Archiv der Kategorie: Musik

Klappers Reise

Titel: Klappers Reise oder Wo, bitte, geht´s nach Afrika?

Text und Fotos: Tina Birgitta Lauffer

Puppen und Bühne: Robert Mädge

Verlag: Monika Fuchs, 2017

 

Klapper, der kleine Jungstorch, kann zwar recht laut mit seinem Schnabel klappern, was ihm auch seinen Namen verlieh, ist jedoch sonst ein wenig verträumt und ängstlich. Mit dem Fliegenlernen lässt sich Klapper Zeit, glaubt er doch, dass ihn seine Flügel noch nicht tragen können. Als ihn seine beiden flugbegeisterten Geschwister jedoch verspotten, zum Sammelplatz ausfliegen und allein im Nest zurücklassen, packt Klapper der Ehrgeiz und mutig wagt er erste Flugversuche. Weil das Fliegen so aufregend ist, fliegt er immer weiter und weiter. Als Klapper ins Nest zurückkehrt, sind die anderen Störche schon alle auf die Reise ins Winterquartier gen Afrika aufgebrochen. Oh weh, wo geht es denn eigentlich nach Afrika? Ratsuchend wendet sich der kleine Storch auf der Suche nach seiner Familie an verschiedene Tiere, denen er auf seinem weiten Weg über Wälder, Wiesen, Felder, Berge, Seen, Städte und Dörfer begegnet. Dank der vielen guten Tipps der freundlichen Tiere gelingt es Klapper über einige Umwege tatsächlich bis nach Afrika und dort schließlich zu den anderen Störchen zu finden. Ganz stolz sind nun Klappers Geschwister auf ihren mutigen kleinen Bruder, der die weite Reise ganz allein geschafft hat.

Die entzückende und überdies auch lustige und lehrreiche neue Abenteuer-Bilderbuchgeschichte der überaus kreativen Autorin, Illustratorin, Komponistin, Liedermacherin, Bauchrednerin und Puppenspielerin Tina Birgitta Lauffer ist liebevoll erzählt und reizend bebildert mit Bühnenszenerien aus dem gleichnamigen Puppenspiel, zu welchem es neben dem broschierten kleinen Büchlein auf einer CD obendrein noch die eingängige und ohrwurmverdächtige Begleitmusik gibt, ebenso wie die Musik zu den vorangegangenen Büchern und Puppenspielen der Autorin wie „Der Schneemann und der Hase“ und „Nilas und die Piraten“ – ein rundum gelungenes Gesamtpaket, das kleinen wie größeren Kindern große Freude macht!

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Kosmo & Klax

Kosmo & Klax – Jahreszeiten-Geschichten (Buch und Hörbuch-CD mit Musik)

Kosmo & Klax – Gute-Nacht-Geschichten (Buch und Hörbuch-CD mit Musik)

Text, Sprache und Gesang: Alexandra Helmig

Illustration: Timo Becker

Musik: Martin Langer und Volker Präkelt

Verlag: mixtvision, 2016

 

Ein bemerkenswertes, im Ansatz wie im Ergebnis sehr schönes und engagiertes Kinderbuchprojekt, das vom Mixtvision-Verlag initiiert und in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Münster entwickelt und realisiert wurde, mündete in der neuen Kosmo & Klax-Kinderbuchreihe, zu deren Start nun bereits zwei Buchtitel (Jahreszeiten-Geschichten und Gute-Nacht-Geschichten) und zwei Hörbücher mit jeweils 20 Geschichten und 4 Liedern vorliegen.

Die liebenswerten Vorlesegeschichten rund um Kosmo, das freundliche Eichhörnchen, welches in einem Baumhaus im Wipfel einer alten Eiche lebt und dessen Freund Klax, einem kleinen personalisierten roten Ball, stammen von der Schauspielerin, Sängerin und Theater- und Kinderbuchautorin Alexandra Helmig, die auch die Hörbücher besprochen und die auf den beiden CDs befindlichen eingängigen Lieder gesungen hat.

Die Bilder zu den Geschichten entwickelte Timo Becker, der Design an der Fachhochschule Münster studierte und dessen illustratives Studienprojekt als beste Abschlussarbeit ausgezeichnet wurde, was in der Folge zu einem Illustratorenvertrag mit Mixtvision für das Kosmo & Klax-Projekt führte.

Die Autorin Alexandra Helmig bemerkt in einem Interview zum Buchprojekt, dass es nur wenige Bücher für Kinder im Vorschulalter gibt, in denen Textlänge und Illustration der Aufmerksamkeitsspanne in diesem Alter entsprechen. Ihr Anliegen, eine Erzählung mit komplettem Spannungsbogen in eine vorgegebene, sehr kurze Form zu bringen und sich thematisch an Aspekten aus dem Alltag dieser Zielgruppe, in dem es um Freundschaft, Streit, Ängste oder Mut geht, zu orientieren, hat sie konsequent und überzeugend umgesetzt.

Die Geschichten drehen sich um soziale Interaktionen in einem bestimmten, für Kinder überschaubaren, Rahmen, in dem ihre Protagonisten Erfahrungen über Andere wie über Natur und Umwelt sammeln können. Die Freunde Kosmo und Klax als ideale Identifikationsfiguren erleben gemeinsam Alltagssituationen sowie lustige und spannende Abenteuer, bei denen sie in unterschiedlichen Konstellationen mit weiteren tierischen Freunden wie Frau Gans, Herrn Mümmelmann und Lilli Graumaus, die jeweils verschiedene Charaktere verkörpern, interagieren. So wird im Jahreszeiten-Band zum Beispiel im Sommer gemeinsam in einem Badesee geplanscht und dabei die Notwendigkeit des Ängste-Überwindens sowie Schwimmen-Lernens thematisiert, es werden gemeinsam Äpfel geerntet, Laternenumzugs-Lieder gesungen oder mit vereinten Kräften Osterhasenprüfungen gemeistert. Der Gute-Nacht-Geschichten-Band vermittelt Abendzauber, Geborgenheit und Lebensfreude mit Wunschsternschnuppen, Glühwürmchentänzen, Sonnenmalen und Flötenkonzerten.

Timo Beckers farbenfrohe Illustrationen, die beinahe wie Film-Stills erscheinen und damit den kindlichen Bildgeschmack treffen, unterstreichen die Charakteristik der sympathischen Buchhelden und ihres Lebensraumes auf gelungene Weise.

Eine schöne Ergänzung zu den Geschichten, die auf der Hörbuch-CD von der Autorin mit sehr angenehmer Stimme vorgetragen werden, bilden die eingängigen Liedtexte und  Melodien, welche mal an lateinamerikanische Tänze, mal an Schlager erinnern oder  mit jazzigem Touch ins Ohr gehen und die ebenso wie die Kinder auch die erwachsenen Mithörer erfreuen und zum Mitsingen animieren.

Die ersten beiden Kosmo & Klax-Bücher sowie die zugehörigen CDs ergeben ein  empfehlenswertes multimediales Lese-und Hör-Vergnügen, dessen Fortsetzung mit Freude erwartet werden kann.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

 

Hallo, sagt die Katz´

Traditionelle und moderne Kinderlieder für Groß und Klein

Idee und Illustrationen: Mies van Hout

Texte und Kompositionen: Christian Schenker

Verlag: Aracari, 2016

 

Mit einem freundlichen „Hallo“ grüßt eine kunterbunte Katze vom Titelbild unseres neuen Lieblingsbilderbuches, welches auf zwölf Doppelseiten per Bild und Text ebensoviele traditionelle oder moderne Kinderlieder vorstellt. Auf dem Vorsatzpapier nehmen bunte Mäuslein Reißaus vor der Katz´, denn diese hat heut´keine Lust auf Spatz …

Mies van Hout, deren mimikbegabte farbenfrohe Fische aus „Heute bin ich“- von denen auch hier wieder zwei ähnliche Exemplare zu finden sind- uns bereits durch zahlreiche Mal- und Vorlesestunden begleiteten, inspirierten die Liedtexte zu liebevoll illustrierten Interpretationen, welche schon für sich genommen eine Freude für den Betrachter sind: So behält die nachsichtig lächelnde Entenmama ihre siebenköpfige Küken-Rasselbande stets im Blick beim Schwimmen auf dem See und Schwänzchen-Recken in die Höh´, spielt ein entspannter rosaroter Elefant genüsslich mit einer gefundenen Spinne am Strand, präsentiert ein vielbeschäftigter Tausendfüßler seine umfangreiche Schuhsammlung oder reichen sich zwei prächtig bunte Käfer-Brüderchen die Hände, um -einmal hin, einmal her und rundherum- miteinander zu tanzen.

Zugaben zu diesem schönen Bilderbuch sind ein mit den Buchmotiven illustriertes Textheftchen mit den vollständigen Liedtexten (leider ohne Noten) zum Mitsingen und eine sehr eingängige, ohrwurmverdächtige Musik-CD, eingespielt mit Gesang und Klängen von Gitarre, Ukulele, Kontrabass, Geige, Akkordeon und Schlagzeug. Die CD lief nach dem Vorstellen des Buches in unserer Malgruppe auf ausdrücklichen Wunsch der Kinder gleich mehrmals hintereinander – so lange, bis ihre von Buch und Musik inspirierten Bilder fertiggestellt waren … und selbst noch danach – weil´s so schön war!

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Die kleine Hummel Bommel

Die kleine Hummel Bommel, 2015

Die kleine Hummel Bommel sucht das Glück, 2016

Text: Britta Sabbag, Maite Kelly

Illustration: Joelle Tourlonias

Verlag: arsEdition

 

Ein niedliches kleines Hummelkind, welches augenblicklich jedes Leserherz zu erobern vermag, ist Heldin eines gemeinsamen Bilderbuchprojekts von Britta Sabbag, Maite Kelly und Joelle Tourlonias, aus dem inzwischen schon zwei liebenswerte Bilderbücher resultieren.

Die kleine Hummel Bommel wird in der Insektenkrabbelgruppe ausgelacht, weil sie -wie alle Hummeln- nur ganz klitzekleine Flügel hat. Bommel befürchtet, mit diesen winzigen Flügeln niemals fliegen zu können. Auf dem Weg nach Hause trifft Bommel auf Lilli Libelle, Marie Marienkäfer, Pastor Fliege, Ricardo Raupe, Gisela Grille und Dr.Willi Weberknecht, von denen sie wissen will, warum deren Flügel so anders als ihre aussehen.

Bommel erfährt, dass alles seinen Sinn hat, so wie es ist und ihr selbst nur noch eine kleine Portion Mut fehlen würde, um endlich fliegen zu können. Diesen Mut würde sie jedoch in ihrem Herzen tragen. Und schon nimmt Bommel all ihren Mut zusammen und … fliegt.

Mama und Papa Hummel haben nicht daran gezweifelt, dass Bommel fliegen lernen wird und sind nun sehr stolz auf ihr Hummelkind, weil es mit Selbstvertrauen alles schaffen kann.

Im neu erschienenen zweiten Hummel-Bommel-Band zieht es die kleine mutige Hummel hinaus in die große weite Welt, um das große Glück zu suchen. Ausgerüstet mit Karte, Kompass und einer Dose voller Honigbrote lassen die Hummeleltern vertrauensvoll ihr Kind ziehen, um eigene Erfahrungen zu sammeln.

So landet Bommel im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, reist nach Asien und auch nach Paris. Doch bald merkt Bommel, dass das gesuchte Glück nicht in der Ferne liegt, sondern da, wo sie sich zuhause fühlt. Flugs fliegt Bommel zurück zu Mama und Papa und ihren Freunden Ricardo, Teddy und Fina Floh, dahin, wo das Glück ist.

Was sich die sympathischen Autorinnen Britta Sabbag und Maite Kelly da ausgedacht und von Joelle Tourlonias „direkt aus ihrem Herzen“ abmalen lassen haben, sind leicht und fröhlich erzählte, entzückende Bilderbuchgeschichten mit klaren, mut- und glücklichmachenden Botschaften.

Die in den Büchern enthaltenen eingängigen, von Maite Kelly gesungenen Lieder können unter http://www.hummelbommel.de angehört werden und wecken durchaus den Wunsch, sowohl von Bommel als auch von dieser Musik bald noch mehr hören zu dürfen.

Hanna Nebe-Rector, http://www.MALKASTL.de

Wilma Willnichraus

Text und Musik: Claudia Gliemann

Illustration und Buchgestaltung: Stephanie Gustai

Verlag: Monterosa

2015

 

Wilma, nicht mehr Raupe und noch nicht ganz Schmetterling, hat sich in ihrem Kokon behaglich eingerichtet: Sessel, Teppich, Leselampe, viel Lesestoff, ja selbst ein Grammophon gehört zum Inventar! Gemütlich sitzt sie im roten Ohrensessel und studiert Fachliteratur – natürlich ein Schmetterlingsbuch. Kuchen,Törtchen und Snacks sorgen für Wilmas leibliches Wohl und werden sechsbeinig ins Puppenmäulchen gestopft.               Kein Wunder, dass sie nicht raus will. Schreckliche Gefahren könnten draußen lauern! Finstere und illustre Gestalten scheinen bereits auf den großen Moment ihres Herauskommens zu warten. Nein, da will Wilma nicht raus …

Andererseits ist Wilma schon ein wenig neugierig auf die Welt da draußen. Als es immer heller im Kokon wird, wagt sie, zuerst zögerlich, dann immer mutiger, eine Stippvisite ins unbekannte Terrain.

Der Widerstreit ihrer Gefühle, die ängstliche Zerrissenheit zwischen Drinbleiben-Wollen und Vor-Neugier-Platzen wird in kurzen, klaren Sätzen überzeugend deutlich und nachvollziehbar erzählt. Claudia Gliemann lässt ihre Leser durch die Verwendung der Ich-Form und viele Fragesätze an Wilmas Gedankenwelt teilnehmen und so unmittelbar mit ihr fühlen, bangen, ausprobieren, entdecken und letzlich vor Staunen über die wundersame Verwandlung überwältigt sein.

Die charakteristischen Illustrationen von Stephanie Gustai, welche die Liebe zu Details, akribische Zeichenfreude und großen Phantasiereichtum offenbaren, begleiten und ergänzen wunderbar die Handlung, indem sie weitere kleine Geschichten erzählen und Lust auf deren Entdeckung machen: Farbenprächtige Pflanzen, vieläugige  und feuerspeiende Phantasiewesen oder Tiere in buntgemusterten Kostümen, die sich bei der Verrichtung menschlicher Tätigkeiten wie Gartenarbeit oder beim Spiel entdecken lassen.

Zwei  musikalische Zugaben in Form von Liedtexten mit Noten, die in den inneren Umschlagseiten -umgeben von einem kunterbunten Blütenmeer- zu finden sind und zuerst von den lauernden Gefahren und dann von Wilmas Freude über die Entdeckung ihrer Schönheit handeln, komplettieren das Buch zu einem rundum gelungenen, überaus ansprechenden Gesamtkunstwerk.

Hanna Nebe-Rector, http://www.malkastl.de

 

Leise pieselt das Reh

Titel: Leise pieselt das Reh

Autor: Werner Holwarth

Verlag: Klett Kinderbuch

2015

 

Wie schon der Titel vermuten lässt, geht es im Buch herrlich frech und unernst zu. Geschrieben hat es Werner Holzwarth, dessen erstes Kinderbuch „Vom Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ große Beliebt- und Bekanntheit erlangt hat.
Allgemein bekannte Liedgut-Klassiker wie „Alle meine Entchen“, „Ein Männlein steht im Walde“ oder „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ wurden hier kurzerhand umgeschrieben zu „Alle meine Tantchen“, „Ein Donut liegt im Auto“ und „Gans, du hast den Fuchs gestohlen“, um zunächst die harmloseren Varianten zu nennen. Selbst Weihnachtslieder werden nicht respektvoll verschont, doch bei allem Nonsens lässt sich durchaus auch Tiefsinniges entdecken. So richtig spaßig und damit -wenig überraschend- ganz nach Kindergeschmack wird es dann mit Liedtexten aus dem Ekelbereich wie „Kacka, Kacka, ruft´s aus dem Klo“, „Es pupsen die Kinder“ oder „Es tanzt ein Ri-Ra-Rotzemann“. Spätestens beim gemeinsamen Singen unpädagogischer Albernheiten wie „Dicker, dicker Eiter, Pickel machen heiter, mitten auf der Stirne, groß wie eine Birne …“ zur Melodie des Kniereiterliedes „Hoppe, hoppe Reiter“ werden von Lachkrämpfen geschüttelte schmerzende Kinderbäuche gehalten und Schenkel geklopft sowie Tränen aus den Augen gerieben. Die zahlreichen witzigen Illustrationen zu den verwandelten Liedtexten tun ein Übriges, damit kein Kinderauge trocken bleibt. Wer vor Lachen nicht mehr singen kann, hat die Möglichkeit, die dem Buch beiliegende, von Kindern bespielte CD anzuhören. Der letzte der insgesamt vierzig umgeschriebenen Liedtexte, zu denen die jeweiligen Noten und Gitarrengriffe mit abgedruckt sind, bringt zur Melodie von „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ wunderbar auf den Punkt, was Anliegen solcher Bücher wie diesem sein dürfte: Kinder einfach mal ausgelassen albern und fröhlich sein zu lassen, ohne bildungsbezogene oder sonstige pädagogisch wertvolle Hintergedanken zu hegen.
„Weißt du, wieviel Kinder lachen und am Abend fröhlich sind?“ – Weil´s die Eltern richtig machen, wissen: Kinder sind noch Kind!“
Den Kindern unserer Malgruppen hat das gemeinsame Singen der frechen Lieder mindestens ebenso viel Spaß gemacht wie das sich daran anschließende Malen von lustigen Quatsch-Bildern.
Hanna Nebe-Rector (malkastl.de) :: Redaktion Buecherkinder.de

Diese Besprechung wurde zuvor hier veröffentlicht: http://www.buecherkinder.de