritzeln zu fluten, Seiten herauszureißen und sie anderen in die Taschen zu stecken, Straßennamen zu sammeln, Linien zu ziehen, Gerüche und klebriges Zeug einzufangen und im Buch festzuhalten sowie immer wieder mit eingestreuten Aufforderungen, über eigene Fertigmachmethoden nachzudenken und diese nachweislich mit Datum und Unterschrift zu dokumentieren zu einem stetig wachsenden Sammelsurium persönlicher Befindlichkeiten werden könnten. – Das mutet seltsam an. Ist es auch. Oder doch nicht? Vielleicht ist das unscheinbare Büchlein ein hochwirksames Medikament mit unerwarteten Nebenwirkungen, die erstaunliche kreative Energien freisetzen und den Konsumenten desselben von sich selbst überraschen lassen? – Einfach mal ausprobieren!

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Das Schaf im himmelblauen Morgenmantel

Herausgeberin: Christine Knödler

Texte: Isabel Abedi, Wieland Freund, Dagmar Geisler, Beate Hanika, Alexandra Helmig, Saskia Hula, Nikola Huppertz, Heinz Janisch, Kilian Leypold, Kai Lüftner, Susanne Lütje, Arne Rautenberg, Oliver Scherz, Antonie Schneider, Martina Wildner

Illustrationen: Verena Ballhaus, Rotraut Susanne Berner, Quint Buchholz, Nadia Budde, Renate Habinger, Stefanie Harjes, Alexandra Junge, Regina Kehn, Ole Könnecke, Vitali Konstantinov, Reinhard Michl, Jens Rassmus, Kathrin Schärer, Katrin Stangl, Susanne Straßer, Karsten Teich

Verlag: Mixtvision, 2016

 

„Das Schaf im himmelblauen Morgenmantel“ ist ein ganz und gar außergewöhnliches Buch. So wie auf der Titelseite unterschiedlichste Bild- und Wortteile wie Puzzleteilchen auf einem Faden aufgereiht zu einem Ensemble werden, so ist auch die in diesem Buch erzählte Geschichte Ergebnis und Dokument eines überaus spannenden Experiments, in welches 16 Illustratoren und 15 Autoren eingebunden sind.

Wie im „Cadavre exquis“, einem kreativen Spiel der Surrealisten, werden Bilder und Geschichtenfragmente des einen zum Ideengeber ihrer Fortsetzung durch einen anderen Künstler. Bilder, die sich in Texten fortsetzen, generieren dabei neue Bilder, die wiederum in Texten münden. Was dabei letzlich heraukommt, ist -vergleichbar mit der „stillen Post“- ungewiss, denn jeder der Lesenden und Betrachtenden assoziiert von eigenen Lebenswirklichkeiten und -erfahrungen herrührende unterschiedliche Bilder, Deutungen, Handlungsstränge und neue Figuren, mit denen er/sie die Geschichten und Bilder weiterspinnt und ihnen die individuelle Prägung mit auf den Weg gibt. So entstehen mitunter völlig unerwartete Wendungen, die ohne das spannende Konzept der Vielstimmigkeit sicher so nicht vorherzusehen gewesen wären.

Angeregt und schließlich mit der Herausgabe des Ergebnisses zu einem Abschluss geführt hat das interessante literarische Experiment Christine Knödler, freie Journalistin, Kritikerin und Herausgeberin für verschiedene Verlage, Zeitschriften und Zeitungen sowie Lehrbeauftragte der Buchwissenschaft an der LMU München, die auch selbst Schreibwerkstätten konzipiert und leitet sowie entsprechende Workshops moderiert.

Jeweils zwei Wochen hatten die an dem Spiel Beteiligten Zeit, um sich mit der literarischen oder bildnerischen Vorlage des vorhergehenden Künstlers auseinanderzusetzen und den Handlungsfaden ein stückweit weiterzuspinnen, um es danach an den nächsten Künstler zu dessen erneuter Anregung weiterzugeben.

Nur den Autoren, nicht aber den Illustratoren, wurde zum Vorläufer-Bild eine knappe Zusammenfassung des bisher Geschehenen gegeben, was verständlich ist, damit der Handlungsfaden nicht völlig verfitzt oder Figuren ihre bisherigen Namen behalten.

Den Rahmen der daraus entstandenen, teilweise herrlich abstrusen, schrägen, unterhaltsamen, originellen wie phantasievollen Geschichte, deren einzelne Kapitel und begleitenden Illustrationen stilistisch wunderbar gegensätzlich sind, bilden Zeichnungen der beiden renommierten und unter den Beteiligten an Lebensjahren reichsten Illustratoren Quint Buchholz und Rotraut Susanne Berner.

Quint Buchholz´Auftaktbild zeigt zwei vor einem Abend- oder Morgenhimmel kurz vor Sonnenauf- oder -untergang an einer Bushaltestelle wartende Pinguin-Silhouetten. Rotraut Susanne Berner´s Schlussbild zeigt dagegen weder Pinguine noch Bushaltestelle, sondern eine auf den ersten Blick schwer entschlüsselbare Bilderbotschaft, deren Ingredienzien ein sich an einem Käfig entlanghangelndes Mädchen und ein Junge in offenbar misslicher Lage, eine Dame mittleren Alters, eine überdimensional große rötliche Tigerkatze, ein ebenso großer Maikäfer, verschiedenfarbige Bauklötze, ein Messer sowie ein Schlüssel sind. Was zwischen diesen beiden Bildern liegt und diese miteinander verbindet, ist die gemeinsam erzählte Geschichte , in welcher rauschende nächtliche Feste, verträumte Tänze, skurrile Musikanten, das Dach der Welt, schwarze und weiße schlafende und „nicht-schafende“ Schafe, ein Koffer, Wölfe, perlenkettentragende Kröten und Nashörnerinnen, gelbe Bären, laubblasende Käfer, rasenmähende Katzen mit Hut sowie vor allem die Kinder Nida und Till eine Rolle spielen.

Herausgekommen ist ein bemerkenswertes Gesamtkunstwerk, an dem spielbegeisterte Wortliebhaber und Bilderdeuter große Freude haben werden und das sehr inspirierend für ähnliche Experimente -insbesondere für die kreative Gruppenarbeit mit Kindern- werden kann.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Das Taschenmesser-Schnitzbuch

Autoren: Sonja und Arne Schirdewahn

Verlag: moses.

 

Das Autorenpaar Sonja und Arne Schirdewahn -sie Biologin, er Bildhauer- betreibt seit vielen Jahren ein Naturerlebnisunternehmen, wo unter anderem auch Schnitzkurse  veranstaltet werden.

Ihr strapazierfähiges Taschenmesser-Schnitzbuch mit Spiralbindung und einem orangefarbenen Gummiband zum Verschließen birgt auf 96 Seiten über 30 vielseitige Ideen rund um das Thema Schnitzen – einem wunderbar kreativen und naturverbundenen Hobby für Kinder wie Erwachsene.

Zur Einführung werden die Baumarten Hasel, Weide, Ahorn und Linde und deren Eigenschaften als besonders geeignete Schnitzholzlieferanten vorgestellt. Nach Erläuterungen zu den verschiedenen Schnitzmessern und den wichtigsten Regeln, die beim Schnitzen zu beachten sind sowie einiger praxiserprobter Tipps folgen in Wort und Bild zahlreiche gut verständlich formulierte und leicht nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Schnitzen zahlreicher nützlicher oder origineller Dinge wie Türschilder, Wanderstäbe, Kleiderhaken, Steinschleudern oder Pfeil und Bogen sowie viele weitere Anleitungen zum Basteln mit Naturmaterialien, mit deren Hilfe  zum Beispiel Nisthilfen für Bienen, Raumschmuck, Traumfänger oder sogar Segeljollen und Piratenschiffe entstehen können. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade der Basteleien werden dabei mit bis zu drei Sternen angegeben.

Für kleine Naturforscher unter den Schnitzern  wird  außerdem erklärt, wie Gipsabdrücke von Tierspuren gemacht werden, um daraus eine Tierspurensammlung entstehen zu lassen, wie man einen Wiesenkescher baut oder wie es mit einem sogenannten Insektenstaubsauger gelingt, kleine Insekten, die sich mit der Hand eher schwierig einfangen lassen, mühelos aufzusammeln.

Für eigene Fotos der  im Laufe der Zeit entstandenen Objekte oder  Aufzeichnungen und Forschungsnotizen sind im Buch einige separate Seiten vorgesehen. Auf einer Schnitz-Urkunde können die verschiedenen selbstgemachten Schnitzkunstwerke protokolliert werden. Einige Fachbegriffe rund um das Thema werden schließlich noch in einem Glossar näher erläutert.

Entstanden ist ein solide gestaltetes, verständlich erklärtes und mit vielen Fotos und Zeichnungen bebildertes, nützliches Praxisbuch, welches geeignet ist, Kinder ab circa 8 Jahren ans Schnitzen heranzuführen und damit Freude und Begeisterung für eine naturnahe kreative Beschäftigung zu wecken.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

1,2,3,4 Lieblingstier

Autor: Sabine Lohf

Verlag: Gerstenberg, 2016

 

Etwas mehr als ein halbes Kilogramm bringt das neue Pappbilderbuch von Sabine Lohf auf die Waage – und das ist kein Gramm zu viel (Eigentlich schade, dass unser Alphabet nur 26 Buchstaben hat …)!

Freundlich begrüßt uns ein Papp-Elefant mit Papprollen-Rüssel, Wellpappe-Ohren und gelben Knopf-Augen vor leuchtend rotem Hintergrund auf dem Titelbild von „1,2,3,4 Lieblingstier“. Von A wie Affe bis Z wie Zebra präsentiert jede Doppelseite ein aus verschiedenen Materialien gebasteltes Tier mit Lieblingstier-Potenzial nebst in Form von jeweils vier mit Texterklärungen versehenen Schaubildern gut nachvollziehbarer Bastelanleitung.

Aus Pappe, bunten Papieren oder Zeitungspapier, Stoffresten, Knete, Wolle, Weinkorken oder Fundstücken aus der Natur wie Zweigen, Gräsern, Kastanien, Steinen, Maiskolben oder Federn und anderem mehr zaubert Sabine Lohf mit Ideenreichtum in ihrem ganz eigenen charmanten Stil, der uns immer wieder begeistert, 26 Lieblingstiere wie zum Beispiel ein Chamäleon aus Knete, einen Dinosaurier aus Maiskolben, eine Fledermaus aus Filz, eine Libelle aus Weinkorken oder einen Uhu mit einem Federkleid aus Gräsern -eines liebenswerter als das andere!-, deren Betrachtung schon allein eine Freude ist und große Lust aufkommen lässt, selbst zu Schere, Cutter und Kleber zu greifen, um sich eine persönliche Lieblingstier-Parade zu basteln. Selbst Tiere wie Spinnen oder Würmer, die im Allgemeinen vermutlich eher nicht zu den Lieblingstier-Favoriten zählen, kommen hier so sympathisch daher, dass sie augenblicklich unser Herz zu erobern vermögen.

Ein Lieblingstier-Buch mit Lieblingsbuch-Potenzial!

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Der Reise-Regen-Rücksitz-Koffer

Autorin: Nicola Berger

Illustration/Grafik: Johanna Fritz

Verlag: moses.Verlag, 2016

 

Während sich in einigen Bundesländern die Sommerferien schon dem Ende zuneigen, hat die schöne Ferienzeit für uns in Bayern gerade erst angefangen. Alljährlich beginnen wir e im Geisenhausener Malkastl diese Zeit auf kreative Weise mit unserem zweiwöchigen Malkastl-Sommerferienprogramm, bei dem -ganz gleich ob Bade- oder Regenwetter- in unserem Kinderatelier fleißig und mit großem Spaß gewerkelt, gedruckt, geschrieben und gemalt wird. Langeweile kommt dabei jedenfalls so gut wie nie auf.

Ganz anders kann das sein, wenn es dann nach dem Ferienprogramm mit der Familie auf Reisen geht. Trotz der Vorfreude auf spannende Ferienerlebnisse ist der Weg zu diesem Ziel vor allem für die Kinder doch oft von zäh sich dahinziehenden, mehr oder weniger langweiligen bis gar nervtötenden Stunden auf der Auto-Rücksitzbank geprägt – eine wahre Geduldsprobe für Eltern und Kinder!

Wie gut, dass es für solche Fälle Notfallausrüstungen wie den Reise-Regen-Rücksitz-Koffer gibt. Der kleine fröhlich-bunt-bebilderte und mit Spielmaterial gefüllte Metallkoffer (er misst 18,6×13,6×5 cm und beinhaltet 50 Spielkarten, 4 Sonnenbrillen, 4 Wachsmalstifte und einen Magneten) enthält allerlei kurzweilige Dinge wie Suchbilder, Rätsel, Malanregungen und Spielideen, die die Reisezeit würzen und verkürzen helfen. Die fünfzig beidseitig bedruckten und ansprechend illustrierten Bildkarten bringen von endlosen Autostaus zermürbte Rückbank-Sitzer auf viele tolle Spielideen, die thematisch überwiegend für Urlaubsreisen zugeschnitten sind und bestimmt für jeden Geschmack und unterschiedliche Altersklassen etwas bereithalten. So können in Labyrinthen Wege erkundet, ein Deutschland-Quiz oder Liederrätsel gelöst, Sonnenbrillen designt, Agenten-Missionen erfüllt oder Auto-Bingos und vieles mehr gespielt werden oder mit den beiliegenden Stiften Bilder ausgemalt werden.

Praktisch ist, dass die jeweils aktuell bespielten Bildkarten mit einem Magneten auf der Rückseite des Kofferdeckels befestigt werden können.

Mit einer solchen unterhaltsamen Reiseausstattung wird die Zeit bestimmt wie im Fluge vergehen! Und wenn dann das Ziel aller Träume erreicht ist, lässt sich der Koffer natürlich weiterhin ebenso am Strand oder im Zimmer bei Regenwetter nutzen.

Das Urteil unserer Ferienkinder zum Reise-Regen-Rücksitz-Koffer lautet deshalb: sehr gut!

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de