Archiv für den Monat März 2018

Kurt der Bär ist viel zu ….

Illustration und Text: Peng

Verlag: Kunstmann, 2018

http://www.kunstmann.de

 

Der österreichische Cartoonist Peng, welcher zusammen mit Hu (Rudi Hurzlmeier) als Peng+Hu die phänomenalen Hirameki-Bücher entwickelte, hat sein erstes Kinderbuch als Papp-Bilderbuch veröffentlicht.

Ein  viel zu schwerer Bär, ein Einhorn mit sehr ungewöhnlich platziertem Horn am Allerwertesten, eine schielende lange grüne Schlange, ein Hase im weißen Unterhemd  mit roter Pappnase  und Kussmund-Spuren nebst Verehrerinnen, ein besonders witziges und mit blonder Föhnfrisur ausgestattetes bebrilltes Krokodil namens Emil, welches -Zufall?-  irgendwie an einen amerikanischen Präsidenten erinnert, ein boxendes Känguru mit ebenfalls boxendem Baby im Beutel, ein golfender Wolf, ein rosa gelockter und Nudeln schlürfender Pudel, ein im Liegestuhl chillendes Huhn, eine urbayrische Gans in Lederhose mit Brezel und  andere tierische Protagonisten bekommen hier ihren Auftritt in Form lustiger Cartoons und Verse, die zu vervollständigen sind und dabei Kleinen wie Großen viel Spaß am Schauen und Reimen versprechen.

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Smon Smon

Illustration, Text und Buchgestaltung: Sonja Danowski

Verlag: NordSued, 2018

http://www.nord-sued.com

 

Die Berliner Bilderbuchkünstlerin Sonja Danowski entführt uns in die phantastische Welt des Planeten Gon Gon, wo das entzückende kleine Smon Smon lebt und lässt uns an einem Tag seines einesteils beschaulichen und andererseits abenteuerlichen Lebens teilhaben.

Das Smon Smon hat sein letztes Ron Ron neben sein Won Won an ein Lon Lon gehängt, um in einem Ton Ton davonzuschwimmen zu den großen Pon Pons, wo Lon Lons und Ron Rons wachsen. Als das Smon Smon in ein tiefes, dunkles Zon Zon fällt, helfen ihm Klon Klons und zum Dank hilft das Smon Smon den Klon Klons mit den schweren Ston Stons. Als das Smon Smon in einem weichen Pon Pon schlummernd mit diesem in die Höhe wächst, hilft ihm zum Glück ein vorbeifliegendes Flon Flon aus der misslichen Lage. Das Smon Smon schenkt dem Flon Flon dafür sein Ton Ton mit dem Lon Lon und trifft zu guter Letzt auf ein zweites Smon Smon, mit dem es sich zufrieden in die Won Wons kuschelt.

Alles klar? Keine Sorge – beim Betrachten der traumhaften Illustrationen erschließt sich nicht nur recht schnell, was Ron Rons, Won Wons oder Lon Lons sind, sondern es entwickelt sich nach anfänglicher kurzer Verwirrung ob der ungewöhnlichen Begrifflichkeiten eine große Freude daran, deren Bedeutung zu entschlüsseln und dabei in eine phantastische Bildwelt einzutauchen. Wunderschön!

Kunst mit Torte

Illustration: Thé Tjong-Khing

Verlag: Moritz-Verlag, 2017

 

In seinen Torte-Büchern erzählt Thé Tjong-Khing spannende und abenteuerliche Bildergeschichten ganz ohne Worte. Sehr genaues Hinschauen, immer wieder Vor- und Zurückblättern und pfiffiges Kombinieren sind hier gefragt.

Diesmal geht es um die Welt der Kunst, genauer gesagt um einen Kunstraub, bei dessen Aufklärung wieder die den Torte-Buch-Fans bereits bekannten tierischen Protagonisten helfen. Ein von Frau Hund gemaltes Bild, auf welchem ein Hund mit Torte zu sehen ist, wird aus der Kunstgalerie gestohlen. Dies träumt die  in ihrem von allerlei Kunstbüchern umgebenen Lesesessel eingeschlummerte Künstlerin. Bei der Verfolgung des Räubers streift die tierische Ermittler-Gesellschaft durch Landschaften und Szenarien dem kollektiven Gedächtnis bekannter Gemälde – so von van Gogh, Mondrian, Gauguin, Kandinsky, Beckmann, Munch oder Hokusai. Deren namentliche Zuordnung wird erleichtert durch Vergleichen der den Gemälden entlehnten Motive mit den auf den Vorsatzseiten abgebildeten zahlreichen kleinen Bilder-Piktogrammen,  so dass das kriminalistische Ermitteln geschickt mit kunsthistorischer Wissenserweiterung verknüpft wird.

Den unterschiedlichen Handlungssträngen zu folgen und schließlich mitsamt den Verfolgern den Kunstraub Schritt für Schritt aufzuklären, kann zum kniffligen Vergnügen für alle kunstbegeisterten großen und kleinen Kinder werden.

Da bist du ja!

Da bist du ja! Die Liebe, der Anfang – allüberall

Text: Lorenz Pauli

Illustration: Kathrin Schärer

Verlag: atlantis, 2017 (3.Auflage)

http://www.atlantis-verlag.ch

 

Liebevoll blicken sich die beiden Bilderbuchhelden –deren Zugehörigkeit zu bestimmten Tierspezies wie etwa Hund oder Schwein nur bedingt definierbar, doch ebenso unerheblich ist- direkt in die Augen und scheinen in diesen vertrauensvollen Blick alles legen zu wollen, was nur selten mit Worten hinreichend auszudrücken ist: das Gefühl tiefster Zuneigung, der Liebe.

Das Große und das Kleine, wie die beiden namen-, geschlechts- und alterslosen und damit universellen hinreißenden Wesen im Buch genannt werden, haben sich ziemlich lieb, das sieht und merkt man sofort. Gemeinsam sinnieren sie über den Anfang dieser (Liebes-)geschichte ihrer innigen Freundschaft und Verbundenheit – wie es plötzlich „RUMMMMMS“ machte, und die Liebe kam und das Große dachte, dass diese so groß wäre, dass sie niemals Platz in ihm hätte und wie das Kleine damals spürte, dass es hier bei dem Großen genau richtig wäre und dieses Gefühl voller Poesie auszudrücken versucht. Dass das Kleine mag, dass das Große nicht alles mag, dass alles einen Anfang, aber nicht alles ein Ende haben muss, dass es ein gemeinsames Ziel gibt, nämlich jenes, immer wieder ein kleines Stückchen Anfang zu finden, dass die Liebe nicht aufhören muss, wenn sich einer verändert, sondern das, was sich nie ändert, wie ein Kirschkern sei, aus dem ein Baum wachsen kann.

Poetisches, Tiefgründiges und Philosophisches schwingt hier federleicht inmitten liebevoll gezeichneter Szenarien, in denen das Große und das Kleine durchs Universum schweben, sich herzzerreißende Blicke zuwerfen, ihre Nähe genießen, Schabernack treiben, den Mond bestaunen und in Baumkronen hockend philosophieren.

Herzerwärmender, anrührender, umwerfender und liebevoller kann man die Liebe kaum beschreiben – ein Bilderbuch, in welches man sich augenblicklich verlieben muss!